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Grevesmühlen Abenteuer im Plüschower Zauberschloss
Mecklenburg Grevesmühlen Abenteuer im Plüschower Zauberschloss
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11:15 04.07.2019
Russische Folklore, vorgeführt von sechs Schülern eines St. Petersburger Fachgymnasiums, die in der ersten Woche der Sommerferien 2019 in Mecklenburg-Vorpommern an einem Kreativworkcamp auf Schloss Plüschow teilnehmen. Quelle: Annett Meinke
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Plüschow

Im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow geht es derzeit besonders farbenfreudig zu und auch ein bisschen märchenhaft.

Im Schloss findet der Ferienworkshop für künstlerisch begabte Kinder und Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern statt, bereits gute Tradition. Dieses Mal mit einer Neuerung. Im Rahmen der deutsch-russischen Jugendwoche, die ebenfalls in dieser Woche, zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet, nehmen auch russische Jugendliche aus St. Petersburg am Kunst-Workshop in Plüschow teil.

2019: Erste deutsch-russische Jugendwoche in MV – Schloss Plüschow

Russische Folklore wie aus einem Märchen

Die sechs Schüler eines St. Petersburger Fachgymnasiums begrüßten MVs neue Kultusministerin, Bettina Martin (SPD), und den ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes, Erwin Sellering (SPD) im Plüschower Schloss mit einem Folklore-Tanz.

Die traditionelle Bekleidung hatten die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern, Grafiker Sergei Bogdanov (51) und Textilgestalterin Liudmila Filicheva, die ihre Schüler auch auf der Reise begleiteten, genäht und bemalt.

Wer Vitalia Kuchina (18), Evgeniia Sorokina (18), Vasilisa Vinokurova (17), Nika Savitskaia (17), Amelina Perfileva (17) und Vlas Vershinin (18), – der einzige Junge unter den russischen Schülern –, beim Tanzen zusah, musste unweigerlich an die alten russischen Märchenfilme aus den 1960er Jahren denken –, wie zum Beispiel „Abenteuer im Zauberwald“ oder „Der Hirsch mit dem goldenen Geweih“ zu erinnern, – wenn er sie denn kannte.

Wer russische Märchen kennt, kennt auch die Verbeugung der Russen als Zeichen der Ehrerbietung. Russische Teilnehmer des Kunstworkshops im Schloss Plüschow am Ende ihrer kleinen folkloristischen Vorstellung. Quelle: Annett Meinke

Gemeinsames betonen

Genauso, sagte Ex-Landeschef Sellering, hätten er und die Mitbegründer des Vereins „Deutsch-russische Partnerschaft“, die aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur des Landes stammen, sich das vorgestellt, als sie im vergangenen Jahr das private Netzwerk gründeten: „Es geht um Begegnungen zwischen Russen und Deutschen verschiedener Generationen in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, in denen das Verbindende im Vordergrund steht – und nicht das, was russische und deutsche Politik gravierend voneinander unterscheidet.“, bekräftigte er zu dieser Gelegenheit.

Der Politiker, gegenwärtig Mitglied des Landtages MV ist, musste sich als Ministerpräsident, ähnlich wie seine Amtsnachfolgerin Schwesig heute, auf bundespolitischer Ebene immer wieder wegen seines Engagements für ein gutes deutsch-russisches Verhältnis kritisieren lassen.

Erwin Sellering, begeistert von einem Kunstwerk des russischen Kreativworkcampteilnehmers Vlas Vershinin (18). Quelle: Annett Meinke

Die jungen Russen sind nicht nur nach Plüschow gekommen, um russische Folklore zu präsentieren. Gemeinsam mit deutschen Kindern und Jugendlichen arbeiten sie noch bis zum 5. Juli unter Anleitung der einheimischen Künstlerinnen und Workshopleiterinnen Tanja Zimmermann, Susanne Gabler und Miro Zahra an diversen Kunstwerken mit verschiedenen Techniken.

Der Kontakt zwischen deutschen und russischen Workshopteilnehmern, berichtete Zahra, die zurzeit auch das Künstlerhaus leitet, gestalte sich dort, wo sich eine Sprachbarriere aufbaue, „mit Händen und Füßen“. Zwei der deutschen Campteilnehmer haben gemeinsames Quartier mit den russischen Jugendlichen in der Remise am Schloss bezogen. Die anderen einheimischen Kinder und Jugendlichen fahren jeweils abends nach den Workshops nach Hause.

Deutsche Teilnehmer des Kreativworkcamps auf Schloss Plüschow in den Sommerferien 2019: Theresa Kommke (17) aus Grevesmühlen und der kleine Mika Müggenburg (9) aus Schwerin. Quelle: Annett Meinke

Russische Zarentochter lebte im Plüschower Schloss

Dass das Kreativcamp in Plüschow als eines von insgesamt sechs im Rahmen der deutsch-russischen Jugendwoche, die der Partnerverein inittiert hat, stattfindenden Projekte ausgewählt wurde, hat, berichtet Zahra, „auch einen historischen Hintergrund.“ Im Jahr 1802 erwarb Friedrich Ludwig von Mecklenburg-Schwerin (1778-1819) die Vogtei Plüschow, wozu unter anderem das Schloss gehörte, das für ihn und seine russische Ehefrau, Zarentochter Helena Paulowna (1784-1803), zur Sommerresidenz wurde.

Zukünftig, erklärte Zahra, wolle man im Künstlerhaus, was die Entwicklung deutsch-russischer Beziehungen angehe, gerne noch ein Stück weiter gehen. „Wir denken dabei an einen regelmäßigen Künstleraustausch mit Russland im Rahmen unseres Kunststipendiatenprogramms.“

Leningrader Oblast ist Partnerregion von MV

Das Leningrader Gebiet (auch Leningrader Oblast genannt) ist seit 16 Jahren Partnerregion von Mecklenburg-Vorpommern. Mit etwa 1,7 Millionen Einwohnern reicht das Leningrader Gebiet von der Grenze zu Finnland bis nach Estland. Verwaltungssitz ist die Stadt Sankt-Petersburg. Im Gegensatz zur ehemals mit Leningrad bezeichneten Stadt, die heute wieder Sankt Petersburg heißt, wurde das Gebiet nach 1990 nicht umbenannt.

Abschlussveranstaltung in Rostock

Die jungen Russen werden bis zum 5. Juli in Plüschow bleiben. Am Freitag wird in Rostock die große Abschlussveranstaltung der deutsch-russischen Jugendwoche stattfinden, wo sich die Teilnehmer aller Projekte begegnen werden.

Neben dem Kreativworkshop in Plüschow fanden mit Beteiligung russischer Jugendlicher in dieser Woche auch das Landeszeltlager der Jugendfeuerwehren in Prora auf Rügen, ein Volleyballcamp in Schwerin, eine Pianistenwoche an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und ein Sommercamp für Denkmalpflege in Peenemünde und ein Boxcamp in Rostock statt.

Am 7. Juli kehren die russischen Kinder und Jugendlichen mit ihren Begleitern nach Hause zurück.

Mehr zum in Mecklenburg-Vorpommern gegründeten deutsch-russischen Verein lesen sie hier.

Annett Meinke

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