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Grevesmühlen Sechs Schönberger Bürgermeister in der Stadt
Mecklenburg Grevesmühlen Sechs Schönberger Bürgermeister in der Stadt
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16:24 06.06.2019
Im Museum in Schönberg trafen sich die frühere Bürgermeisterin Jutta Piontek, die ehemaligen Bürgermeister Michael Heinze (l.), Rudi Volk (2. v. l.) und Norbert Templin (2. v. r.), der derzeitige Bürgermeister Lutz Götze (3. v. r.) und der zukünftige Bürgermeister Stephan Korn (r.). Quelle: Jürgen Lenz
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Schönberg

 Das hat es vorher nie gegeben: sechs Bürgermeister von Schönberg an einem Tisch. Sie sprechen darüber, was sie erlebt haben, was sie besonders bewegte, wie sie die Stadt heute sehen und wie sich Schönberg entwickeln sollte. In der illustren Runde saßen am Mittwochnachmittag und -abend die frühere Bürgermeisterin Jutta Piontek, die ehemaligen Bürgermeister Norbert Templin, Rudi Volk und Michael Heinze, der derzeitige Bürgermeister Lutz Götze und der künftige Bürgermeister Stephan Korn, der bei der Wahl am 26. Mai die meisten Stimmen bekam und in einigen Wochen bei der konstituierenden Sitzung der neuen Stadtvertretung den Posten einnehmen wird. Am Kopfende des Tisches: Olaf Both, Leiter des Volkskundemuseums am Markt. Dort haben sich die sechs Bürgermeister getroffen. Lutz Götze lud sie anlässlich des Jubiläums ein, das die Stadt in diesem Jahr feiert: „800 Jahre Schönberg“.

Bürgermeister Michael Heinze hielt am 13. März 2006 den symbolischen Schlüssel für die eröffnete Palmberghalle in der Hand. Quelle: Wilfried Erdmann.

An den Anlass knüpft Jutta Piontek an, die 1999 gewählt wurde. Sie sagt, was 780 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung von Schönberg geschah: „Zum ersten Mal wurde eine Frau Bürgermeisterin.“ Sie sei erfreut, dass sie diese Ehre habe. „Ich finde, es war ein wichtiger Markstein“, sagt Jutta Piontek. Sie wünscht sich, dass sich mehr Frauen in der Kommunalpolitik engagieren.

Bis 1980 zurück reichen die Erinnerungen von Norbert Templin, der damals Bürgermeister in Schönberg wurde und heute in Gielow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) wohnt. Er war Mitglied der CDU. Seine Partei hatte bei einer Wahl nach dem Zweiten Weltkrieg viele Stimmen bekommen und auch zu DDR-Zeiten war Schönberg eine Hochburg der CDU. Als Blockpartei im SED-Staat hatte sie nur beschränkte Rechte. Rudi Volk, der ebenfalls der CDU angehörte und 1986 Bürgermeister in Schönberg wurde, macht klar: „Es war immer gesichert, dass die SED die führende Kraft war.“ Nach der Wende von 1989/90 bliebt Schönberg eine Hochburg der CDU. Von 17 Sitzen in der Stadtvertretung besetzte sie neun, berichtete Rudi Volk in der Runde der Bürgermeister. Anfang der 90er-Jahre zerstritt sich die CDU-Fraktion. Bei den nächsten Wahlen verlor sie ihre dominierende Rolle – ohne sie bis heute wieder einnehmen zu können.

Bürgermeisterin Jutta Piontek war am 22. Mai 2000 dabei, als Politiker das Eröffnungsband für die Schönberger Umgehungsstraße durchschnitten. Quelle: Petra Haase

Rudi Volk berichtete, was viele Schönberger Anfang der 90er-Jahre bewegte: „Als in Dassow und Grevesmühlen Einkaufsmärkte gebaut waren, erhöhte sich der Druck der Bevölkerung enorm. Die Schönberger wollten auch einen haben.“ Schließlich eröffneten ein Coop-Markt und ein Aldi unter einem gemeinsamen Dach. Später folgten Lidl und Netto. Der Einzelhandel in der Altstadt erlebte dagegen nach einer kurzen Blütezeit eine tiefgehende Krise, die bis heute andauert. Stephan Korn zeigte sich im Bürgermeistergespräch zuversichtlich. Er sagte, es gebe jetzt einen Trend, regional einzukaufen. Das sei nach seiner Ansicht eine Chance in Schönberg.

Unverändert hoch ist das Ansehen, das das Museum bei den Bürgermeistern genießt. Norbert Templin erzählt: „Kulturell war es mit das Größte, was hier hatten.“ Jutta Piontek erinnert an die Gründung eines Vereins für das Museum zu ihrer Amtszeit. Sie berichtete in der Bürgermeisterrunde: „Wir haben uns lange bemüht, den Förderverein zu gründen.“ Damit sei für viele andere Kommunen ein Beispiel geschaffen worden.

Ebenfalls gesichert wurde eine Bademöglichkeit für die Einwohner und Gäste von Schönberg. Michael Heinze erinnerte an die Gründung eines Fördervereins, dessen Vorsitzender er seit vielen Jahren ist und der das Freibad mithilfe zahlreicher Spender und Sponsoren zu einem Naturbad umbaute. Rudi Volk sagte: „Da spielt sich viel Leben ab.“ Lutz Götze nannte das Naturbad, das der Verein „Badeteich Schönberg“ seit 2006 betreibt, „ein Kleinod von Schönberg.“ In vielen ähnlich großen Städten gebe es keine Bademöglichkeit mehr.

Die Bürgermeister erinnerten auch an sportliche Großereignisse wie das Pokalspiel des FC Schönberg 95 gegen den FC Bayern München am 26. August 2000 vor 16 000 Zuschauern im Jahnstadion, dem heutigen Palmbergstadion. Bedauerlich sei, dass es heute kein Krankenhaus mehr in Schönberg gibt. Die medizinische Versorgung in der Stadt sei aber noch heute gut. Norbert Templin erklärte, zu seiner Amtszeit sei die Entwicklung der Karpfenteichanlage ein Schwerpunkt gewesen. Sie habe vielen Schönbergern am Herzen gelegen. Der frühere Bürgermeister berichtete: „Höhepunkt war immer im Herbst, wenn abgefischt wurde.“ Dann seien viele Schönberger in der Karpfenteichanlage gewesen. Die Freilichtbühne im Stadtpark sei in seiner Amtszeiten nicht genutzt worden. Norbert Templin bedauert: „Das hat sich bis heute leider noch nicht geändert.“

Jürgen Lenz

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