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Grevesmühlen Tropenholz oder Kunststoff für Steg der Fischer
Mecklenburg Grevesmühlen Tropenholz oder Kunststoff für Steg der Fischer
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12:42 08.11.2019
Der Steg in Boltenhagens Fischereihafen muss saniert werden. Die Anlage wurde 2008 eingeweiht. Quelle: Malte Behnk
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Boltenhagen

Der lange Steg in der Marina Weiße Wiek, an dem die Boote der Küstenfsicher anlegen, wird schon nach elf Jahren marode. Nach einer Untersuchung, bei der Schäden am Belag und an der Unterkonstruktion festgestellt wurden, empfehlen Fachleute eine Sanierung der Steganlage im 2008 eröffneten Fischereihafen.

Der Steg in Boltenhagens Fischereihafen muss saniert werden. Seit der Einweihung 2008 hat unter anderem Pilz das Holz befallen. Quelle: Malte Behnk

Recyclingkunststoff statt Tropenholz

Dazu entsteht jetzt eine Diskussion über das Baumaterial. Während Planer Bernd Opfermann, der schon den Bau begleitete, sich für die Verwendung von tropischem Bongossiholz ausspricht, hat die Fraktion der Freien Unabhängigen Boltenhagener (FUB) für die Sitzung des Bauausschusses am 12. November den Antrag gestellt, eine Sanierung mit Recyclingkunststoff auszuführen. Ebenso spricht sich die FUB-Fraktion dafür aus, auch die geplante Dünenpromenade mit Bohlen aus Recyclingkunststoff zu versehen, anstatt Tropenholz zu nutzen.

FSC-Zertifizierung

FSC steht für „Forest Stewardship Council

Der FSC - 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio gegründet - ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation. Er führt Unternehmer aus der Holz- und Forstwirtschaft, Umweltverbände, Gewerkschaften, Vertreter der Zivilgesellschaft und indigene Völker zusammen. Alle am Wald beteiligten Interessensgruppen sind hier gleichberechtigt anerkannt.

Es gibt zehn weltweit gültige Prinzipien, die von allen FSC-Standards der verschiedenen Länder eingehalten werden müssen. FSC zertifiziert werden Wälder und Plantagen, die unter anderem nach strengeren ökologischen und sozialen Prinzipien bewirtschaftet werden. Das soll dazu beitragen, dass die Wälder langfristig erhalten bleiben können. Die Vorstellung ein FSC-zertifizierter Wald sei völlig unberührte Natur trifft ebenso wenig zu wie die Vorstellung aus dem Wald würde nur wenig Holz entnommen. (Quelle: WWF)

Schäden an Stegbelag und Unterbau

Etliche Stellen mit marodem Holz sind zu sehen. Quelle: Malte Behnk

Im Bauausschuss soll über Reparaturen und eine Sanierung des Steges beraten werden, damit die Gemeindevertretung eventuell am 21. November darüber entscheiden kann. Am Oberbelag aber auch an der Unterkonstruktion und den Pfeilerköpfen wurden flächiger, holzzerstörender Pilzbefall, Fäule, verrostete Rohrschellen und lose Kabel festgestellt. Darüber wird ein Ingenieur den Bauausschuss informieren. Es wird empfohlen, für die kommende Saison 2020 kurzfristige Maßnahmen wie das Auswechseln einzelner Bohlen umzusetzen und nach der Saison eine umfassende Sanierung der Anlage vorzunehmen.

Fällungen schaden dem Regenwald

Jörg Gniwotta und Wolfgang Kupsch begründen ihren Antrag mit dem Wert der alten Tropenbäume für Natur und Klima. Sie verweisen darauf, dass zum Fällen der Bäume viel Regenwald geschädigt und ganze Lebensräume zerstört werden. „Somit tragen auch wir mit der Nachfrage und Verwendung von Tropenhölzern – auch wenn sie FSC-zertifiziert sind – zum Anstieg der Erderwärmung und zum Klimawandel bei“, argumentieren sie im Antrag.

Bohlen aus Kunststoff günstiger

Stegbohlen aus Recyclingkunststoff, die die FUB auch für den Belag der geplanten Dünenpromenade vorschlagen, hätten sich inzwischen tausendfach bewährt, „wenn es darum geht, Stege durch einen feuchtigkeitsresistenten Belag auf einfache Weise sicherer zu machen“. Bohlen aus dem Recyclingmaterial seien um 50 Prozent günstiger als Tropenholzbohlen mit einem Preis zwischen 70 und 105 Euro pro Quadratmeter.

Hersteller solcher Bohlen aus Recyclingkunststoff seien in Deutschland ansässig. „Dadurch sind schnellere und kurzfristige Bestellungen und Lieferungen möglich. Transportzeiten, -kosten und -wege werden optimiert“, argumentieren Gniwotta und Kupsch in ihrem Antrag.

Zweifel an UV-Beständigkeit

Bernd Opfermann argumentiert zumindest für den Bau der Dünenpromenade anders. Er erklärt, dass es nur begrenzte Zulassungen zu UV-Beständigkeit dieser Bohlen aus Recyclingkunststoff gibt. Opfermann rät wie die Prüfer des Steges vom Einsatz des Materials ab, da aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung, kaum eine Kontrolle des Produktes möglich sei. Ebenso sei von Glasfaserkunststoff (GFK) aus finanziellen und ästhetischen Gründen abzuraten. Druckbehandeltes Lärchen- oder Buchenholz liege preislich über dem Tropenholz.

Tropenholz aus nachhaltigem Anbau

Das Bongossiholz, das jetzt für Reparaturen und für den bau der Dünenpromenade verwendet werden soll, sei zu hundert Prozent FSC-zertifiziert. Damit werde sichergestellt, dass Prinzipien einer verantwortungsvolleren, nachhaltigeren Waldwirtschaft eingehalten werden. Nach Angabe des Holzlieferanten betrage die Lebensdauer des Bongossiholzes mehr als 30 Jahre.

Theoretisch möglich wäre aus Opfermanns Sicht eine Sanierung des Stegs mit einem Unterbau aus Stahl und einem Belag aus Gitterrosten. Die Variante sei aber nicht weiter betrachtet worden, da es um eine Kuranlage und keine Industrieanlage gehe.

Von Malte Behnk

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