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Grevesmühlen Groß Schwansee: Unterkunft für Umweltbildung
Mecklenburg Grevesmühlen Groß Schwansee: Unterkunft für Umweltbildung
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18:22 24.04.2019
v.l.: Elke Hohls, Vorsitzende des Vereins „Naturraum Klützer Winkel“ und Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick freuen sich, dass Erich Reppenhagen von der Leader-Aktionsgruppe Westmecklenburg und Astrid Winkelmann vom Stalu Westmecklenburg den Fördermittelbescheid mitgebracht haben. Quelle: Malte Behnk
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Groß Schwansee

Der Verein „Naturraum Klützer Winkel“, der am Kolonnenweg in Groß Schwansee verschiedene Angebote zur Umweltbildung macht und den Lebensraum Ostseeküste erklärt, bekommt noch in diesem Jahr eine feste Unterkunft, die den bisher genutzten Bauwagen ersetzen wird.

90 000 Euro Fördermittel für den Bau

Erich Reppenhagen von der lokalen Leader Aktionsgruppe Westmecklenburgische Ostseeküste und Astrid Winkelmann vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Westmecklenburg haben einen Bewilligungsbescheid über 90 000 Euro Fördermittel überreicht. Damit muss die Gemeinde Kalkhorst nur noch 10 000 Euro aufwenden, um ein Holzhaus mit Gründach am Platz des ehemaligen Fischerkaten zu bauen.

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In dem Gebäude, das extra unter ökologischen Gesichtspunkten entworfen wurde, sollen Elke Hohls, die Vorsitzende des Vereins „Naturraum Klützer Winkel“, und ihre Gäste oder Kollegen bei schlechtem Wetter Unterschlupf finden. Auch Platz für eine kleine Ausstellung zum besonderen Naturraum an der mecklenburgischen Ostseeküste ist geplant. Voraussichtlich soll in den nächsten acht Wochen mit dem Bau begonnen werden.

Naturstation bietet Umweltbildung seit 2016

Die Naturstation für Umweltbildung gibt es seit 2016 in Groß Schwansee. Sie war vom Kreisverband des Nabu eröffnet worden. 2017 hat sie dann der Verein „Naturraum Klützer Winkel“ übernommen. Seitdem haben Elke Hohls und andere Vereinsmitglieder Schulklassen, Kitagruppen, Urlauber und Einheimische empfangen und ihnen die Tier- und Pflanzenwelt erklärt.

Mit Naturerlebnissen Verständnis wecken

„Wir wollen das Bewusstsein der Menschen für die Natur schärfen“, sagt Elke Hohls. „Da die Küste in der DDR fast völlig gesperrt war, konnten sich Tiere und Pflanzen hier ungestört entwickeln. Daher gibt es hier auch seltene Vögel wie den Sandregenpfeifer“, schildert Hohls. „Wir wollen nicht mit Verboten oder dem erhobenen Zeigefinger auf diese sensiblen Lebensräume aufmerksam machen, sondern mit Information und Erklärungen“, sagt sie. „Mit Naturerlebnissen können wir bei Besuchern das Verständnis dafür wecken, dass in bestimmten Zeiten einige Bereiche nicht gestört werden sollen.“

Angebote der Naturstation

Von April bis Oktober finden Ostsee-Entdeckungstouren am ehemaligen Grenzküstenstreifen statt.

Jahrzehntelang durfte der Küstenbereich zwischen Pötenitz und Steinbeck nicht betreten werden. Nur Grenzsoldaten kontrollierten dieses Sperrgebiet. Die Natur konnte sich hier ohne große Störungen entwickeln.

Tour 1 Groß Schwansee: Dienstags 9:30 Uhr – ab Naturstation am Strandzugang 5 – bis ca. 11:30 Uhr

Tour 2 Barendorf: Freitags 9:30 Uhr – ab Barendorf/Seestern, Picknickplatz am Weg vom Parkplatz zum Strand – bis ca. 11:30 Uhr

Infos im Netz: www.naturstation.com

Die Bildungserfahrung hat auch Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick schon gemacht. „Man bekommt hier sehr interessante Erklärungen. Ich finde, die Umweltstation bereichert das Angebot in der Gemeinde ungemein“, sagt Neick. „Ich denke auch, dass es eine gute Verbindung zum künftigen Freizeitpark Minimare geben wird“, so Neick.

Den Wunsch nach einer Unterkunft habe es von den Betreibern der Naturstation schon etwas länger gegeben, sagt der Bürgermeister. „Ich unterhalte mich mit Elke Hohls schon seit drei Jahren über das Thema“, bestätigt auch Erich Reppenhagen. Nach einem Besuch der Leader-Aktionsgruppe landete das Projekt schließlich auf Platz zwei der diesjährigen Vorhabenliste für zu fördernde Projekte.

Holzhaus mit Solarenergie

Gebaut wird in den nächsten Monaten ein Holzhaus, das mit einer großen überdachten Terrasse etwa 16 Meter lang wird. „Vorn soll es eine große Überdachung geben, damit sich auch Spaziergänger oder Radfahrer mal unterstellen können, die hier auf dem Kolonnenweg unterwegs sind“, sagt Dietrich Neick.

Das Haus bekommt einen 25 Quadratmeter großen Schulungsraum, in dem auch eine Ausstellung Platz findet, einen Abstell- und einen Trockenraum für Wathosen und andere Kleidung sowie eine Komposttoilette. „Mit Solarpanels wird Strom erzeugt, der für eine kleine Infrarotheizung und Licht genutzt werden kann“, erklärt Katharina Hain, die das Haus im Architekturbüro Nagtegaal entworfen hat. „Das Haus soll völlig autark sein“, sagt sie.

Malte Behnk

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