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20:45 24.03.2019
Schwergewichtler Jens Tietze hat erfolgreich seinen Gürtel als UBF-Europameister verteidigt. Er schlug Pavel Siska (Tschechien) durch TKO in der vierten Runde, nachdem dieser in der dritten Runde dreimal zu Boden ging. Quelle: Foto: Peter Preuß
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Dorf Mecklenburg

Der Wismarer Profiboxer Jens Tietze (43) hat in Dorf Mecklenburg bei der PSP-Boxnacht seinen Europameistertitel der Universal Boxing Federation (UBF) erfolgreich verteidigt. Der Schwergewichtler besiegte Pavel Siska (Tschechien) durch TKO. Ringrichter Marko Morales (Rostock) hatte den ungleich gewordenen Kampf nach dem dritten Niederschlag in der vierten Runde nach 2:30 Minuten abgebrochen und Siska in die Ecke geschickt. Danach kannte der Jubel in der Mehrzweckhalle keine Grenzen mehr. Noch während der Ringrichter zählte, streckte der Wismarer beide Arme in die Höhe und ließ sich von den 700 Zuschauern feiern. Bereits in der ersten von acht angesetzten Runden musste der Tscheche mit dem Ringboden Bekanntschaft machen. Doch von diesem Schlag konnte sich Siska zunächst noch Sekunden vor der Pausenglocke wieder aufrappeln. Allerdings waren die Schläge, die der 43-jährige Wismarer in der vierten Runde auf die Leber setzte, so hart, dass dem Tschechen förmlich die Luft wegblieb. Marko Morales tat das Richtige und beendete diesen Fight vorzeitig. „Ich freue mich tierisch, dass ich meinen Titel verteidigt habe. Es war eine stressige Vorbereitung. Ich werde nicht jünger. Mit 43 tut es schon ein bisschen mehr weh, als bei einem 30-Jährigen. Danke an das tolle Publikum“, strahlte der zwei Meter große und muskulöse Schwergewichtler über das ganze Gesicht.

Doch nach Tietze feierte mit Niels Schmidt ein weiterer Profiboxer aus Wismar seinen Europameistertitel des International Boxing Forum (I.B.F.). Dafür ließ Schmidt in den vergangenen Wochen einige Kilos an Körpergewicht purzeln. Denn er stieg vom Cruisergewicht (-90,7 kg) ins tiefere Halbschwergewicht (-79,3 kg). Dennoch hat sich die Quälerei des 1,77 Meter großen Wismarer Profiboxers gelohnt. Er ließ von Beginn des Kampfes an keinen Zweifel aufkommen, wer den Ring als Sieger verlassen würde. Niels Schmidt hatte mit dem Finnen Mika Joensuu einen erfahrenen Profiboxer vor die Fäuste gesetzt bekommen, der bereits 26 Mal im Ring der Berufsboxer stand und 15 Mal diesen als Sieger verlassen konnte. Obwohl sich der Finne in der ersten Runde nicht versteckte und mit linken und rechten Geraden, die allerdings meistens auf die geschlossene Deckung von Schmidt landeten, punkten wollte, kam für ihn aber in der zweiten Runde nach 50 Sekunden das Aus. Niels Schmidt traf mit dem rechten Kopfhaken Mika Joensuu genau am Kinn. Dieser fiel um wie ein nasser Sack und schlug dann noch mit dem Hinterkopf auf die Matte. Ringrichter Marko Morales hatte schon längst bis zehn gezählt, da lag der Finne immer noch am Boden. Die Mehrzweckhalle bebte. Die Zuschauer sprangen von ihren Sitzen auf - Niels Schmidt tanzte vor Freude im Ring und schüttelte immer wieder ungläubig seinen Kopf. „Während der Vorbereitung auf diesen Titelkampf legte ich im Training besonders Wert auf meine Schlaghärte. Doch ich habe den K.o. nicht gesucht, weil ich wusste, dass mein Gegner noch nie in seiner Karriere durch einen Kopftreffer K.o. ging. Meine taktische Marschroute war auf den Körper ausgerichtet, um am Ende die nötigen Punkte für den Sieg sammeln zu können. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass dieser Schlag gesessen hat“, sagte der Wismarer Profiboxer, der am 6. April in Rostock schon wieder im Ring stehen wird. „Ich boxe dann um den Fight-Night-Titel und würde mich freuen, wenn mich dann alle wieder unterstützen würden“, fügte er noch hinzu.

Ein gelungenes Comeback feierte der Wismarer Schwergewichtler David Wilken. Nach seiner überraschenden Niederlage im September voriges Jahres an gleicher Stelle, konnte er gegen den Tschechen Radovan Kuca die Oberhand behalten. Während sich beide Faustkämpfer in der ersten Runde noch schadlos abtasteten, ärgerte Radovan den Wismarer mit drei vier harten Schlägen am Körper. Wilken wurde daraufhin böse und trommelte auf den Tschechen dermaßen ein, dass dieser förmlich durch den Ring taumelte. Nach 30 Sekunden in der zweiten Runde beendete Ringrichter Hendrik Schramm (Schleswig-Holstein) den Kampf und erklärte Wilken zum Sieger. „Ich war diesmal sehr gut vorbereitet auf diesen Kampf, hab viel Sparring und Konditionstraining gemacht. Das hat sich gelohnt“, freute sich Wilken.

Die Ex-Weltmeisterin Ramona Kühne machte ihre Ankündigung wahr. Sie hatte im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG versprochen, diesmal von Beginn der ersten Runde an konzentriert in den Kampf zu gehen und Dampf zu machen. Spätestens in der siebten oder achten Runde wollte sie den Kampf gegen Nana Chakhvashvili aus Georgien vorzeitig beenden. Doch solange brauchte die Berlinerin, die in Rangsdorf (Brandenburg) ihr Zuhause hat, nicht warten. Bereits in der dritten Runde streckte sie ihre Gegnerin mit einem linken Aufwärtshaken zum Bauch auf die Bretter. Von diesem Schlag erholte sich diese nicht mehr, so dass ihr Trainer in der Ringecke das Handtuch zur Aufgabe warf. „Ich habe relativ schnell gemerkt, dass meine Gegnerin auf dem Körper nicht so viel abkann. Somit habe ich den kurzen Prozess wahr gemacht und den Kampf vorzeitig beendet“, lächelte die 39-jährige Profiboxerin, die nun einen neuen Titelkampf um die Weltmeisterschaft anpeilt.

Den wohl besten Kampf der PSP-Boxnacht lieferten sich über acht Runden im Mittelgewicht (-72,5 kg Björn Schicke vom Agon-Boxstall und Christian Arvelo aus der Dominikanischen Republik, der in Turin (Italien) lebt. Beide kämpften mit offenem Visier und suchten den vorzeitigen Erfolg. Doch nur einmal kam der Berliner ins Straucheln, als er in der dritten Runde auf die Bretter musste und angezählt wurde. Auch ein Kat unter dem rechten Auge stoppte den Agon-Boxer nicht. Ansonsten sammelte Björn Schicke fleißig Punkte und gewann am Ende auch verdient einstimmig mit 3:0 Richterstimmen. „Björn hat einen tollen Kampf und Moral gezeigt. Ich hoffe, dass er Ende des Jahres um einen WM-Titel boxen kann“, lobte Agon-Sportdirektor Hagen Döring seinen Schützling.

Peter Preuß

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