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Grevesmühlen Zoltáns Hof in Roxin: Csárdás und ungarische Rezepte
Mecklenburg Grevesmühlen Zoltáns Hof in Roxin: Csárdás und ungarische Rezepte
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09:30 23.11.2019
Zoltán Székely ist ein Multitalent: Er kann nicht nur dekorieren, kochen und backen – auch beim Ausbau der Scheune auf dem Hof in Roxin bei Grevesmühlen hat er höchstpersönlich mit angepackt. Quelle: Annett Meinke
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Roxin

Auf die Frage nach seinem Alter antwortet Zoltán Székely – der am 29. November in Roxin bei Grevesmühlen sein ungarisches Hofcafé offiziell eröffnen wird – mit einem Augenaufschlag, der gut zu seinem charmanten ungarischen Akzent passt: „Ich bin schon seit ein paar Jahren 28.“ Ein kleines bisschen Diva darf es also doch auch sein, trotz all der Bodenständigkeit, die Székely ansonsten an den Tag legt. Doch letztlich, viel älter als 28 Jahre sieht der Ungar, der im rumänischen Siebenbürgen als Angehöriger einer dort lebenden ungarischen Minderheit geboren wurde, auch gar nicht aus.

Türen selbst gezimmert

Fünf Jahre lang hat Székely mit Unterstützung durch seine Familie die Scheune auf dem Dreiseiten-Hof in Roxin ausgebaut. Dort leben der Ungar und sein Mann Thomas Lenz, den viele in der Region aus dem Radio kennen. Beim Umbau hat Székely wortwörtlich mit angepackt. Stolz präsentiert er die Bauerntüren und Holztürrahmen, die er unter anderem gemeinsam mit einem Cousin aus Lärchenholz gezimmert hat.

Zoltáns Hofcafé in Roxin (rechts, Nordwestmecklenburg, Gemeinde Stepenitztal, Ortsteil Roxin, Ausbau 7) Quelle: Annett Meinke

„Dass ich eines Tages mal ein Café eröffnen werde“, erzählt er ein wenig später beim Kaffee am warmen Lehmofen, „hätte ich nie gedacht.“ Ursprünglich, sagt Székely, kommt er beruflich aus dem Bereich Marketing. Doch da es auf dem Hof in Nordwestmecklenburg, auf dem sein Mann bereits aufgewachsen ist, nun einmal diese Scheune gab und die Frage anstand, was damit zu tun sei, kam ihm die Idee.

Ungarische Lebensart in Roxin bei Grevesmühlen

Rezepte von Mutter und Großmutter

Schnell wurde auch klar, dass es um Veranstaltungen der verschiedensten Art, umrahmt von ungarischer Folklore und ungarischen Leckereien, gehen sollte. Schließlich verwöhnt Székely auch privat seinen Mann und deutsche Freunde am liebsten auf original Ungarisch. „Die Rezepte stammen von meiner Mutter und meiner Großmutter“, verrät er.

Seine Eltern, sagt Székely, sind besonders stolz auf sein norddeutsch-ungarisches Hof-Projekt. Immer wieder schauen sie sich im heimischen Siebenbürgen die Videos vom Fortgang der Arbeiten an. Die Zwiebelzöpfe an der Wand hat die Mutter von Zoltán Székely höchstpersönlich geflochten. Einmal im Jahr, im Sommer, kommen ihn seine Eltern in Deutschland besuchen.

Eine typische Speisekarte mit immer denselben Gerichten im Angebot wird es auf „Zoltáns Hof“, wie die Hofscheune offiziell heißt, nicht geben. Geöffnet wird jeweils am Freitag, ab 18 Uhr, Samstag und Sonntag ab 16 Uhr. An jedem Wochenende serviert Székely eine typisch ungarische Vorspeise, ein Hauptgericht und einen Kuchen oder eine Torte – immer wieder etwas anderes. Ungarische Weine und selbst gemachte Säfte gehören auch zum Angebot. Vielleicht ein wenig hart für manche Kinder – aber Cola und Fanta gibt es bei Zoltán Székely nicht.

