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Mecklenburg A20-Baustellen nerven Pendler in Mecklenburg
Mecklenburg A20-Baustellen nerven Pendler in Mecklenburg
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06:42 16.10.2019
Eine Baustelle an der A20 nahe Wismar. Hier an der Brücke nahe der Ortschaft Greese wird der vierspurige Verkehr auf eine Seite verlagert. Quelle: Fotos: Rolf Barkhorn
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Rostock/Wismar

Die Bundesautobahn 20, kurz A20, durchquert das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern auf einer Länge von rund 300 Kilometern, knapp die Hälfte davon führen seit mehr als 15 Jahren durch Mecklenburg von Grammow im östlichsten Teil des Landkreises Rostock bis zur Wakenitzbrücke am westlichen Ende des Landkreises Nordwestmecklenburg.

A20 ist längst zur wichtigen Lebensader geworden

Damit ist die Autobahn längst zur wichtigen Lebensader und zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Menschen hierzulande geworden. Zum einen profitieren Kommunen und Unternehmen entlang der Trasse von einer verkehrsgünstigeren Lage und Erreichbarkeit. Was sich vor allem in der boomenden Tourismusbranche bemerkbar macht. Zum anderen nutzen hunderte Pendler, die in Lübeck, Hamburg oder anderswo in den alten Bundesländern arbeiten oder studieren (oder umgekehrt) die A20, um mit dem eigenen Pkw schneller an ihren Bestimmungsort zu gelangen. Doch gerade Letzteres ist zu bestimmten Zeiten im Bereich zwischen Rostock und Wismar eher unwahrscheinlich. Denn an der A20 wird in diesem Bereich gleich an zwei mitunter stark frequentierten Abschnitten gebaut (s. Karte).

Das wiederum ist mit Einschränkungen für den Verkehr verbunden. Übliche Praxis ist: Um die eine Seite für die Bauarbeiten freizumachen, wird der Verkehr komplett auf der anderen Seite jenseits des Mittelstreifens entlanggeführt. Zwar bleiben dann in den meisten Fällen vier Spuren, die aber fallen wesentlich schmaler aus, auch aus diesem Grund ist das Tempo dann auf 80 Stundenkilometer, manchmal auch auf 60 Stundenkilometer, zu drosseln. Bei hohem Verkehrsaufkommen kommt es dann nicht selten zu Rückstaus und zähflüssigem Verkehr, was zusätzlich Zeit kostet. „Eine einzige Katastrophe“ meint Jens Sadewasser dazu auf der Facebookseite der OSTSEE-ZEITUNG. Eleonora äußert Verständnis. Sie meint zwar auch, dass die „Baustellen nerven und Zeit kosten“, räumt aber ein: „Es muss ja gemacht werden.“

Galerie zu den Baustellen

In den Engstellen müssen Autofahrer Geduld beweisen

Vor allem das Fahren auf der verengten Spur über eine längere Strecke kostet Nerven. Da kommen Autofahrer schon mal ins Schwitzen, wenn sie gerade einen Sechzigtonner rechts und die provisorisch aufgebaute Leitplanke links neben sich haben. Für die Breite der Behelfsspuren sind Mindestmaße vorgegeben. „Die Pkw-Spur links muss mindestens 2,20 Meter breit sein, die rechte Spur, auf der die Lkw fahren, muss mindestens 2,50 Meter breit sein“, erläutert Roland Normann, Leiter der in der Kreisstadt Güstrow angesiedelten Abteilung Autobahn im Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern. Bei den gegenwärtigen Maßnahmen nahe der Hansestädte Wismar und Rostock sieht der Amtsleiter keine größeren Probleme, die eine Terminverzögerung nach sich ziehen könnten.

Ende November sollen zwei Abschnitte fertig sein.

