Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Über 200 Jahre alte Uhr soll wieder gehen
Mecklenburg Grevesmühlen Über 200 Jahre alte Uhr soll wieder gehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:59 28.03.2019
„Klockenschauster“ Hans-Joachim Dikow, Monteur Frank Blumrich und der Fördervereinsvorsitzende Reinhart Grimm (v. l.) besprechen die Restaurierung der Kirchturmuhr in Herrnburg. Quelle: Jürgen Lenz
Herrnburg

 Wenn am kommenden Wochenende auf Sommerzeit umgestellt wird, bleibt für die Kirchturmuhr in Herrnburg alles beim Alten. Sie steht seit vielen Jahren. Der Kirchenförderverein Herrnburg will das ändern. Er setzt sich für die Instandsetzung der historischen Uhr ein.

Viola Swidersky, Mitglied des Kirchenfördervereins und des Kirchengemeinderates erklärt: „Es ist eine ganz alte Einzeigeruhr.“ Wie alle besonders alten Turmuhren, hat auch die Herrnburger aus technischen Gründen nur einen Stundenzeiger.

Ein Fachmann hat sie unter die Lupe genommen: Frank Blumrich, Mechaniker und Monteur der Bernhard Zachariä GmbH. Die Leipziger Firma ist die älteste Turmuhrenfabrik in Deutschland. Sie besteht seit 1808. Für die Arbeiten in der Kirche in Herrnburg kommt sie infrage, weil sie Turmuhren, Zifferblätter und Zeiger nicht nur neu anfertigt, sondern auch restauriert.

Als Frank Blumrich das Uhrwerk im Herrnburger Kirchturm sah, erkannte er sofort: Handwerker haben es vor 1800 gebaut. Fest steht auch: Für die Restaurierung der Turmuhr ist eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde nötig.

Die Kirchturmuhr in Herrnburg hat nur einen Zeiger. Quelle: Jürgen Lenz

Fachkundige Unterstützung bekommt der Kirchenförderverein auch von Hans-Joachim Dikow. Der Schweriner ist als „Klockenschauster“ bekannt. Er weiß, dass viele Kirchturmuhren in Mecklenburg defekt sind. „Kirchturmuhren in Not“ heißt das Projekt, das Hans-Joachim Dikow gemeinsam mit Kirchenbaurat Karl-Heinz Schwarz auf den Weg gebracht hat. Eine Wanderausstellung „Kirchturmuhren in Not“ dokumentiert die Erfassung und Rekonstruktion von Kirchturmuhrwerken in Mecklenburg und informiert über den historischen Hintergrund. Hans-Joachim Dikow erläuterte anlässlich der Ausstellung: „Unter den etwa 600 Kirchturmdächern Mecklenburgs verrosten und verrotten schätzungsweise 200 handwerkliche Meisterwerke der Uhrmacherei.“ Da wollte der „Klockenschauster“ nicht tatenlos zusehen.

Das verbindet Hans-Joachim Dikow mit dem Kirchenförderverein, der sich in Herrnburg für den Erhalt der Kirche, der Turmuhr und des 1756 gebauten Pfarrhauses einsetzt. Der Verein betreibt eine rege Öffentlichkeitsarbeit und hat bereits 5000 Euro für seine Zwecke zusammen. Der Vorsitzende Reinhart Grimm sagt: „Wir lieben unsere Kirche sehr. Es ist eine sehr schöne Kirche, aber es liegt einiges im Argen.“ Am 20. April 2017 gründeten acht Frauen und Männer den Förderverein. „Inzwischen sind wir 30 Mitglieder“, erklärt Reinhart Grimm. Die Restaurierung der Turmuhr ist nicht das einzige Projekt des Vereins. Vorgenommen hat er sich auch die Sanierung der nördlichen Außenmauern, die Restaurierung des Kircheninneren, die Erneuerung der Dachbalken und die Renovierung der Seitenkapelle mit Umbau zu einem Andachtsraum, der immer geöffnet sein soll. Erreichbar ist der Kirchenförderverein Herrnburg über die E-Mail-Adresse fv@kirche-herrnburg.de und postalisch unter der Adresse Hauptstraße 79a in 23923 Herrnburg.

Jürgen Lenz

Ana Sojor, Tänzerin, Malerin und Cellistin, hat in der Schlossstadt einen Ort geschaffen, an dem Musik, Kunst, Handwerk und ausgesprochen guter Kaffee zusammenfinden.

28.03.2019

Auf dem Gelände der Kreisstraßenmeisterei in Grevesmühlen wird eine neue Fahrzeughalle gebaut. Die wird nicht nur deutlich teuer als geplant, auch bei den Fundamenten gibt es offenbar einige Probleme.

28.03.2019

Umfragen haben ergeben, dass über 90 Prozent der Menschen Blutspenden für gut und wichtig halten. Die Frage, ob sie selber spenden würden, beantworten nur noch 60 Prozent mit einem „Ja“.

28.03.2019