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Mittleres Mecklenburg IHK: Gesperrter Wasserweg bringt Flusskreuzfahrer in MV in Bedrängnis
Mecklenburg Mittleres Mecklenburg IHK: Gesperrter Wasserweg bringt Flusskreuzfahrer in MV in Bedrängnis
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14:49 06.03.2019
Symbolbild: Fahrgastschiffe legen ab bzw. an auf der Elde am Plauer See. Die Verbindung über Wasserstraßen von Berlin an die Mecklenburgische Seenplatte ist durch eine Sperrung der Schleuse im nordbrandenburgischen Zaaren beeinträchtigt.
Symbolbild: Fahrgastschiffe legen ab bzw. an auf der Elde am Plauer See. Die Verbindung über Wasserstraßen von Berlin an die Mecklenburgische Seenplatte ist durch eine Sperrung der Schleuse im nordbrandenburgischen Zaaren beeinträchtigt. Quelle: dpa
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Neubrandenburg/Zaaren

Die zusätzliche Sperrung der Wasserstraße zwischen der Müritz und Berlin wegen Bauarbeiten an einer Schleuse im Norden Brandenburgs bringt mehrere Flusskreuzfahrer in Bedrängnis. Wie ein Sprecher der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg am Dienstag erklärte, rechnen Unternehmen der Region mit Verlusten in sechsstelliger Höhe. So hätten Flusskreuzfahrer wie Mike Pickran aus Malchow (Mecklenburgische Seenplatte) viele Reisen etwa nach Prag oder Stettin bereits verkauft und es gebe keine Alternative für die Schiffsroute. Dazu müssten kleinere Hafenbetreiber damit leben, dass etliche Hausbootkapitäne und Schiffstouristen nicht westlich und nördlich von Zaaren (Uckermark) festmachen können.

Schäden in Millionenhöhe befürchtet

Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde sollen die Baumaßnahmen an der Schleuse Zaaren erst am 1. August statt wie bisher geplant zu Saisonbeginn fertig sein. Damit ist die direkte Verbindung über Wasserstraßen aus dem Berliner Raum zur Mecklenburgischen Seenplatte gekappt. Charterunternehmen und Gastronomie befürchten Schäden in Millionenhöhe. „Warum kann man nicht mehrschichtig bauen, um die Baustelle doch schneller fertig zu kriegen“, sagte der IHK-Sprecher. Der Wassertourismus sei für die Seenplatte eine der Hauptbranchen. Man habe sich über Jahre Maßnahmen überlegt, um die Tourismussaison zu verlängern und mehr Touristen ins Land zu locken.

Mehrere Firmen hätten sich ans Bundesverkehrsministerium gewandt, um einen Ausgleich für Einbußen einzufordern. Die Schleuse Zaaren an der Oberen-Havel-Wasserstraße wird jährlich von rund 10 000 Wasserfahrzeugen passiert.

Umweg über Garwitz ab April möglich

Ein Lichtblick: Nach der Sperrung der Schleuse Zaaren soll von Mitte April an zumindest wieder ein weiträumiger Umweg auf Wasserstraßen zur Mecklenburgischen Seenplatte möglich sein. Denn die Bauarbeiten an der derzeit ebenfalls geschlossenen Schleuse Garwitz (Ludwigslust-Parchim) sollen Mitte April abgeschlossen sein. „Wir gehen von einer Öffnung der Schleuse zum 16. April aus“, versicherte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg, Tilmann Treber. Derzeit warte man nur noch auf die Lieferung elektronischer Bauteile.

Nach Öffnung der Schleuse Garwitz können Boote aus dem Großraum Berlin und Brandenburg die Mecklenburgische Seenplatte über die Untere Havel, die Elbe und die Elde-Müritz-Wasserstraße erreichen. Allerdings ist dieser Weg etwa von Potsdam aus mit mehr als 400 Kilometer doppelt so weit wie der gesperrte Weg über die Obere Havel.

Winfried Wagner