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Grevesmühlen Spenden für das Wald-Freunde-Haus im Questiner Wald: So viel Geld wurde gesammelt
Mecklenburg Grevesmühlen

Wald-Freunde-Haus im Questiner Wald: So viele Spenden wurden bei OZ-Aktion gesammelt

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07:00 24.12.2021
Das Damwildgehege im Questiner Wald ist ein beliebter Ausflugsort für Familie, Kitagruppen und Schulklassen.
Das Damwildgehege im Questiner Wald ist ein beliebter Ausflugsort für Familie, Kitagruppen und Schulklassen. Quelle: Karl-Ernst Schmidt
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Grevesmühlen

Aufbruchstimmung bei Peter Rabe. Der Leiter des Forstamtes Grevesmühlen setzt seit Jahren auf Öffentlichkeitsarbeit, um mehr Verständnis für Natur und Umwelt bei den Menschen zu wecken. Doch jetzt geht er noch einen Schritt weiter.

Das Projekt Wald-Freunde-Haus im Questiner Wald, soll zwar nicht durch das Forstamt betrieben werden, aber Peter Rabe gibt den Anstoß, um aus der Idee, einen Lern-, Begegnungs- und Erholungsort zu schaffen, auch ein konkretes Projekt werden zu lassen. Ziel ist es, so der 52-Jährige, Menschen zu begeistern, die sich im ehemaligen Pflanzgarten im Questiner Wald engagieren. „Mein Wunsch ist es, dass Menschen aus der Region einen Verein gründen.“

Finanzielle Mittel für Startschuss

Das Forstamt stellt nicht nur die Gebäude und das Areal zur Verfügung, sondern auch zusammen mit der OZ-Weihnachtsaktion die nötigen finanziellen Mittel, um den Startschuss zu geben. „Denn einiges muss an den Gebäuden gemacht werden“, so der Forstamtsleiter. „Wir brauchen jedoch nicht nur finanzielle Mittel, wenn sich Firmen oder Unternehmer bereit erklären, hier auf Spendenbasis aktiv zu werden, sei es beim Einbau eines Ofens oder eines Zaunes, dann wäre auch das eine große Hilfe.“

Der ehemalige Pflanzgarten im Questiner Wald, Forstamtsleiter Peter Rabe Quelle: Michael Prochnow

Dass die Idee des Forstamtes gut ankommt, das zeigt der aktuelle Spendenstand, der bei rund 4500 Euro liegt – und noch weiter steigen wird. Erfahrungsgemäß bis Anfang Januar läuft die Sammlung, unter anderem unterstützen auch wieder Grevesmühlens Apotheken die OZ-Weihnachtsaktion mit dem Verkauf von Kalendern.

Waldkindergruppe der Kita Am Lustgarten

Wie wichtig eine gesunde Beziehung der Menschen zur Umwelt ist, das zeigen seit vielen Jahren die Aktionen der Schulen und Kindertagesstätten in Grevesmühlen. So hat die Kita „Am Lustgarten“ jetzt eine Waldkindergruppe ins Leben gerufen, ab März werden zwölf Jungen und Mädchen einen Tag pro Woche in einem Waldstück am Ploggensee verbringen. Zwei Erzieherinnen kümmern sich dort darum, dass die Kinder nicht nur lernen, sich in der Natur zu beschäftigen, sondern auch verstehen, was dort vor sich geht. Das Forstamt Grevesmühlen unterstützt das Projekt.

Hier können Sie spenden

Sie können noch bis Anfang Januar Spenden, entweder direkt in der OZ-Redaktion in Grevesmühlen (bitte vorher anrufen unter 0172/9914149) oder auf das Spendenkonto, dass das DRK Nordwestmecklenburg führt. Das Spendenkonto führt der DRK-Kreisverband Nordwestmecklenburg.

Unter dem Stichwort „OZ-Weihnachtsaktion“ können Sie spenden. Und so funktioniert es:

Empfänger: DRK-Kreisverband NWM

IBAN: DE46 1405 1000 1000 0303 57

BIC: NOLADE21WIS

Sie können auch direkt in die Redaktion kommen, dort steht die Spendenbox, einfach anrufen vorher unter 0172/9914149.

Das Damwildgehege im Questiner Wald, Luftlinie ist es nur wenige hundert Meter vom Wald-Freunde-Haus entfernt, gibt es seit Anfang der 1970er Jahre. Ziel war es, einen Damwildbestand zu entwickeln und einzubürgern, den es damals im Questiner Wald nicht gab. Dazu wurden Tiere von der Insel Rügen geholt. Vor allem die Kita „Die jungen Weltentdecker“ des DRK, die im Wohngbiet West II liegt, nutzt das Damwildgehege immer wieder für Ausflüge.

Die Kinder lernen dabei nicht nur etwas über die ansonsten scheuen Tiere, von denen es in dem Waldgebiet mehrere freilebende Rudel gibt, sie erleben auch, wie das Damwild gefüttert wird. Dass sie dazu sich kleine Hütten und Unterstände im Wald bauen, das gehört für die Kinder dazu.

Beziehung zur Natur aufbauen

Und genau darum geht es Peter Rabe mit seinem Projekt. Schon die Kinder sollen eine enge Beziehung zur Natur aufbauen. Denn nur so würden sie diese auch später schätzen und schützen.

Wanderer Gerd Klamer im Questiner Wald Anfang Oktober. Quelle: Michael Prochnow

Apropos schützen: Im Sommer hatte das Forstamt prominenten Besuch im Questiner Wald. Gerd Klamer, ehemaliger Forstbeamter, hatte sich Anfang des Jahres zu Fuß auf den Weg durch Deutschland gemacht. Mit seiner Aktion will er auf den Zustand des Waldes aufmerksam machen, deshalb übernachtet er auch in der freien Natur. Rund 6000 Kilometer legt er dabei zu Fuß zurück, Peter Rabe begleitete ihn Anfang Oktober ein Stück, nachdem Klamer in der Nähe von Grevesmühlen im Wald übernachtet hatte. Hätte es das Wald-Freunde-Haus zu diesem Zeitpunkt bereits gegeben, dann hätte ihm das Forstamt mit Sicherheit dort einen Schlafplatz angeboten.

Von Michael Prochnow