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Grevesmühlen Trotz Protest: Mehr Ferienhäuser in Rosenhagen
Mecklenburg Grevesmühlen Trotz Protest: Mehr Ferienhäuser in Rosenhagen
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18:00 28.11.2019
Die Zufahrtsstraße nach Rosenhagen ist schmal. Gegner eines neuen Ferienhausgebiets befürchten einen Verkehrskollaps. Quelle: Dirk Hoffmann
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Dassow/Rosenhagen

Die Entscheidung ist gefallen: Dassows Stadtvertreter haben den letzten notwendigen Beschluss für den Bau eines Ferienhausgebiets im Ortsteil Rosenhagen gefasst. Das sorgte bei den etwa 20 Kritikern des seit 2004 geplanten Projekts für Enttäuschung. Bis zum letzten Moment hatten sie versucht, die Kommunalpolitiker von ihren Bedenken zu überzeugen.

Gegner befürchten viel Verkehr

Die Gegner richten sich gegen die Größe des Baugebiets. Rund um eine alte Scheune, die zum Hotel mit maximal 32 Betten umgebaut werden soll, können bis zu 70 Ferienwohnungen entstehen. Schon durch die Bauarbeiten, aber auch durch den späteren Betrieb befürchten die Kritiker ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen im kleinen Dorf. Sie gehen von mindestens 500 Fahrzeugen pro Tag aus, wohingegen die Stadt Dassow in ihren Planungen von weniger als 500 Fahrzeugen ausgeht. Zehn Einwände gegen den Bebauungsplan waren 2017 bei der erneuten Auslegung eingegangen, nur wenige davon wurden berücksichtigt.

Kritik an Bürgerbeteiligung

Das kritisierten die Gegner der neuen Ferienhaussiedlung auch am Dienstag bei der Stadtvertretung. „80 Prozent unserer Einwände sind unter den Tisch gefallen“, sagte der Rosenhagener Ortsteilvertreter Peter Nicolai. Auf Hinweise der Einwohner sei ein fehlendes Lärmgutachten einem Verkehrsgutachten hinzugefügt worden. Die dazu erhobenen Zählungen zweifeln die Kritiker aber an. „Warum wurden die Bürger von Rosenhagen nicht von Anfang an einbezogen?“, fragte Nicolai. Er mutmaßte sogar, dass die Gutachter der Kieler Firma, die die Abwägung der Einwände von Verbänden, Behörden und Privatpersonen vorbereitet hat, von den Investoren des Ferienhausprojekts bezahlt würden.

Planungen seit 2004

Der fehlenden Bürgerbeteiligung widersprach Dassows Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD) in der Stadtvertretersitzung. „Es gab bereits 2004 den Aufstellungsbeschluss für diesen Bebauungsplan und eine frühe Bürgerbeteiligung“, sagte sie. Unter anderem habe es auch 2009 eine Einwohnerinformation gegeben, bei der die Konzepte vorgestellt wurden. Zudem wurde der gesamte Bebauungsplan nach deutlichen Änderungen 2017 noch einmal ausgelegt – auch dazu gab es eine Beteiligung der Öffentlichkeit.

„Gigantomanisch“ nicht nachvollziehbar

Auch Stadtvertreter Gerd Matzke (SPD), der den Bauausschuss leitet, erklärte, dass der Bebauungsplan schon eine lange Geschichte habe. Das bestätigte auch Antje Kopp, Bauamtsleiterin im Amt Schönberger Land. „Es ist eines der längsten B-Plan-Verfahren, das mir in der Region bekannt ist“, sagte sie. „Es wurde schon Ende der 1990er-Jahre als B-Plan 3 für Rosenhagen begonnen.“ Matzke erklärte, dass die Stadt in Rosenhagen keine Zubetonierung plane und dass man im Verfahren das Projekt schon verkleinert habe. „Den Vorwurf, wir würden gigantomanisch planen, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen“, sagte der Bauausschussvorsitzende.

CDU schlägt Mediation vor

Stadtvertreter Ekkehard Maase hatte als Vorsitzender der CDU-Fraktion noch den Versuch gestartet, zwischen Kritikern und Stadtvertretung zu vermitteln. Er stellte den Antrag, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. „Es prasseln von links und rechts Argumente auf die Stadt ein. Vielleicht können wir doch noch eine Mediation machen und den Frieden wiederherstellen“, begründete er. Sein Vorschlag fand aber unter den 14 anwesenden Stadtvertretern keine Mehrheit.

Nach der langen Diskussion beschlossen die Stadtvertreter dann mit neun Ja-Stimmen, drei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen, dass der Bebauungsplan in Rosenhagen umgesetzt werden soll. Damit können spätestens im nächsten Jahr die Bauarbeiten beginnen.

Von Malte Behnk

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