„Im Gegenteil, dadurch, dass wir bei Wismar den ganzen Sommer keine Unterbrechung hatten, mit der wir erst zu rechnen hatten, werden wir dort etwa sechs Monate früher als geplant fertig. Ende November wird die Maßnahme dort abgeschlossen sein“, stellt Normann in Aussicht. Damit endet dann die über zwei Jahre andauernde Erneuerung des Abschnittes rund um das Wismarer Kreuz. Dort ärgerte sich OZ-Leser Bernd Hedemann erst im vergangenen Sommer mehrfach darüber, dass die Sperrungen ganzer Abfahrten entweder zu spät oder gar nicht ausgeschildert waren.

Überall in Mecklenburg wird an der Autobahn 20 gebaut. Quelle: Zill

Ende November 2019 soll laut Ankündigung des Straßenbauamtes auch der Bauabschnitt etwas weiter westlich zwischen den Abzweigen Bad Doberan und Rostock-Südstadt fertiggestellt sein. Dort wird zurzeit die nördliche Hälfte der Fahrbahn erneuert. Damit einher geht die nur eingeschränkt nutzbare Ausfahrt Rostock-West. Lediglich eine Spur davon ist befahrbar. Wer in umgekehrte Richtung will, muss einen Umweg fahren. Die Auffahrt vom Zubringer Rostock West in Richtung Lübeck (B103) ist gesperrt. Nur die Ausfahrt in die entgegengesetzte Richtung nach Stettin kann genutzt werden. Pech für Lis Bert. Sie schreibt bei Facebook: „Ich muss eigentlich in Rostock West raus, was derzeit nicht möglich ist. Dadurch bin ich gut 10 bis 20 Minuten länger unterwegs. Das nervt mich!“

Warum dauern Baustellen an Autobahnen so lange?

Und Sebastian Palmer meint: „Wo wird denn momentan nicht gebaut?“ und nennt als Beispiele die A20, die A19 sowie die Bundesstraße 105. Auch schiebt er die Frage nach: „Warum dauert das immer so ewig?“ Knapp einen Monat währt beispielsweise die Erneuerung der Fahrbahn auf einem Kilometer Autobahn zwischen den Abzweigen Bad Doberan und Rostock-Südstadt. Hierzu erklärt Amtsleiter Roland Normann: „Die eigentliche Arbeit geht flott voran. Viel Zeit kostet jeweils die Einrichtung einer neuen Baustelle und die Herstellung der Baustellensicherheit.“

Das sei auch einer der Gründe, warum zum Leidwesen vieler Kraftfahrer die Abschnitte meistens auf einer Strecke von mehreren Kilometern gesperrt würden, obwohl vielleicht nur auf einem relativ kurzem Stück gebaut werde. „Würden wir die Bauabschnitte kleiner halten, würden wir für dann mehrere kürzeren Stücke insgesamt noch mehr Zeit für die Einrichtung benötigen“, beschreibt der Straßenbauexperte.

Video zu Baustellen auf der A20

Auch für das gegenwärtige Prestigeobjekt an der A20, denBrückenneubau bei Tribsees im Landkreis Nordvorpommern, gehe es gut voran, ließ Roland Normann in der vergangenen Woche wissen. Doch hier müssen sich Pendler und Urlauber trotzdem noch etwas länger gedulden. Als offizielles Datum für die Fertigstellung wird der 31. Dezember 2020 genannt.

Doch das ist dann im kommenden Jahr entlang der Küstenautobahn nicht die einzige Baustelle, wie einer Mitteilung des Straßenbauamtes zu entnehmen ist. Dort heißt es: „Von März bis Juni 2020 nimmt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Fahrbahn (Abschnitt zwischen Bad Doberan und Rostock-Südstadt - d.Red.) in Richtung Stettin in Angriff. Äquivalent zum ersten Bauabschnitt wird die Richtungsfahrbahn Stettin gesperrt und der gesamte Verkehr über die Gegenfahrbahn geleitet. Dann wird die Anschlussstelle Rostock West in Fahrtrichtung Stettin gesperrt. Die Umleitung erfolgt analog zur Sperrung der Gegenseite.

Die Kosten von insgesamt 4,9 Millionen Euro allein für die Bauarbeiten in diesem Abschnitt der Bundesautobahn 20 übernimmt der Bund.

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Von Rolf Barkhorn

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