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Güstrow Zahlreiche Unfälle – mehrere Verletzte auch durch Glätte
Mecklenburg Güstrow Zahlreiche Unfälle – mehrere Verletzte auch durch Glätte
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17:12 27.12.2016
Ein Ast brach in Rostock in der Straße Bei den Polizeigärten ab und beschädigte zwei Auto leicht. Quelle: Thomas Niebuhr
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Güstrow/Altentreptow/Rostock/Grimmen

Das Sturmtief „Barbara“ fegte am Montag mit teilweise orkanartigen Böen und vereinzelt auftretenden Hagelschauern über ganz MV. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Sturm, an der Ostseeküste mit teilweise bis zu 130 Stundenkilometern.

Bei glatter Fahrbahn durch Hagelschauer sind am Montag zwei Menschen verletzt worden. Orkanartige Böen stürzten Bäume um. Ein Container wurde von einem Lkw-Anhänger geschleudert.

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Es kam zu zahlreichen Verkehrsunfällen, bei denen zwei Personen verletzt wurden. Der Sturm stürzte Bäume um, brach Äste ab und wirbelte Verkehrsschilder und Bauzäune durch die Luft.

Am meisten zu tun hatten die Feuerwehren in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Rostock. Umgestürzte Bäume blockierten auch in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald den Verkehr und lösten Unfälle aus.

Zwei Verletzte auf der A14

Bei einer Karambolage wegen Eis auf der Autobahn 14 bei Schwerin sind zwei Menschen verletzt worden. Mehrere Wagen kamen im Bereich der Anschlussstelle Schwerin-Nord Höhe Zittow ins Schleudern und stießen zusammen. Insgesamt fünf Autos waren in den Unfall verwickelt, vier mussten anschließend abgeschleppt werden. Die zwei verletzten Insassen kamen ins Krankenhaus. Die Autobahn war für etwa zwei Stunden halbseitig gesperrt.

Hoher Sachschaden bei weiteren Unfällen auf Autobahnen

Bei weiteren Unfällen blieb es bei Blechschäden. Zunächst kollidierten gegen 20.35 Uhr au der A20 bei Rostock wischen den Abfahrten Kritzmow und Zoo zwei Autos. Gegen 21.05 Uhr fuhr ein aus Stettin kommender Pkw bei Satow (Landkreis Rostock) gegen die Mittelleitplanke.

Auf der A19 fuhr ebenfalls ein Kleinbus aus Richtung Wittstock kommend in die Mittelleitplanke. Ein nachfolgender Wagen wurde durch Fahrzeugteile des Kleinbusses beschädigt. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf geschätzt 5000 Euro. Die Insassen der Fahrzeuge blieben unverletzt.

Zwischen Zapkendorf und Plaaz (bei Güstrow) kam der Fahrer eines Autos von der Straße ab und fuhr in den Straßengraben. Sowohl er, als auch seine 26-jährige Mitfahrerin und ein fast einjähriges Kind blieben unverletzt. Das Fahrzeug musste ebenfalls abgeschleppt werden. Es entstand Sachschaden in Höhe von geschätzt 2000 Euro.

Im Zeitraum von 18.45 Uhr bis 19.30 Uhr ereigneten sich allein auf der A20 zwischen den Anschlussstellen Altentreptow und dem Parkplatz Demminer Land vier glättebedingt Verkehrsunfälle. Es entstand ein Gesamtsachschaden von etwa 66 500 Euro.

Container wird von Lkw-Anhänger geschleudert

Am Dienstagmorgen stürzte durch den Sturm ein leerer Baucontainer auf die Fahrbahn der A20. Nach Angaben der Polizei erfasste der Wind auf der Höhe der Anschlussstelle West in Richtung Lübeck gegen 7.50 Uhr offenbar die Abdeckung des Containers, der auf dem Anhänger eines Lkw transportiert wurde. Die Abdeckung schlug gegen eine Brücke, wodurch der Container vom Anhänger gerissen und quer auf die Fahrbahn geschleudert wurde.

Die Brücke wurde beschädigt, zudem fuhr ein Pkw durch die Trümmerteile. Das Fahrzeug wurde dabei leicht beschädigt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf 4000 Euro. Personen wurden nicht verletzt. An der Unfallstelle kam es für etwa drei Stunden zu Verkehrsbehinderungen.

Unfälle durch umgestürzte Bäume

Bereits am Montagnachmittag mussten Feuerwehrleute in Hamberge (Landkreis Nordwestmecklenburg) einen umgestürzten Baum auf der Landstraße in Stücke sägen und abtransportieren. Auch auf der A 19 kam es zu Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume in Höhe Kavelstorf bei Rostock.

Der Orkan hat in der Nacht zum Dienstag in der Altstadt von Stralsund die Dachpappe von einem leerstehenden Speicher in der Böttcherstraße gefegt. Sie fiel auf ein Wohnhaus gegenüber und auf die Straße. Menschen wurden nicht verletzt.

Umgestürzte Bäume haben die Feuerwehren im Landkreis Vorpommern-Rügen zwischen Glashagen und Abtshagen, in Zingst,  Krummenhagen bei Negast, Ahrenshagen-Daskow bei Ribnitz-Damgarten und Hohendorf bei Groß Mohrdorf beseitigt. In Grimmen riss ein Verkehrsschild aus der Verankerung und wurde von Beamten des Grimmener Polizeireviers beiseite geräumt.

Sturm peitscht mit 105 Stundenkilometern über Rügen

Das Sturmtief hat in der Nacht zu Dienstag auch auf Rügen zahlreiche Bäume entwurzelt und für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Zu witterungsbedingten Unfällen ist es nach Angaben der Polizei nicht gekommen. Inselweit mussten Feuerwehren jedoch gleich mehrmals ausrücken und Baumsperren beseitigen, unter anderem in Sassnitz und Binz.

Das Sturmtief erreichte gegen Mitternacht seinen Höhepunkt auf Rügen. Laut Burkhard Just, Mitarbeiter der Wetterwarte auf Kap Arkona, wurde exakt um 23.59 Uhr mit 29 Metern pro Sekunde die höchste Windspitze an der Nordspitze Rügens gemessen. Das entspricht 104 Kilometern pro Stunde.

Fähren bleiben im Hafen

Auf Hiddensee wurd der Fährverlkehr zur Insel Rügen und zum Festland gegen Mittag eingestellt. Auch in Rostock blieben Fähren im Hafen: Scandlines sagte für Montag und Dienstag insgesamt acht Abfahrten ins dänische Gedser ab. Passagiere sollten nach Schleswig-Holstein auf die Fährroute Fehmarn- Rødby ausweichen.

Am Dienstag soll es weiter stürmisch bleiben, vor allem auf Rügen sind laut Vorhersage noch Orkanböen möglich. Erst am Abend und in der Nacht soll die stürmische „Barbara“ dann allmählich nachlassen.

Cora Meyer

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