Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Vermieter sehen Umzugspläne des Jobcenters mit Sorge
Mecklenburg Grevesmühlen Wirtschaft Vermieter sehen Umzugspläne des Jobcenters mit Sorge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:47 31.05.2014
Das Grevesmühlener Jobcenter ist derzeit im Gebäude in der August-Bebel-Straße 3-5 untergebracht.
Das Grevesmühlener Jobcenter ist derzeit im Gebäude in der August-Bebel-Straße 3-5 untergebracht. Quelle: Ulrike Oehlers
Anzeige
Grevesmühlen

Bisher sind den Eigentümern des Hauses August-Bebel-Straße 3-5 in Grevesmühlen nur Gerüchte zu Ohren gekommen: Das Jobcenter, das in ihrem Objekt eingemietet ist, erwägt einen Umzug. „Der Vertrag mit uns ist aber noch nicht gekündigt“, stellt Bernd Karau, Mit-Gesellschafter und Geschäftsführer der Vermietungs-GbR, klar. „Wir haben nur gerüchteweise gehört, dass alles leergezogen werden soll.“

Das wäre aus Sicht der Eigentümer nicht nur für ihr eigenes Unternehmen eine Katastrophe, sondern auch für das Stadtbild. „Wenn das Jobcenter auszieht, steht das Gebäude künftig leer“, macht Manfred Vogler, ein weiterer der insgesamt drei Gesellschafter der Vermietungs GbR deutlich. Dann würde ein denkmalgeschütztes Bauwerk im Zentrum Grevesmühlens zur Ruine verkommen, denn ein neuer Mieter für ein derart großes Gebäude ist nicht in Sicht.

Martin Greiner, Geschäftsführer des Jobcenters Grevesmühlen, bestätigt, dass es eine Ausschreibung gegeben habe. Innerhalb der Frist habe sich nur die Stadt mit ihrem Objekt in der Goethestraße beworben, von den Eigentümern des Komplexes in der August-Bebel-Straße 3-5 sei erst nach Ablauf der Frist eine Bewerbung eingegangen.

„Trotz der Verspätung könnte eine Berücksichtigung stattfinden“, so Greiner. Derzeit würden zunächst mit der Stadt, die sich als Erste beworben habe, Verhandlungen laufen. Parallel werde aber auch mit den Eigentümern der August-Bebel-Straße 3-5 gesprochen. „Die Objekte sind nahezu identisch im Hinblick auf die Lage. Letztendlich wird das über den Preis und die Wirtschaftlichkeit entschieden“, fügt er hinzu.

Der „Sanierungsstau“ in der August-Bebel-Straße habe in der Vergangenheit „wehgetan“ und sei eine Zumutung gewesen. „Es hat sich aber inzwischen einiges getan“, so Greiner. Beispielsweise seien neue Fenster eingebaut worden. Dem Vermieter sei zudem eine Mängelliste überreicht worden.

Investieren wollen die Eigentümer aber erst, wenn feststeht, dass das Jobcenter als Mieter bleibt. Die Kosten der Gebäudesanierung vor etwa zehn Jahren seien bis heute nicht einmal eingespielt, merkt Vogler an. Er sieht aber vor allem die Stadt in der Verantwortung, für ein Baudenkmal ebenso wie für den Gesamteindruck des Areals rund um den Marktplatz, der bei einem weiteren Leerstand leiden würde.

Vogler kann nicht nachvollziehen, dass die Stadt dies hinnehmen möchte, nur um einen eigenen finanziellen Vorteil zu haben. Seiner Ansicht nach förderten die Verantwortlichen im Rathaus einen Umzug des Jobcenters in die Goethestraße 1, ohne sich der weitreichenden Folgen bewusst zu sein.



Ulrike Oehlers