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Grevesmühlen Theater im lütten Dorf
Mecklenburg Grevesmühlen Theater im lütten Dorf
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06:21 23.06.2015
Das Lütt Theater ut Grieben probt für die Premiere auf dem Dorffest. In einer turbulenten Szene spielen (v. l.) Elke Lenschow, Simone Reinsch, Regisseur Torsten Renzow, Lukas Baldeweg, Jens Hillbrecht (vorn), Peter-Ulrich Greve, Katrin Baldeweg und Kerstin Hillbrecht.
Das Lütt Theater ut Grieben probt für die Premiere auf dem Dorffest. In einer turbulenten Szene spielen (v. l.) Elke Lenschow, Simone Reinsch, Regisseur Torsten Renzow, Lukas Baldeweg, Jens Hillbrecht (vorn), Peter-Ulrich Greve, Katrin Baldeweg und Kerstin Hillbrecht.
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Grieben

An der Einwohnerzahl gemessen, ist die Gemeinde Grieben die kleinste Kommune in Nordwestmecklenburg, doch kulturell steht sie ganz groß da. Jeder 16. der 160 Bürger von Grieben spielt Theater oder unterstützt Schauspieler als Souffleuse – eine Quote, die wohl weltweit einmalig sein dürfte. Am kommenden Sonnabend, 27. Juni, zeigt das Lütt Theater ut Grieben auf einem Dorffest ab 18 Uhr, wofür es seit Februar fleißig probt: eine turbulente Aufführung des Stückes „Schöne Ferien“.

Die Darsteller aus den beiden Ortsteilen Grieben und Zehmen lachen nach der Frage, warum sie Theater spielen. Dann antwortet Kerstin Hillbrecht: „Weil es Spaß macht.“ Sofort fällt der Laienschauspielerin ein weiterer Grund ein: „Es stärkt den Zusammenhalt im Dorf.“ Peter Ulrich Greve nickt. Er weiß auch, dass das Lütt Theater ut Grieben eine Geschichte weiterführt, die vor mehreren Generationen begann. „Es hat hier Tradition“, erzählt Peter Ulrich Greve. „Schon unsere Eltern und Großeltern haben Theater gespielt.“ Ob es den Griebenern und Zehmenern im Blut liegt? Oder gilt in der kleinen Gemeinde im Schönberger Land nicht nur das Reichtum verheißende Sprichwort „In Grieben wasst de Speck up de Widen – In Grieben wächst der Speck auf den Weiden“, sondern auch der Spruch „Das ganze Dorf ist eine Bühne“? Auf jeden Fall erinnern sich ältere Einwohner der kleinen Gemeinde mit dem großen Hang zum Theater an schöne Aufführungen im Saal der Gaststätte „Zur Sonne“. Ein halbes Jahrhundert und länger liegen viele zurück und sind doch unvergessen. „Auch klassische Stücke wurden hier gespielt“, erzählt Peter Ulrich Greve. Er nennt ein Beispiel: „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist.

Aus der Feder des 1967 im baden-württembergischen Sigmaringen geborenen Autors Bernd Gombold stammt die Komödie, die das Lütt Theater ut Grieben am kommenden Sonnabend zur Premiere bringt. Kerstin Hillbrecht verspricht „Spiel, Spaß, Spannung“. Schauplatz des Dreiakters „Schöne Ferien“ ist ein Campingplatz. Jens Hillbrecht spielt eine Hauptrolle: Klaus Muffel<TH>–<TH>Nomen est Omen. Elke Lenschow trägt in ihrer Rolle als Möchtegern-Psychologin zur einer explosiven Mischung von Feriengästen bei. Figuren und Handlung sorgen im 100-minütigen Stück für viele Lacher und sind trotzdem mitten aus dem Leben gegriffen. „Jeder kennt bestimmt solche Typen“, sagt Kerstin Hillbrecht wenige Tage vor der Premiere, auf die die Frauen und Männer vom Lütt Theater ut Grieben hinarbeiten und hinfiebern. Als Spielleiter fungiert Torsten Renzow.



Jürgen Lenz