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Mecklenburg Helau in der Ganztagsschule – Karnevalisten ohne Nachwuchssorgen
Mecklenburg Helau in der Ganztagsschule – Karnevalisten ohne Nachwuchssorgen
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Karnevalisten ohne Nachwuchssorgen. Quelle: Daniel Bockwoldt/ZB/dpa
Schwerin

Die Karnevalssaison strebt ihrem Höhepunkt entgegen: Donnerstag Weiberfastnacht, Freitag Empfang in der Staatskanzlei, zwei Tage später Straßenkarneval in Dömitz. An jungen Leuten mangelt es den Vereinen nicht. Selbst an Ganztagsschulen sind Karnevalisten aktiv.

Fast überall herrscht Nachwuchsmangel. Nicht so bei den Karnevalsvereinen. „40 Prozent unserer 7200 Mitglieder sind unter 18 Jahren“, sagte der Präsident des Karnevallandesverbandes, Lutz Scherling, der Deutschen Presse-Agentur kurz vor dem Start der Narren in die heiße Phase der aktuellen Karnevalssaison. Sie heißt bei Insidern übrigens Session.

Vor einem Jahr sei mit der Karnevaljugend MV extra ein eigener Jugendverband gegründet worden. So soll der Nachwuchs stärker eingebunden und ihm mehr Verantwortung übertragen werden. Oft werde Narren-Jugendarbeit mit Karnelvalstanz verwechselt und darauf beschränkt, bedauerte Scherling. „Jugendarbeit ist aber, wenn junge Leute eigene Ideen in Vorständen und Elferräten umsetzen können.“ Nur so könnten sie nach und nach Verantwortung übernehmen und irgendwann einmal die Leitung. „Viele Vereine haben das Problem, dass der Generationswechsel schwierig ist - wie überall im Ehrenamt, wenn die Jugend nicht rechtzeitig eingebunden wird.“

Mecklenburg-Vorpommern gilt nicht gerade als Narren-Hochburg. Damit der Karneval oder Fasching in der Bevölkerung verankert bleibt und stärker wird, gehen Scherlings umtriebige Narren sogar in Schulen. Der Landesverband hat sich der Ganztagsschul-Initiative von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) angeschlossen und die „Kooperationsinitiative Ganztägiges Lernen“ unterzeichnet. Damit können sie in den Schulen nachmittags Angebote machen, etwa für karnevalistischen Tanzsport. Dort könne aber auch vermittelt werden, wie man erfolgreich einen Schulfasching organisiert, sagte Scherling.

Auch in der Bütt' könnten Kinder und Jugendliche schon überzeugen. Witzige, bissige Büttenreden, Karnevalsmusik und Tanz sollen beim 25. Jugendkunstpreis des Verbandes am 6. April in Goldberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) prämiert werden. Im Sommer gebe es auch wieder ein Camp für junge Karnevalisten, dessen Organisation verstärkt in die Hände der jungen Leute selbst gegeben werden soll. Als Fernziel sieht Scherling die Aufnahme der Karnevaljugend in den Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern. „Um zu zeigen, das wir Sozialkompetenz vermitteln und eine sinnvolle Tradition weiterführen.“

Die Karnevalisten Mecklenburg-Vorpommerns steuern gerade auf die heiße Phase der diesjährigen Session zu. Nach Altweiberfastnacht am Donnerstag, zu das Stürmen von Rathäusern gehört, lädt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag die Narren zu einem Empfang in die Staatskanzlei. „Da wollen wir mit dem Landesprinzenpaar und dem Kinderprinzenpaar und einer bunten Mischung von Karnevalisten hin“, sagte Scherling. Am Sonntag zieht dann traditionell der landesweit größte Straßenumzug durch Dömitz an der Elbe. Dazu werden wieder Tausende Zuschauer am Straßenrand erwartet. Am Aschermittwoch ist dann mit dem Präsidententreffen der Karnevalsvereine - 86 gehören dem Landesverband an - „alles vorbei“. Zu diesem traditionellen Abschluss der Session wird Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) erwartet, die als ausgemachter Karnevalsfan gilt.

Von Iris Leithold, dpa