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Mittleres Mecklenburg Nach Eurofighter-Crash: Feuerwehrfahrzeuge kontaminiert und nicht einsatzbereit
Mecklenburg Mittleres Mecklenburg Nach Eurofighter-Crash: Feuerwehrfahrzeuge kontaminiert und nicht einsatzbereit
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17:47 28.06.2019
Archiv: Feuerwehrleute löschen an einer der Absturzstellen in einem Feld in der Nähe von Nossentiner Hütte. Am Montag waren zwei „Eurofighter“ in Mecklenburg-Vorpommern nach einem Zusammenstoß in der Luft abgestürzt. Quelle: dpa
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Malchow

Die Fahrzeuge von mindestens neun freiwilligen Feuerwehren sind vier Tage nach dem Absturz von zwei Eurofightern in der Nähe von Nossentin nicht einsatzbereit. Die Einsatztechnik ist durch sogenannte „fiese Fasern“ an den Wrackteilen kontaminiert und muss nun professionell gereinigt werden.

„Ja, das stimmt, wir haben die Fahrzeuge abgemeldet. Sie sind nicht einsatzbereit“, sagt Norbert Rieger, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Mecklenburgische Seenplatte. Es sei eine reine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der Kameraden. Weil die Wrackteile der Flugzeuge zum Teil brannten und gelöscht werden mussten, bestehe die Möglichkeit, dass sich aus den Verbundstoffen Fasern, vergleichbar mit Asbest, herauslösen.

Beim Absturz von zwei Eurofightern der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern ist einer der beiden Piloten ums Leben gekommen. Der zweite überlebte das Unglück am Montag und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Maschinen stießen bei Luftkampfübungen zusammen und stürzten ab.

„Fiese Fasern“ – Gefahr für Rettungskräfte

Immer mehr Fahrzeug- und Flugzeugteile oder hochwertige Fahrräder bestehen inzwischen aus Kohlenstoff- oder Polycarbonatfasern (carbonfaserverstärkter Kunststoff).

Kommt es beim Unfall zur Zersplitterung oder gar zur Verbrennung dieses Werkstoffes, können „fiese Fasern“ freigesetzt werden. Dadurch sind die Helfer bei der Rettung von Personen und der Bergung des Geräts besonderen Gefahren ausgesetzt.

Dringen die Fasern in die Haut ein, können sich diese Stellen entzünden und vereitern. Die größte Gefahr geht von einer Inhalation der Faserstäube aus, die entstehen, wenn die Fasern längere Zeit Temperaturen von mehr als 650 Grad Celsius ausgesetzt sind. Ab einer gewissen Größe sind diese lungengängig und können – vergleichbar mit Asbest – krebserzeugend wirken. Quelle: www.secupedia.info

Die betroffenen Wehren sind: Malchow, Silz, Nossentin, Waren, Jabel, Alt Schwerin, Klink und Grabowhöfe. Wie lange die Fahrzeuge ausfallen, sei noch ungewiss. Die Anzahl der Fahrzeuge konnte Kreisbrandmeister Rieger nicht nennen. Er versichert jedoch, dass die freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Gemeinden im Falle eines Brand- oder Notfalls bereitstehen: „Wir sind eine Solidargemeinschaft und unterstützen uns gegenseitig.

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