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Grevesmühlen Mit Baulandverkauf aus den Miesen
Mecklenburg Grevesmühlen Mit Baulandverkauf aus den Miesen
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17:03 29.03.2019
Im zweiten Bauabschnitt des Selmsdorfer Wohngebietes „Am Mühlenbruch“ steht bereits das erste Haus. Quelle: Jürgen Lenz
Selmsdorf

Eine Gemeinde im Speckgürtel von Lübeck profitiert massiv vom Mangel an Bauland in der Hansestadt: Selmsdorf. Im Baugebiet „Am Mühlenbruch“ haben viele Häuslebauer ein Grundstück gefunden. Wenige Kilometer von der Lübecker Stadtgrenze entfernt können ihren Traum von Eigenheim wahr machen. Für Selmsdorf ist das ein finanzieller Segen. Der Verkauf von Baugrundstücken spült viel Geld in die Kasse der Kommune. Eine Million Euro hat die Gemeindevertretung am Donnerstagabend in den Haushalt 2019 eingestellt. Grundlage dafür sind Wirtschaftspläne für die „Treuhandmaßnahme Wohngebiet Am Mühlenbruch“ und die Treuhandmaßnahme „Wohngebiet Am Mühlenbruch – nördliche Erweiterung“. Die Gemeindevertreter haben die Pläne einstimmig gebilligt.

In zwei Abschnitten ließ die Stadtbau AG als Treuhänder der Gemeinde Selmsdorf Bauland für Einfamilien- und Doppelhäuser erschließen. Viele Grundstücke unweit der Kreuzung B 104/B 105 kosteten rund 100 000 Euro – und waren wegen des Baulandmangels in Lübeck und der historisch niedrigen Hypothekenzinsen schnell verkauft. Die meisten Käufer kommen aus Lübeck. Unter ihnen sind viele gebürtige Mecklenburger. Sie arbeiten meist in Lübeck, Selmsdorf, Wismar oder Dassow, wo das Lübecker Unternehmen Euroimmun immer mehr Jobs schafft.

Noch nicht verkauft ist ein größeres Grundstück. Dort sieht die Gemeinde ein betreutes Wohnen für Senioren vor. Sollte sich kein Investor finden, könnte die Kommune das Grundstück in mehrere Parzellen aufteilen lassen. Es stünde dann als Bauland für weitere Eigenheime bereit.

Die Selmsdorfer Gemeindevertreter berieten am Donnerstagabend über den Haushalt 2019. Quelle: Jürgen Lenz

Dass eine Million Euro in die Gemeindekasse fließen, bedeutet für Selmsdorf: 2019 sind die Einnahmen höher als die Ausgaben. Es bleibt unter dem Strich ein Plus. In der gesetzlich vorgeschriebenen Form weist die Bilanz trotzdem ein Minus auf. Der Grund: Die Gemeinde muss 822 700 Euro an Abschreibungen für Straßen und anderes Infrastruktur einstellen.

Dessen ungeachtet kommt die Million gerade jetzt sehr gelegen, denn der Gemeinde steht eine teure Investition bevor. Um- und Anbauten sind nötig, damit die Schule im Ort den aktuellen Forderungen des Brandschutzes entspricht. Dafür sieht der am Donnerstagabend beschlossene Haushalt 800 000 Euro in diesem Jahr vor und 500 000 Euro im nächsten. Ebenfalls eingeplant sind 300 000 Euro an Zuschüssen des Landes.

Geld stellt die Gemeinde in diesem Jahr auch für eine große Kletterpyramide auf dem Schulhof, für interaktive Boards und für einen Virtualisierungsserver bereit. Neue Bushaltestellen nahe dem Wohngebiet „Am Mühlenbruch“ und in Sülsdorf sind ebenfalls eingeplant. Auch sind die Kosten für eine Sanierung der Straße „An der Trave“ eingestellt. Freiwillige Leistungen lassen sich im Haushalt ebenfalls finden: 26 700 Euro für die Bibliothek, 33 000 Euro für die Förderung von Veranstaltungen, 10 000 Euro für Vereine, 9000 Euro für Jugendarbeit, 23 500 Euro für Arbeitsgemeinschaften in der Schule.

Negativ zu Buche schlagen in Selmsdorf vor allem hohe Kreis- und Amtsumlagen und, wie es am Donnerstagabend hieß, eine „Reichensteuer an das Land“ in Höhe von 139 700 Euro. 2016 bis 2018 nahm Selmsdorf viel Gewerbesteuern ein. Christian Albeck (SPD) bedauerte am Donnerstagabend: „Jetzt zahlen wir für die positiven Jahre die Zeche.“ Das werde auch in den nächsten beiden Jahren so sein.

Jürgen Lenz

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