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Güstrow Gegendemonstranten blockieren Marsch von MVgida
Mecklenburg Güstrow Gegendemonstranten blockieren Marsch von MVgida
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19:52 19.04.2015
Gegendemonstranten blockieren in Güstrow die geplante Route für einen der islamkritischen Bewegung MVgida. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Güstrow

Mehr als 200 Demonstranten haben sich am Sonntag einen Marsch der islamkritischen MVgida durch die Innenstadt von Güstrow entgegengestellt. Mit Blockade-Aktionen und Mahnwachen an verschiedenen Stellen der Stadt sorgten sie dafür, dass die etwa 120 Anhänger der Bewegung eine veränderte Route nehmen mussten, die mit minutenlangem Glockengeläut der Kirche St. Marien empfangen worden worden waren.

„Wir wollten nach dem Friedensgebet ein Zeichen setzen“, sagte der Küster der Pfarrkirche, Dominic Scholz. „Das, was auf der Kundgebung gesagt wird, sollte ein wenig gedämpft werden. Wir wollten denen etwas entgegensetzen.“ Etwa 50 Menschen hatten an dem Friedensgebet teilgenommen.

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Die Polizei war mit rund 180 Beamten im Einsatz.  Durch das Aufgebot konnte Konfrontationen zwischen MVgida und Gegendemonstranten weitgehend verhindert werden. Nur in einem Fall flog eine Flasche. Im Bereich der Güstrower Innenstadt gab es mehrere Versuche, Polizeisperren zu durchbrechen.

Ziel von MVgida war es, auf die ihrer Ansicht nach drohende Verfremdung und Islamisierung der Gesellschaft sowie auf den Sozialabbau aufmerksam zu machen.

Nach Ansicht des Sprechers von „Rostock-Nazifrei“, Torsten Sohn, war es überraschend, wie offen bei dem Güstrower Aufmarsch der Schulterschluss zwischen den verbliebenen Resten der MVgida-Bewegung und der NPD gezeigt wurde. Besorgte Bürger seien bei dem Aufmarsch nur wenige zu sehen gewesen. Die szenetypische Kleidung der meisten Teilnehmer habe deutlich gemacht, dass es sich im Wesentlichen um eine Nazi-Veranstaltung gehandelt habe.



OZ