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Güstrow Wirt am Krakower See hofft auf weiteren Michelin-Stern
Mecklenburg Güstrow

Wirt am Krakower See hofft auf weiteren Michelin-Stern

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12:40 02.03.2020
Raik Zeigner, Küchenchef, steht in seiner Küche im Restaurant "Ich weiß ein Haus am See". Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/
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Krakow am See

Im Restaurant „Ich weiß ein Haus am See“ knistert es vor Spannung, auch wenn Inhaberin Petra König äußerlich gelassen wirkt. „Warum sollte es diesmal nicht klappen“, macht sich die blonde Endvierzigerin Mut. Sie und ihr Mann Adi als Sommelier sowie Küchenchef Raik Zeigner hoffen, am Dienstag zum 25. Mal in Folge den Michelin-Stern zu erhalten. Allerdings wurde die geplante Gala in Hamburg wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt.

Seit fast 100 Jahren gibt der Guide Michelin des gleichnamigen Reifenherstellers nicht nur praktische Empfehlungen für Autofahrer, sondern auch Hotel- und Restaurantempfehlungen heraus. Seit 1926 verleiht er Sterne. Ein Stern bedeutet dem deutschen Restaurantführer zufolge: „Eine Küche voller Finesse – einen Stopp wert!“.

Mit einem Stopp ist es beim Haus am See in Krakow am See (Landkreis Rostock) nicht getan. Ein kleiner Umweg ist ein Muss, und manche Gäste haben das Anwesen im Wald schon verzweifelt gesucht. Dafür hatten es die Gutachter von Michelin in den 1990er Jahren sehr schnell auf dem Schirm. 1996 verliehen sie Küchenchef Michael Laumen, einem Quereinsteiger, den ersten Stern. Es war der erste Michelin-Stern in Mecklenburg-Vorpommern und der zweite in Ostdeutschland überhaupt. Nach zehn Sternen verfolgte Laumen andere Ideen und verließ das Hotel mit Restaurant, das er mit seiner Frau Ruth und deren Tochter Petra König seit 1994 aufgebaut hatte.

Küche ist „sehr klassisch und französisch basiert“

In seine Fußstapfen trat Zeigner, den Laumen ausgebildet hat. 2006 verteidigte Zeigner als damals wahrscheinlich jüngster Koch in Deutschland - Michelin erhebt keine biografischen Daten - den Stern erstmals. Seitdem hat er das Jahr für Jahr geschafft. „Der Stern bedeutet, eine konstant hohe Spitzenleistung zu erbringen“, macht der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga im Land, Lars Schwarz, deutlich. Das verdiene hohe Anerkennung. Die Tester kämen schließlich unangekündigt. „Wir fiebern mit“, sagte er.

2019 hatten wie im Jahr zuvor acht Restaurants in Mecklenburg-Vorpommern einen Michelin-Stern erkocht, bundesweit gab es 309 Sterneträger. Ob darunter viele ein Vierteljahrhundert und länger die Auszeichnung erhielten, konnte eine Michelin-Sprecherin nicht sagen. Auch diese Daten würden nicht erhoben.

Die Küche im Haus am See beschreibt Petra König als sehr klassisch und französisch basiert, die Menüs enthielten immer Fisch- und Fleischkomponenten. Der 35-jährige Küchenchef legt Wert darauf, dass die Produkte auf dem Teller erkennbar bleiben, wie er sagt. Zur Wachtel im Strudelteig lege er eine Wachtelbrust original daneben, zur Roulade von der Goldforelle ein Forellenfilet. Gemüse und Obst kauft Zeigner gerne beim Biobauern ganz in der Nähe, wo er sich Salate auch mal selbst pflückt. Fleisch und Fisch kommt von einem Spezialmarkt. „Qualität geht vor regional“, sagt Adi König.

Sterne-Restaurants als kulinarische Leuchttürme

Die Speisekarte entstehe gemeinschaftlich: „Das läuft super locker“, sagt Petra König. Jeder bringe Ideen mit, Zeigner koche, dann werde verkostet. Es gebe Evergreens, die bei den Gästen über Jahre hinweg gut ankämen und immer wieder verlangt würden. Dazu sei für viele Gäste das perfekte Zusammenspiel von Speisen und Weinen wichtig.

Im Restaurant „Ich weiß ein Haus am See“ knistert es vor Spannung: Man hofft, am Dienstag zum 25. Mal in Folge den Michelin-Stern zu erhalten. Allerdings wurde die geplante Gala in Hamburg wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt.

Schwarz bezeichnet die Sterne-Restaurants in Mecklenburg-Vorpommern als kulinarische Leuchttürme. Dem Land stünde ein Mix vom Imbiss über Landgasthöfe bis zu ausgefallenen Angeboten in größeren Städten und Urlaubsregionen gut zu Gesicht.

Für den Landestourismusverband sind die Sterne-Restaurants zwischen Ostseeküste und Seenplatte ein Aushängeschild für den Tourismus. Sie seien vor allem für Gäste interessant, für die Genuss auf hohem Niveau ein wesentlicher Bestandteil ihrer Reise sei, sagt Geschäftsführer Tobias Woitendorf. „Hervorzuheben sind auch ihre Rollen als Botschafter und Zugpferde einer feinen regionalen Küche.“

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