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Grevesmühlen Cello-Klänge am Klützer Marktplatz
Mecklenburg Grevesmühlen Cello-Klänge am Klützer Marktplatz
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16:13 28.03.2019
Ana Sojor und Dieter Klockenbusch Quelle: Annett Meinke
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Klütz

Die „Galeria la Cantinita“, was übersetzt so viel wie „Galerie in der kleinen Kantine“ heißt, ist ein die Sinne umschmeichelnder, nicht leicht einzuordnender Ort – im Herzen der Schlossstadt, direkt am Marktplatz. Handelt es sich hier um einen Kunst- oder um einen Modeladen? Oder ist das Ganze vielleicht doch eher ein Atelier und ein Probenraum und ein Aufführungsort von Konzerten, Lesungen, Tanzvorstellungen? Oder hauptsächlich ein kleines, gemütliches Café? Im Winter finden zehn Leute innen Platz, zu Veranstaltungen um die 35, im Sommer gibt es auch Sitzgelegenheiten draußen auf der Straße vor der Tür. „Eigentlich ist es genau das alles.“, sagt Ana Sojor. Sie betreibt den Laden seit dem vergangenen Jahr – dort, wo sich einmal die Filiale der Raiffeisenbank befand. Manchmal kommen noch Kunden hinein, auf der Suche nach dem Geldautomaten.

Galerie la Cantinita am Klützer Markt - Kunst, Kunsthandwerk, kleine Gaumenfreuden & guter Kaffee. Quelle: Annett Meinke

Sojor, die Unterricht in klassischem Tanz, Modern Dance und Flamenco in Deutschland und Spanien nahm, die Flamenco-Auftritte und Tourneen durch Deutschland, das europäische Ausland und in die USA führten, ist im Klützer Winkel und darüber hinaus keine Unbekannte. Bisher kannte man sie aber vor allen Dingen als Flamenco-Tänzerin und Malerin. Dass sie auch Cello spielt, und das ziemlich gut, wissen bisher noch nicht viele. Doch spätestens, seit sie mit dem Cellisten Dieter Klockenbusch gemeinsam als Duo „Yesca“ auftritt, ist es offiziell.

Yesca ist ebenfalls ein spanisches Wort und bedeutet „Zunder“. Was zu Klockenbusch und Sojor passt, die sich im gemeinsamen Spiel gegenseitig anzuspornen und zu ergänzen scheinen. „Inzwischen lerne ich von ihr genauso viel, wie sie von mir.“, sagt Klockenbusch. Der Musiker stammt ursprünglich aus Gronau in Westfalen, das die meisten, wie er sagt, vielleicht nur deshalb kennen, weil Udo Lindenberg auch von dort stammt.

Er hat Violoncello studiert, seit 1995 lebt er in Wismar. Unter anderem gibt Klockenbusch Unterricht auf dem Instrument – so lernte er auch Ana Sojor kennen, die vor zehn Jahren beschloss: „Ich muss unbedingt Violoncellospielen lernen“. Da sie offenbar schnell lernt und nach wie vor viele Stunden täglich konzentriert übt, sind ihr ehemaliger Lehrer und sie seit ungefähr eineinhalb Jahren nun ein musikalisches Duo. Eines, das zurzeit täglich in dem hinteren Raum, der zur Galerie gehört und auch für Besucher zugänglich ist, übt. So ist es keine Seltenheit, dass Eintretende nicht nur von der freundlich hellen Atmosphäre des Ladens, sondern auch von warmen Cello-Klängen begrüßt werden.

Im Winter finden im kleinen Gastraum vorne zehn Leute Platz. Und im Sommer können Gäste auch auf der Straße draußen sitzen. Quelle: Annett Meinke

Dass zu all dem noch guter Kaffee hinzukommt, freut nicht nur Einheimische, sondern auch, die nun langsam wieder vermehrt auftauchenden Ostsee-Touristen. „Die Frage nach einem Café im Zentrum von Klütz“, sagt Sojor, die früher in der Alten Molkerei mitgemacht hat, „habe ich immer wieder gehört“. Für sie, sagt die Mutter eines zwölfjährigen Sohnes, ist der kleine Laden jetzt genau das Richtige. Nicht zu groß, nicht zu teuer, so dass auch die Nebensaison, in der weniger Gäste durch Klütz ziehen, gut durchzustehen sei. Sie hat auch die Wohnung über dem Laden gemietet, auf diese Weise ist alles nah beieinander – und niemand fühlt sich von den Cello-Klängen gestört.

Mischlingshündin Mascha, die am Tag ruhig auf einem der Korbstühle im Café liegt, scheint die Musik auch zu lieben. Sie ist ohnehin so entspannt, dass sie kaum den Kopf anhebt, wenn jemand eintritt, und es leicht passieren kann, dass man sie zuerst komplett übersieht. Doch wenn der Kontakt erst einmal hergestellt ist, wird schnell klar, über Schmeicheleien und Streicheleinheiten freut sie sich immer.

Mascha, die vier Jahre alte Mischlingshündin von Ana Sojor ist immer mit dabei in der Galeria. Quelle: Annett Meinke

Ana Sojor hofft, dass sich am Markt vielleicht noch ein, zwei Cafés mehr ansiedeln, dass sich die Alte Molkerei wieder mehr belebt, vielleicht auch dort das Café wieder aufmacht. „Das kann nur gut für Klütz und uns alle sein“, sagt die Künstlerin. „Die Gäste haben dann einen schönen Weg, um die Stadt zu entdecken, Orte, an denen sie halt machen können. Vom Schloss Bothmer aus, über den Markt hin bis zur Alten Molkerei.“

Direkt am Markt der Schlossstadt

Die nächste Veranstaltung in der „Galeria la Cantinita“ findet am 3. Mai, um 20 Uhr statt. Es werden die Celli von Sojor und Klockenbusch erklingen – und selbstverständlich wird auch Flamenco getanzt. Der Eintritt kostet 10 Euro.

Annett Meinke

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