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Grevesmühlen Wende im Drogendealerprozess: Kommen die Angeklagten frei?
Mecklenburg Grevesmühlen Wende im Drogendealerprozess: Kommen die Angeklagten frei?
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00:00 13.02.2013
Rechtsanwalt Hendrik Prahl aus Wismar (l.) im Gespr�ch mit seiner Mandantin Veronika L. (28), die jetzt erstmals vor Gericht aussagen musste. Anwalt Thomas Penneke (r.) verteidigt Marco D. im Prozess. Quelle: FOTO : CORNELIUS KETTLER
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Schwerin

Rechtsanwalt Alexander Kleinert forderte während des zwölften Verhandlungstages in der Strafsache gegen seinen Mandanten Jörg M. unter anderem die Aufhebung des Haftbefehls. Um alle Akten und Audiodateien, die als sogenannte Tkü‘s (Telekommunikationsüberwachung) im Zollfahndungsamt Hamburg sicher aufbewahrt werden, vollständig einzusehen und gemeinsam mit dem Mandanten auszuwerten, forderte Kleinert die Aussetzung des Hauptverfahrens. Die Verteidiger der Angeklagten Marco D. und Dietmar S. schlossen sich dem Antrag an.

Seit Ende Oktober 2012 beschäftigt ein mutmaßliches Drogendealer-Trio aus dem Norden die Strafkammer in Schwerin.

Dem überraschenden neuen Verhandlungskurs gingen offenkundige Reibereien zwischen den sechs Verteidigern und der Staatsanwaltschaft voraus. „Sie unterstellen mir verdeckte Ermittlungsmaßnahmen“, ereiferte sich Oberstaatsanwalt Hans Förster, der während seiner Befragung der Zeugin Veronika L. von den Verteidigern mit Vorwürfen immer wieder unterbrochen wurde. „Ich habe keinen Bock mehr, mich ständig von Ihnen anmaulen zu lassen“, machte sich Förster an einer Stelle genervt Luft. Auch Richter Armin Lessel musste sich „Ermessensmissbrauch“ seitens der Verteidigung vorwerfen lassen. Zu Beginn des Verhandlungstages hatte er das Verlöbnis der Zeugin Veronika L., die Ende Januar vom Angeklagten Marco D. im Gerichtssaal einen Heiratsantrag angenommen hatte und danach sofort vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, als nicht ernsthaft eingeschätzt. Veronika L. musste in dieser Woche im Beisein ihres Wismarer Anwalts Hendrik Prahl aussagen. Die 28-Jährige, die mit Marco D. zusammen eine dreijährige Tochter hat, zeigte sich zurückhaltend und vor allem mit Einspielungen abgehörter Telefonate aus dem Jahre 2011 emotional überfordert. Die Verteidiger forderten mehrmals den Ausschluss der Öffentlichkeit, um die Persönlichkeitsrechte der Zeugin zu wahren. Der Richter sah dafür keinen Anlass. Die Telefonate hatten unter anderem Gespräche der Zeugin mit dem Angeklagten Jörg M. zum Inhalt, der den Angeklagten Marco D. gut kennt und seinerzeit offensichtlich bei Arbeiten in einer Baufirma unterstützte. Die Vernehmung der aus Lettland stammenden Zeugin wurde durch den überraschenden Antrag von Rechtsanwalt Alexander Kleinert jäh unterbrochen.

Auch Rechtsanwalt Thomas Penneke aus Rostock äußerte Vermutungen, dass der Staatsanwaltschaft offenbar neue Kenntnisse vorliegen, die der Verteidigung für ein faires rechtsstaatliches Verfahren fehlen. Es geht um Telekommunikationsüberwachungen, die vonseiten des Zollfahndungsamtes Hamburg vorselektiert wurden. „Damit sind wir nicht einverstanden“, waren sich die sechs Verteidiger einig.

Ebenfalls am zwölften Verhandlungstag als Zeugin vorgeladen war Isabell H., die Verlobte von Jörg M., die vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte. Auch die Lebensgefährtin von Dietmar S. sagte nicht aus, da während einer Hausdurchsuchung Bargeld, Munition und Tabletten sichergestellt wurden, die die 47-Jährige selbst mit einer Strafverfolgung konfrontieren könnten.

Eine Stellungnahme des Oberstaatsanwaltes, der die Vorwürfe klar abwies, wird am Tag 13 des Prozesses entscheidend sein.

Razzia & Prozess
Die Durchsuchung eines Gartenhauses in Krassow nahe Wismar förderte im Februar 2012 einen Reisekoffer, eine Kühltasche und zwei Einkaufstüten mit Rauschgift zutage. Ein Spürhund vom Zoll hatte die Drogen erschnüffelt.


Bei der anschließenden Razzia im Raum Rostock, in Wismar, Neubrandenburg und im Verlauf weiterer Ermittlungen wurden sechs Personen festgenommen, von denen drei derzeit in Untersuchungshaft sitzen. Gegen 30 weitere Personen besteht Tatverdacht.


Neben 200 000 Euro Bargeld wurden auch 13 Schusswaffen gefunden, darunter zwei Pistolen, getarnt als Kugelschreiber.


Der Prozess gegen Dietmar S. (49), Jörg M. (38) und Marco D. (37) begann im Oktober letzten Jahres. Nach vier festgesetzten Prozesstagen sollte es im November bereits ein Urteil geben.


Der 13. Verhandlungstag am kommenden Montag bringt vielleicht eine Wende.

Ina Schwarz

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