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Grevesmühlen In Welzin toben Ferkel, Kälber und Lämmer
Mecklenburg Grevesmühlen In Welzin toben Ferkel, Kälber und Lämmer
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14:50 14.03.2019
Im Landwirtschaftsbetrieb in Welzin werden Heidschnucken, Schweine und Rinder gezüchtet. Sie wachsen im Ökobetrieb mit viel Platz und Nähe zu den Muttertieren auf. Quelle: Malte Behnk
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Welzin

Die Ställe des Landwirtschaftsbetriebs in Welzin sind gerade eine große Kinderstube. Ferkel schmiegen sich an die Zitzen der Säue, Kälber tollen schon im Stroh herum und die ersten Lämmer der Heidschnucken werden jeden Tag erwartet. Die Tiere haben viel Platz in den Ställen des Öko-Betriebs, den Sven und Stefanie Dutschke aus Dassow betreiben.

Kälber können in den Ställen frei herumlaufen. Quelle: Malte Behnk

Für die Kühe, Schweine und Heidschnucken sind die Ställe aber nur das Winterquartier. „Eigentlich könnten sie alle das ganze Jahr über draußen sein“, sagt Betriebsleiter Henning Schulze. Die Angler Sattelschweine, die Duroc-Schweine, die Hinterwälder Rinder und die Heidschnucken sind allesamt robuste Rassen, die aber zu den gefährdeten Nutztierrassen gehören. Für Betriebsleiter Henning Schulze ist es aber praktisch, wenn der Nachwuchs der Herden im Stall zur Welt kommt. Deswegen werden die Bullen auch nur im April und Mai zu den Kühen gelassen, die dann neun Monate trächtig sind und dann im Winterstall kalben. „Hier haben wir alles im Blick, auch wenn es mal Komplikationen bei der Geburt geben sollte“, sagt er. Außerdem muss jedes Jungtier kurz nach der Geburt eine Art Personalausweis in Form von Ohrmarken bekommen. „Wenn die Kälber oder Lämmer auf der Weide zur Welt kommen, müssen wir sie erst suchen. Manchmal muss man so einem Kalb dann auch ganz schön hinterherrennen“, sagt Schulze. Doch auch das komme trotz des Aufenthalts im Stall mal vor.

v.l. Betriebsleiter Henning Schulze und Mitarbeiter Niklas Förster befestigen am Ohr eines jungen Kalbes die Ohrmarke. Quelle: Malte Behnk

Die Rinder, Heidschnucken und auch eine Ziegenherde haben wichtige Aufgaben in der Region. „Wir bringen sie zur Landschaftspflege auf verschiedene Naturschutzflächen, auf denen sie dann weiden“, sagt Henning Schulze. So verbringen die Tiere etwa zehn Monate auf den Weiden, wo sie sich ihr Futter selber suchen. „Auch hier im Stall bekommen sie nur das Heu, das wir auf den Naturschutzflächen mähen. Eingestreut wird mit Schilfstroh aus dem ersten Schnitt. Das ist gleichzeitig ein großes Raufutterangebot und sie können darin Nester bauen“, sagt Schulze.

Die Sau hat ein Nest für sich und ihre Ferkel im Stroh gebaut. Quelle: Malte Behnk

Tiefe Mulden haben sich zum Beispiel die beiden Säue mit ihren Ferkeln in das Stroh gegraben. Der Stall, den sich die beiden Muttertiere mit ihren insgesamt zehn Ferkeln teilen, ist so groß, dass selbst die riesigen Säue im Galopp von einem Ende zum anderen laufen könnten. „Schweine brauchen Beschäftigung. Die haben sie hier im großen Stall mit viel Stroh“, sagt Tierärztin Dr. Sylvia Schreiber aus Welzin, die den Landwirtschaftsbetrieb betreut.

v.l. Mitarbeiter Niklas Förster, Betriebsleiter Henning Schulze und die Welziner Tierärztin Dr. Sylvia Schreiber im Stall der Hinterwälder Rinder. Quelle: Malte Behnk

Auch die Hinterwälder Rinder haben einen großen Stall fast ohne Abgrenzungen für sich. Die Muttertiere und die Kälber laufen dort frei im dick ausgelegten Stroh und die Jungtiere können auf großer Fläche herumtollen. „Wenn ich hierher komme, geht es hauptsächlich um Beratungen oder ich leiste mal Geburtshilfe“, bestätigt Dr. Sylvia Schreiber den guten Gesundheitszustand der Tiere.

Neben der Landschaftspflege geht es den Betreibern des Öko-Landwirtschaftsbetriebs auch um die Fleischproduktion. „Die jetzt geborenen Ferkel werden mit sieben bis acht Monaten im Herbst geschlachtet“, sagt Henning Schulze. Auch 50 Böcke aus der 300 Tiere umfassenden Herde der Heidschnucken werden zur Schlachtung kommen. Ähnlich passiert es mit einem Teil der 89 Rinder. Schon jetzt produzieren Sven und Stefanie Dutschke, die auch den Jägerhof in Dassow betreiben, selber Wildwurst, die zum Beispiel mit dem Fleisch der eigenen Schweine angereichert wird.

Tierwohl

Im Landwirtschaftsbetrieb in Welzin, der im Mai die Bio-Zertifizierung erwartet sollen die Tiere so natürlich wie möglich leben können. Sie sind so lange es geht auf den Weiden, wo sie sich ihr Futter selber suchen und viel Auslauf haben. Den Auslauf haben sie auch in den großen Ställen, in denen sie für einige Winterwochen untergebracht sind.

Den Schweinen werden weder Zähne gezogen noch Ringelschwänze amputiert. Das so genannte Kupieren der Schwänze wird häufig vorgenommen, um zu verhindern, dass die Schweine sich gegenseitig beißen und verletzen. „Solche Form des Kannibalismus kommt hier gar nicht vor“, sagt Tierärztin Dr. Sylvia Schreiber.

Die Hinterwälder Rinder haben auch allesamt noch ihre Hörner. Vor allem in Milchviehbetrieben werden die Hörner entfernt, damit sich die Kühe nicht gegenseitig verletzen, weil sie relativ dicht beieinander stehen.

„Im Mai erwarten wir den Abschluss der Bio-Zertifizierung“, sagt Henning Schulze. „Der nächste Schritt für uns ist dann die eigene Schlachtung. Wir streben an, die Tiere direkt auf der Weide zu schlachten“, erklärt er. Dabei sollen die Tiere stressfrei mit einem Schuss getötet werden. Dann will der Betrieb das eigene Fleisch auch selber vermarkten.

Malte Behnk

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