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Grevesmühlen Sonderkreistag zu misshandeltem Kind ohne Öffentlichkeit
Mecklenburg Grevesmühlen Sonderkreistag zu misshandeltem Kind ohne Öffentlichkeit
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04:45 21.06.2016
Bei der Abstimmung zur Einrichtung eines Untersuchungsausschusses scheiterte die Linksfraktion.
Bei der Abstimmung zur Einrichtung eines Untersuchungsausschusses scheiterte die Linksfraktion. Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Sieht so Demokratie in Nordwestmecklenburg aus? Der Fall des misshandelten dreijährigen Jungen aus Grevesmühlen, der Mitte Mai ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, weil sein Vater ihn vermutlich geschlagen hat, entwickelt sich zum Politikum. Am Montag kam der Kreistag auf Antrag der Linksfraktion zu einer Sondersitzung in Wismar zusammen, um die Personalprobleme im Jugendamt zu thematisieren und zu klären, welche Hintergründe es zu dem Misshandlungsfall gibt.

Doch Publikum war bei der Aufarbeitung des Falles nicht erwünscht, wie schon bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor wenigen Tagen. Auch dort war das brisante Thema in den nicht öffentlichen Teil verlegt worden.

Am Montag sorgte Landrätin Kerstin Weiss (SPD) für einen zusätzlichen Eklat. Die Kreistagsmitglieder hatten zwar zugestimmt, die Schilderungen zum Fall des misshandelten Jungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu diskutieren. Der Tagesordnungspunkt 7, in dem die Landrätin Stellung zu den Bedingungen und Arbeitsabläufen im Jugendamt beziehen sollte, sollte jedoch nach Meinung der Mehrheit der Abgeordneten öffentlich stattfinden. Dagegen legte Kerstin Weiss Widerspruch ein mit der Begründung, dass aus ihren Ausführungen Rückschlüsse auf Personen aus dem Jugendamt zu ziehen sein könnten.

Michael Prochnow