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Güstrow Öko-Eier: Bauern streiten mit Minister Backhaus
Mecklenburg Güstrow Öko-Eier: Bauern streiten mit Minister Backhaus
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10:24 03.01.2015
Mehrere Geflügelfarmen im Nordosten dürfen wieder Eier absetzen. Quelle: Martin Schutt/dpa
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Fürstenhof

Die ersten sechs der 13 gesperrten Geflügelfarmen des Erzeugerverbundes Fürstenhof bei Gnoien (Landkreis Rostock) dürfen ab sofort wieder Öko-Eier liefern. Zum 13. Januar werden weitere Farmen freigegeben, bestätigte eine Sprecherin des Schweriner Agrarministeriums. Eine Anlage mit Öko-Hähnchen wäre noch bis 30. Januar gesperrt.

Das Rostocker Landesamt für Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit hatte 13 der 14 Fürstenhof-Betriebe zunächst am 28. November und dann nochmals am

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4. Dezember mit einem Öko-Vermarktungsverbot belegt. Sowohl bei Eigenkontrollen im Fürstenhof-Mischfutterwerk als auch bei Überprüfungen durch den zuständigen Öko-Kontrollverein waren im November Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Bio-Futter aufgefallen, die aus Importen eines holländischen Futtermittelhändlers stammten. Dieser hatte Öko-Sonnenblumenkerne aus der Ukraine bezogen.

Nach dem Vorfall kam es zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen Fürstenhof und Landes-Agrarminister Till Backhaus (SPD), denn der nannte den Bio-Verbund in Verbindung mit dem Schweine-Imperium des Holländers Adrianus Straathof. „Konzerne wie Straathof und der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof spielen mit dem Vertrauen der Verbraucher und schaden dem Ruf der gesamten Branche“, hatte der Minister öffentlich gesagt. Straathof war nach 62 Verstößen gegen Tierschutz- und Umweltvorgaben von Behörden in MV mit 172.000 Euro Bußgeld belegt worden.

Mit dem Vergleich habe Backhaus „das Maß des Erträglichen überschritten“, schreiben jetzt Gesellschafter und Geschäftsführer des Fürstenhof-Verbundes in einem offenen Brief. „Bisher gibt es keinen einzigen vorsätzlichen Verstoß gegen Haltungsvorschriften, den Sie uns vorwerfen können“, meinen die sieben Unterzeichner des Briefes, zu denen auch Behrens gehört. Zwar hatte die Landes-Ökoaufsicht im November gegen zwei Fürstenhof-Betriebe Bußgelder von je 10.000 Euro verhängt, die von den Betreibern aber nicht anerkannt werden und deshalb jetzt vom Amtgericht entschieden werden müssen. Behrens geht davon aus, dass es sich lediglich „um Auslegungsfragen der Ökoverordnung“ handelt.



Elke Ehlers