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Güstrow OZ-Forum: Stadt gibt Ortsumgehung noch nicht auf
Mecklenburg Güstrow OZ-Forum: Stadt gibt Ortsumgehung noch nicht auf
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07:16 07.03.2014
Fachleute, Politiker und Bürger diskutierten mit der OZ.
Fachleute, Politiker und Bürger diskutierten mit der OZ. Quelle: Thomas Ulrich
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Güstrow

Vier Jahre ist es her, da lehnte Güstrow den Bau einer Ortsumgehung für die Barlachstadt ab. Doch für viele Bürger und auch Politiker ist das Thema noch längst nicht vom Tisch. Das zeigte sich gestern Abend beim OZ-Verkehrsforum in der Wollhalle. „Aus meiner Sicht wäre ein Umfahrung der Stadt angebracht“, sagt Ronald Normann, Chef des Straßenbauamtes. „Doch die Stadt wollte das damals nicht.“

Der Fachmann räumt allerdings ein, dass eine Umgehungsstrecke am Kosten-Nutzen-Faktor scheitern könnte. „2008 hätte die Straße 45 Millionen Euro gekostet“, sagt er. Heute wäre sie zehn Millionen Euro teurer. Um solch ein Vorhaben beim Bund durchzuboxen, fehle schlichtweg der wirtschaftliche Nutzen. „Hätten wir heute eine Umgehung, würde das auch nicht alle Probleme der Stadt lösen“, ist sich Normann sicher. „Das würde höchstens ein Promille ausmachen.“ Denn: Die Hälfte der 45 000 Fahrzeuge, die täglich durch die Barlachstadt rollen, werde von Einheimischen bewegt.

Weitere 45 Prozent seien Menschen, die in die Stadt zur Arbeit, zum Arzt oder zum Amt fahren. Normann: „Lediglich fünf Prozent sind die Fahrzeuge, die nur durchfahren und wegfallen würden.“ Gleich mehrere Bürger zweifelten diese Zahlen an: Das Hauptproblem seien die vielen schweren Lastwagen, die durch die Stadt rollen — und dabei für Lärm und Abgase sorgen.

Ein Grund, weshalb sich die Stadt damals gegen eine Umgehung aussprach, war die Angst der Händler vor dem Ausbleiben der Kundschaft. Wilfried Minich, Inhaber des Hagebau- Marktes am Lindbruch, weiß: „Die Gefahr lässt sich durch Statistiken nicht sicher belegen, aber sie ist da.“ Burkhard Bauer, Geschäftsführer der Güstrow-Card, ergänzt: „Statt einer Umgehung brauchen wir eine Lösung, welche die Lastwagen durch die Stadt lenkt, aber Kunden in die Innenstadt lockt.“

Vor allem bei den Anwohnern der B 103 scheint der Wunsch nach einer Umgehung aber noch nicht erloschen. „Wenn, dann ist der Bau frühestens in 15 Jahren möglich“, so Ronald Normann. Ganz aufgeben will auch Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) die neue Straße nicht: Noch gehe es zwar ohne. „Doch wir wissen nicht, wie sich Güstrow als Stadt entwickelt.“ Lokales

Eine Umgehung hätte kaum Nutzen.“ Ronald Normann, Straßenbauamt



Vanessa Kopp