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Grevesmühlen Mehr Geld für Tierheime in Roggendorf und Dorf Mecklenburg
Mecklenburg Grevesmühlen Mehr Geld für Tierheime in Roggendorf und Dorf Mecklenburg
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16:46 12.07.2019
Das Tierheim in Roggendorf erhält 10000 Euro zusätzlich vom Landkreis: v.l. Tierheimleiterin Meike Jaworski, Vereinsvorsitzende Maike Jessen, Landrätin Kerstin Weiss und ihr Stellvertreter Matthias Diederich mit Hunden aus dem Tierheim. Quelle: Malte Behnk
Roggendorf

Den Mitarbeitern im Tierheim in Roggendorf steht die Freude ins Gesicht geschrieben: Landrätin Kerstin Weiss (SPD) hat der Einrichtung am Donnerstag eine Bewilligung über 10 000 Euro überreicht. Die gleiche Summe erhält auch das Tierheim in Dorf Mecklenburg. Das Geld hat der Kreistag für 2019 und 2020 in den Haushalt eingestellt. Die Tierheime werden im nächsten Jahr also noch einmal jeweils 10 000 Euro erhalten.

Anerkennung des Kreistags

„Der Kreistag hat so entschieden, um die Arbeit, die die Tierheime und ihre Trägervereine leisten, anzuerkennen. Im nächsten Jahr wird es diese Zahlung auch geben und wie es in den folgenden Jahren weitergeht, muss neu beschlossen werden“, sagt Kerstin Weiss bei der Übergabe in Roggendorf.

Erste Kastrationspflicht 2008

Bereits 2008 hat Paderborn als erste deutsche Stadt eine sogenannte Gefahrenabwehrverordnung erlassen und damit die Kastrationspflicht eingeführt. Seither folgen immer mehr Städte und Gemeinden diesem tierfreundlichen Beispiel. Mittlerweile haben über 740 Städte und Gemeinden, wie beispielsweise Köln, Bremen, Wilhelmshaven oder Bonn, sogenannte Kommunalverordnungen zur Katzenkastration erlassen. 

Diese Verordnungen können einerseits auf ordnungsrechtlicher Ebene oder auf Basis des Tierschutzgesetzes beschlossen werden, denn seit Juli 2013 berechtigt § 13b des Tierschutzgesetzes einzelne Landesregierungen, entsprechende Rechtsverordnungen zu erlassen, um freilebende Katzen besser zu schützen. Dies darf geschehen, wenn bei den Tieren erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden aufgrund der hohen Anzahl an Katzen zu befürchten sind und dieses Leid durch die Kastration vermindert werden kann. Eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht kann somit für alle freilaufenden Katzen in diesem Gebiet gelten. (Quelle: Peta)

Dort sind momentan etwa 60 Katzen und fast 30 Hunde untergebracht. Unter anderem wegen Beschlagnahmen ist die Einrichtung sehr voll. „Das funktioniert auch nur durch unser engagiertes Team, das auch Tiere, die mehr Betreuung brauchen, mit nach Hause nimmt“, sagt Tierheimleiterin Meike Jaworski.

Forderung nach Kastrationspflicht

Ein großes Problem, das die beiden Tierheime in Roggendorf und Dorf Mecklenburg sowie den Lottihof in Testorf-Steinfort betrifft, sind freilaufende Hauskatzen. „Es wäre ganz wichtig, eine Kastrationspflicht für diese Tiere einzuführen“, sagte die Vorsitzende des Tierschutzvereins Roggendorf, Maike Jessen in Richtung der Landrätin.

Kittenschwemme im Tierheim Roggendorf im Juni 2019. Quelle: Tierheim Roggendorf

Die Einrichtung in Roggendorf veranlasst pro Jahr etwa 300 Katzen-Kastrationen. Die betreffen häufig Fundtiere, wild lebende Hauskatzen oder beschlagnahmte Tiere. So wurden vor wenigen Monaten etwa 40 Katzen auf einem Grundstück in Warnkenhagen bei Kalkhorst sichergestellt. Und auch in Kalkhorst hatten sich Mitarbeiter der Tierschutzeinrichtungen um eine Horde frei lebender Katzen im Ortszentrum gekümmert.

„Die Tiere werden eingefangen, auf Krankheiten untersucht, die dann behandelt werden. Sie werden gechipt und kastriert, bevor sie oft dann wieder freigelassen werden“, erklärt Meike Jaworski. Die Kosten dafür tragen dann oft das Tierheim und dessen Trägerverein. Die Kastration einer weiblichen Katze kostet zwischen 110 und 150 Euro.

Sowohl der erste Stellvertreter der Landrätin, Matthias Diederich, der auch Leiter des Fachbereichs Ordnung ist, als auch Amtstierarzt Dr. Philipp Aldinger erklärten, dass es einige rechtliche und bürokratische Hürden für eine Kastrationspflicht gebe.

Sie stimmten Meike Jaworski zu, die sagte, vor einer solchen Pflicht müssten eventuell erst Angebote gemacht werden. „In Schleswig-Holstein gibt es Zeiten im Frühjahr und im Herbst, in denen Katzen zur kostenlosen Kastration zu Tierärzten gebracht werden können“, sagt Christine Geburtig vom Lottihof.

Zunächst freuen sich die Mitarbeiter der Tierheime aber über das zusätzliche Geld vom Landkreis. In Roggendorf wird es unter anderem in eine Operation eines Hundes fließen. Außerdem sind dort Umbauten geplant. „Wir wollen gerne weg vom Prinzip ein Hund, ein Zwinger“, sagt Meike Jaworski. „Wir wollen Hunde, bei denen es möglich ist, in Gesellschaft unterbringen und dafür größere Zwinger bauen.“ Außerdem entsteht mit Hilfe einer anderen Spende ein neues Gebäude, in dem ein Untersuchungsraum und ein kleiner OP eingerichtet werden sollen. Dort kann dann ein Tierarzt Katzen und Hunde untersuchen und zum Beispiel Kastrationen vornehmen. Das Geld für den Bau gibt es, aber für die Einrichtung wird noch Unterstützung benötigt.

Malte Behnk

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