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Grevesmühlen Silagesaft verschmutzt Graben in Kalkhorst
Mecklenburg Grevesmühlen Silagesaft verschmutzt Graben in Kalkhorst
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17:30 04.12.2019
In der Gemeinde Kalkhorst gibt es viele Teiche, wie diesen am Kalkhorster Ortseingang. Quelle: Behnk Malte
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Kalkhorst

Naturschützer in der Gemeinde Kalkhorst sind besorgt. Über Mundpropaganda hat sich verbreitet, dass sich in Kalkhorst ein Unfall ereignet hat, bei dem ein Gewässer verschmutzt worden sein soll. Von ausgelaufener Gülle und toten Fischen in Teichen ist die Rede.

Silagesickersaft

Wenn Silagesickersäfte in Oberflächengewässer gelangen, werden diese geschädigt durch Ammoniak, sauerstoffzehrende Stoffe und Pflanzennährstoffe.

Das Einleiten von Silagesickersäften in die Kanalisation und die Kläranlage ist verboten. Gelangen größere Mengen Silagesickersäfte in Kanalisation oder Kläranlage, sind folgende Schäden zu erwarten: Die Säuren im Silagesickersaft greifen Betonteile der Kanalisation und der Kläranlage an. Sie beeinträchtigen auch die biologischen Abbauvorgänge in der Kläranlage.

Gülle ist nicht ausgelaufen und auch ein Fischsterben können die Behörden nicht bestätigen. Tatsächlich hat sich aber Anfang November ein unangenehmer Geruch in Kalkhorst ausgebreitet. Die Ursache: Am 6. November war offenbar Niederschlagswasser mit Silagesickersaft eines Landwirtschaftsbetriebs aus einem Auffangbecken in einen Graben geflossen und hatte sich möglicherweise auch in Teiche des Dorfes ausgebreitet, die mit dem Graben verbunden sind.

Der unteren Wasserbehörde des Landkreises wurde der Unfall angezeigt und es wurden am 6. und 7. November Wasserproben in Kalkhorst entnommen, die noch untersucht werden. Wie der Landkreis informiert, habe der Verursacher den verschmutzten Graben abgeriegelt und zu dem Zeitpunkt schon abgesaugt. Wie viel Silagesickersaft in den Graben gelaufen war, lässt sich nach Angabe des Landkreises wegen des Niederschlags nicht beziffern.

Durch einen Zufall hatte Elke Hohls, Vorsitzende des Vereins „Naturraum Klützer Winkel“, jetzt einen Monat später von dem Unfall erfahren. Der Verein betreibt in Groß Schwansee eine Naturstation zur Umweltbildung und vermittelt, warum der Lebensraum der mecklenburgischen Ostseeküste besonders schützenswert ist. Da ihr mitgeteilt wurde, dass im zeitlichen Zusammenhang auch tote Fische gesehen wurden, sorgte sie sich um weitere Gewässer zwischen Kalkhorst und der Ostsee. Sie machte sich direkt auf, um die Mündung der Harkenbäk bei Barendorf zu begutachten.

„Es soll eine Verbindung der Teiche zum Katzbach geben. Der wiederum fließt in die Harkenbäk, die im Naturschutzgebiet in die Ostsee mündet“, informierte Elke Hohls. Etwa vier Wochen nach dem Vorfall hat sie aber an der Mündung in die Ostsee nichts feststellen können.

Dass in Kalkhorst Wasserproben vom Landkreis genommen wurden, bestätigt Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick (FWK) auf Nachfrage. „Ich kenne aber keine Ergebnisse der Untersuchung“, sagte er. In Kalkhorst war Einwohnern auf jeden Fall ein unangenehmer Geruch sowie eine Braunfärbung und schaumig gewordenes Wasser in einem Teich aufgefallen. Das hatte auch Dietrich Neick bemerkt und die Gemeinde hatte Anzeige erstattet.

Aufgrund der Berichte von Einwohnern hatte Elke Hohls einen Unfall mit Gülle befürchtet. „Das wäre in den kleinen Gewässern und schließlich auch in der Ostsee aufgrund des Nitrats ein Problem“, sagt sie.

Die untere Wasserbehörde hat am 7. November die Wasserschutzpolizei in Wismar eingeschaltet, die seit dem 8. November ermittelt, da der Verdacht einer Gewässerverunreinigung besteht. „Es werden Zeugenaussagen aufgenommen und es werden auch Betriebsabläufe untersucht. Dabei stehen wir in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft“, bestätigte Sebastian Zimmermann, Leiter der Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar. Die Ermittlungen dauern aber noch an.

Von Malte Behnk

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