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Grevesmühlen Solarpark an der Autobahn geplant
Mecklenburg Grevesmühlen Solarpark an der Autobahn geplant
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14:36 24.05.2019
Felder säumen die A 20 nahe Groß Siemz. Hier sollen bald auf 20 Hektar Fotovoltaikanlagen stehen. Quelle: Jürgen Lenz
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Groß Siemz

 In einem 20 Hektar großen Gebiet links und rechts der Autobahn stehen bald Fotovoltaikanlagen, die so viel Ökostrom produzieren können, wie mehr als 3000 Haushalte verbrauchen: Dieses Vorhaben treibt die GS Solar GmbH & Co. KG in Abstimmung mit der Gemeinde Groß Siemz voran. „Wenn alles glatt läuft, soll der Solarpark noch in diesem Jahr gebaut werden – wenn es sich verzögert, Anfang nächsten Jahres“, kündigt Jan Jacob Olderog auf Anfrage an. Der 31-jährige Jurist ist Geschäftsführer der GS Solar GmbH & Co. KG. Das Unternehmen hat sich im vorigen Jahr in Groß Siemz als Betreibergesellschaft für den Bau des Solarparks gegründet.

Die Gemeindevertreter in Groß Siemz stimmen dem Entwurf des Bebauungsplans „Solarpark an der A 20 Groß Siemz" zu. Quelle: Jürgen Lenz

Das Fotovoltaikprojekt an der A 20 hat jetzt eine wichtige Hürde genommen. Die Gemeindevertreter von Groß Siemz billigten in ihrer letzten Sitzung vor der Fusion mit der Nachbarkommune Niendorf den Entwurf des Bebauungsplans „Solarpark an der A 20 Groß Siemz“. Er schafft die rechtlichen Grundlagen für den Bau. Vor dem einstimmigen Beschluss konnten sich mehr als 40 Behörden und sogenannte Träger öffentlicher Belange zu einem Vorentwurf äußern – vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege bis zum Landesjagdverband. Jan Jacob Olderog erklärte vor den Gemeindevertretern: „Ein großes Thema war der Denkmalschutz.“ Der Hintergrund: 2001 stießen Archäologen auf der künftigen Trasse der A 20 unweit von Schönberg nicht nur auf Grabhügel und andere Relikte aus der jüngeren Bronzezeit und der römischen Kaiserzeit. Bei Groß Siemz gab es eine wissenschaftliche Sensation: Nur 20 Zentimeter unter den Ackerfurchen entdeckten Archäologen ein 2500 bis 3000 Jahre altes Grab und wenige Meter entfernt fanden sie Zeugnisse einer etwa 2000 Jahre alten Siedlung.

Im Sommer 2018 untersuchte das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege das Gelände, auf dem der Solarpark entstehen soll. Wieder wurden archäologische Funde gemacht. Deren Art und Zustand stehen dem Projekt aber nicht im Weg. Fazit des potenziellen Investors: „Mit Auflagen können wir den Belangen des Bodendenkmalschutzes gerecht werden.“ Auf die Bodendenkmäler werde Rücksicht genommen.

Einen Solarpark an einer Autobahn gibt es bereits an der A 19 Kritzmow (Landkreis Rostock). Quelle: Thomas Haentzschel/dap

Ein weiteres wichtiges Thema war der Naturschutz. Jan Jacob Olderog erklärt, die Flächen zwischen den Modulreihen und unter den Modulen stünden weiterhin für Pflanzen und Tiere zur Verfügung. Außerdem werde im Rahmen des Projektes „großflächig eine neue Biotopqualität sowie ein vergrößertes Habitatpotenzial für Kriechtiere, Insekten und zahlreiche Vogelartenarten geschaffen.“

Jan Jacob Olderog (31) hat familiäre Wurzeln in Groß Siemz. Quelle: Jürgen Lenz

Bürger, Behörden und „Träger öffentlicher Belange“ bekommen in Kürze die Gelegenheit, sich zum Entwurf des Bebauungsplans zu äußern. Danach werden die politischen Vertreter der neuen Gemeinde Siemz-Niendorf erneut beraten und beschließen.

Jan Jacob Olderog kündigt an: „Da sich der Sitz der Betreibergesellschaft in Groß Siemz befindet, wird die Gemeinde von den Steuereinnahmen profitieren.“ Wie bei der Planung würden auch die Aufträge für Bau und Betrieb der Anlagen bevorzugt an Betriebe in der Region vergeben.

Die Familie des Investors hat eine lange Beziehung zu Groß Siemz. Jan Jacob Olderog erläutert sie: „Meinen Großeltern gehörte ein kleiner Hof mit zwei Feldern. Während die Hofstelle noch zu DDR-Zeiten abgerissen wurde, blieben die Flächen im Familienbesitz.“

Jürgen Lenz

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