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Güstrow Rechte „Bürgerwehr“ zieht erneut durch Stadt
Mecklenburg Güstrow Rechte „Bürgerwehr“ zieht erneut durch Stadt
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18:27 09.04.2015
Unter den Augen der Polizei trafen sich am Mittwochabend erneut zehn Mitglieder der „Bürgerwehr Güstrow“ in der Güstrower Innenstadt.
Unter den Augen der Polizei trafen sich am Mittwochabend erneut zehn Mitglieder der „Bürgerwehr Güstrow“ in der Güstrower Innenstadt. Quelle: Rene Ruprecht
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Güstrow

Die „Bürgerwehr Güstrow“ ist am Mittwochabend erneut durch die Innenstadt gezogen.  Unter den Augen der Polizei bewegten sich zehn Personen in Gruppen durch die Straßen - angeblich, um den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Polizei und Stadt sehen die selbsternannten Ordnungshüter als überflüssig und sogar potenziell gefährlich an.

Das Auftreten der „Bürgerwehr“ spreche für einen rechtsextremen Hintergrund, sagt Polizeisprecher Gert Frahm. „Viele der Teilnehmer sind selbst verurteilt, etwa wegen Körperverletzungsdelikten. Wenn sie in irgendeine Konfrontationssituation geraten, könnte es eine Eskalation geben“, fürchtet Frahm.

Auch Bürgermeister Arne Schuldt findet die Entwicklung „befremdlich“ und sieht in der „Bürgerwehr“ eine NPD-Kampagne gegen Asylbewerber und einen Stimmenfang der Fraktion. „Wir werden weiter beobachten, was sie tun und hoffen, dass es sich irgendwann totläuft“, so Schuldt. Verbieten könne die Polizei die Aktionen nicht, erklärt Gert Frahm. „So lange es unter dem Deckmantel des besorgten Bürgers läuft, ist es nicht verboten.“

Während der Aktion am Mittwoch habe die Polizei aber Ordnungswidrigkeiten festgestellt. So seien „Aufkleber mit Losungen aus dem rechten Spektrum“ unter anderem am Haus einer Stadtvertreterin aus der Partei Die Linke angebracht worden. Hier werde nun Hausfriedensbruch geprüft, so Frahm.



Nele Reiber