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Mecklenburg Ermittler nach Feuer: Keine Brandstiftung
Mecklenburg Ermittler nach Feuer: Keine Brandstiftung
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12:31 26.09.2018
In der Wismarer Alstadt hat es am Sonnabend gebrannt. 60 Feuerwehrleute waren nötig, um die Flammen zu löschen.
In der Wismarer Alstadt hat es am Sonnabend gebrannt. 60 Feuerwehrleute waren nötig, um die Flammen zu löschen. Quelle: Wismar TV
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Wismar

Nach dem Feuer am Sonnabend in der Wismarer Altstadt, bei dem ein Haus in der Dankwartstraße brannte (die OZ berichtete), geht die Polizei nicht von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Das bestätigt Jessica Lerke, Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar, gegenüber der OZ. Die Polizei bezieht sich dabei auf das vorläufige Gutachten eines Brandursachenermittlers, der bereits am Sonntag – einen Tag nach dem Feuer – das Wohn- und Geschäftshaus in der Dankwartstraße inspizierte. „Das abschließende Gutachten steht jedoch noch aus und wird dann an die Staatsanwaltschaft übergeben“, erklärt die Polizeisprecherin. Die Beamten gingen zurzeit jedoch von einem technischen Defekt aus. Was aber genau zu dem Brand führte, ist noch immer unklar.

Beim Brand in der Dankwartstraße waren am Sonnabend 60 Feuerwehrleute im Einsatz. Quelle: Nicole Hollatz

Bei dem Feuer am Sonnabendnachmittag waren 60 Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Wismar, der Freiwilligen Feuerwehren Wismar Altstadt und Friedenshof sowie der Freiwilligen Feuerwehr Neukloster im Einsatz. Über mehrere Stunden löschten sie die Flammen. Die Dankwartstraße war über diese Zeit komplett abgesperrt. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Dennoch ist das Haus nun unbewohnbar. Die Familie Stuth, die dort ein Geschäft für Raumausstattung hatte und zudem in den oberen Etagen lebte, hat das Haus verloren, was seit mehr als 80 Jahren in Familienbesitz ist.

Rückwand des Hauses am Markt 18 gesichert

Inzwischen werden die Arbeiten an den beiden Häusern am Wismarer Marktplatz, die im April brannten, fortgesetzt. Bauleute haben begonnen, eine Stahlkonstruktion zur Sicherung der historisch wertvollen Rückwand des Hauses am Markt 18 zu installieren.

Später soll auch der Giebel zur Marktseite mit einem Stahlkorsett gesichert werden. Im Anschluss kann die Holzkonstruktion abgebaut werden. Nach Angaben von Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) ziehen die Bauherren beziehungsweise Eigentümer gut mit. Insofern könne man davon ausgehen, dass zügig weitergearbeitet werde, die Gebäude saniert und teilweise auch neu aufgebaut werden.

Statiker und Denkmalpfleger vor Ort

Die Arbeiten werden von Statikern und Denkmalpflegern begleitet. Während der Sicherungsarbeiten werde außerdem entschieden, was von den Häusern erhalten bleiben kann und was nicht. Das Eckhaus an der Mecklenburger Straße 1 sei anschließend an der Reihe. Erst muss jedoch das Haus am Markt 18 gesichert werden. Daher gibt es auch noch keine Aussagen darüber, wann die Sperrung von der Mecklenburger Straße zum Markt aufgehoben werden kann.

Die beiden denkmalgeschützten Häuser waren bei dem verheerenden Feuer Ende April erheblich zerstört worden (die OZ berichtete). Schaden: mehrere Millionen Euro. Drei Tage lang schlugen Flammen aus den Gebäuden. Die Feuerwehrleute hatten zudem mit immer neuen Glutnestern in Häusern zu tun und wurden von Wehren und Technischem Hilfswerk aus der Region und sogar aus Niedersachsen unterstützt. Seit dem erinnert eine sperrige Holzkonstruktion an der Vorderseite der Häuser an das Feuer, das – im Gegensatz zum Brand in der Dankwartstraße – durch „Instandsetzung“, also vorsätzliche Brandstiftung, ausgelöst worden sein soll.

Heiko Hoffmann und Michaela Krohn