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Güstrow „Tag X“: Neonazis bereiten sich in MV mit Kampfsport auf den Umsturz vor
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„Tag X“: Neonazis bereiten sich in MV mit Kampfsport auf Umsturz vor

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20:10 10.01.2020
Neonazis und Kampfsport: „Baltik Korps“ nennen sich die Extremisten, die nach Meinung von Experten einen Umsturz ankündigen. Quelle: OZ
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Rostock

Tätowierte Rechtsradikale posieren beim Kampfsport im Video; in Texten rufen sie zum Widerstand gegen Demokraten und die bestehende Ordnung auf. Sie seien der „Tag X“, ist zu lesen. Eine Chiffre für den Umsturz im Land. Sicherheitsbehörden in MV beobachten eine zunehmende Verbindung von Rechtsextremismus und Kampfsport, eine Vernetzung innerhalb der Neonazi-Szene.

Ein sogenannter „Aktionsblog“, hinter dem sich die „Nationalen Sozialisten Rostock“ verbergen, ruft im Internet jetzt gar zum offenen Training auf: Wer sich „nach Disziplin für Körper und Geist sehnt“ und sich „unserer Sache verschrieben“ habe, dürfe bei einer rechten Kameradschaft mitmachen. Beim „Baltik Korps“. Treffpunkte waren das Thinghaus in Grevesmühlen oder ein Raum in Güstrow.

Linker Ritter: „Hitler-Fans bereiten politischen Umsturz vor“

Das besorgt Peter Ritter sehr. Dies seien „Hitler-Fans“, die ohne Skrupel eine „klare politische Agenda“ propagierten, sagt der Rechtsextremismus-Experte der Linken im Landtag. „Sie bereiten sich auf den Straßenkampf und den politischen Umsturz vor.“

Innenminister: Extremismus mit allen Mitteln bekämpfen

Der Verfassungsschutz nehme die Gruppe sehr ernst, sagt Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Man beobachte eine Verschiebung rechter Strukturen. „Hier gehen rechte Gruppierungen auf Dummenfang und rekrutieren über den Sport junge Menschen für eine rechte Ideologie“, so Caffier. „Dem müssen wir uns konsequent und mit allen Mitteln entgegenstellen.“ Leider fänden die Treffen in geschlossenen Räumen statt, so dass die Möglichkeiten der Sicherheitskräfte begrenzt seien. Caffier macht kein Hehl daraus, dass er sich mit einem NPD-Verbot ein rigoroses Vorgehen des Rechtsstaates gegen Verfassungsfeinde gewünscht hätte. Das Bundesverfassungsgericht stufte die rechtsextremistische NPD 2017 jedoch als zu unbedeutend ein.

Der Landesverfassungsschutz hat die Neonazi-Gruppe „Baltik Korps“, die nach Insider-Informationen weiter wächst, seit Längerem im Visier. Die Kombination aus Rechtsextremismus mit martialischen Aufrufen und Kampfsport sei „beunruhigend“. So sei aus der Gruppe auch von einem „brachialen Gegenschlag“ die Rede. Peter Ritter warnt: „Die Botschaft ist deutlich: Mit Gewalt wollen sie unsere Gesellschaft in die Zeit der Nazi-Diktatur befördern.“

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Von Frank Pubantz

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