Paprika ist nicht gleich Paprika

Was das Gemüse und Fleisch angeht, will der Ungar auf Angebote aus der Region setzen. „Wir kennen Leute, die Rinder züchten oder Hühner haben, Gemüse anbauen. Natürlich soll die Grundlage dessen, was gekocht und gebacken wird, hier aus der Region kommen.“ Zu den Dingen, die Székely allerdings ausschließlich aus Ungarn bezieht, gehört zum Beispiel Paprika.

„Paprika, der aus Spanien oder China stammt, ist nichts weiter als ein nur wenig aromatisches, trockenes Pulver. Paprika hingegen, der aus Ungarn kommt, hat eine ölige Konsistenz, wenn man ihn zwischen den Fingern zerreibt und er färbt nachhaltig“, sagt Székely. Es sind die ätherischen Öle, die beim ungarischen Paprika entstehen, weil die Kerne mit verarbeitet werden, die das Gewürz so aromatisch machen, betont er noch. „Kein anderes Paprika kommt an meinen Kesselgulasch.“

Dezember-Termine auf Zoltáns Hof

Freitag, 29. November, 19 Uhr: Zigeunermusik & Kesselgulasch „Komm mit nach Varasdin!“, Csárdás, Operette, Folklore & mehr ... mit Jan Baruschke (Geige) und Martina Tegtmeier (Akkordeon)

Freitag, 6. Dezember, 19 Uhr: Plattdeutscher Advent & Làngos „Stille Nacht, Seltsame Nacht!“, Hoch- und plattdeutsche Geschichten zum Lachen und Träumen mit Thomas Lenz (NDR 1 Radio MV) und Arne Wolf (Gitarre)

Freitag, 13. Dezember, 19 Uhr: Alpenländische Weihnacht & Hähnchenpaprikás, Lieder und Geschichten aus der Welt der ungarisch-österreichischen Habsburg-Monarchie mit Michael P. Schulz (Gesang, Geige) und Mona Hermes (Gesang)

Freitag, 20. Dezember, 19 Uhr: Internationale Weihnacht & Klausenburgr Kraut, Jazzig & Klassisch, Volkstümlich & Poppig – zum Zuhören und Mitsingen mit Cordula, Loreley und Michael Karow (Piano, Harfe und Gesang)

Freitag, 27. Dezember, 19 Uhr: Kunterbuntes Allerlei & Husarensuppe, Musikalische Resteverwertung, Melodien für Nachtschwärmer mit Pirkko Roinila und Sven Walter

Extra: Samstag, 8. Dezember, 14 Uhr: evangelischer Gottesdienst zum 2. Advent mit ungarischem Glühwein und Gemeinde-Weihnachtsfeier – Fremde, Freunde, Junge, Alte sind herzlich willkommen!

Wegen begrenzter Plätze unbedingt telefonisch reservieren!

Öffnungszeiten: Freitag, ab 18 Uhr, Samstag und Sonntag, ab 16 Uhr

Familienfeiern, Gruppen-, Vereins-, Betriebsfeiern können in der Hofscheune gebucht werden, auch unter der Woche.

Adresse: 23936 Stepenitztal/OT Roxin – Roxin, Ausbau 7 (nahe der B 105 zwischen Grevesmühlen und Mallentin)Telefon: 01 62 / 19 47 47 9Facebook: Zoltáns Hof / Zoli Csárdája

Vorher reservieren

Wer die Veranstaltungen, die grundsätzlich ohne Eintritt sind, besuchen möchte, sollte sich unbedingt zuvor Plätze telefonisch reservieren. Die ersten beiden Termine sind, wie zu hören war, bereits fast vollständig ausgebucht.

 Mehr über Zoltán Székely und das Leben mit seinem Ehemann, dem Radiomoderator Thomas Lenz in Roxin.

Von Annett Meinke

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