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Sport Nichts für schwache Nerven – TSG siegt im Spitzenspiel
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12:58 17.12.2018
Marc Hünerbein war mit acht Treffern bester Torschütze im TSG-Team. Quelle: Foto: Daniel Koch
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Wismar

Wer am Sonnabend nicht in der Sporthalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße war, der verpasste ein Handballspiel, das alles zu bieten hatte, spielerische Akzente, Zweikämpfe und Leidenschaft. Die Spannung hielt dabei bis in die Schlusssekunde und erst der Schlusspfiff erlöste die Mannschaft der TSG Wismar und ihre Fans. Mit 28:27 hatten sie das glücklichere Ende für sich und gewannen eine Partie zweier gleichwertiger Mannschaften.

Das Spitzenspiel der MV-Liga zwischen dem Zweiten und dem Dritten hatte 250 Zuschauer in die Halle gelockt und sie sollten ihr Kommen nicht bereuen. Die Spieler waren mit dem Anpfiff auch gleich auf Betriebstemperatur. Das erste Tor im Spiel erzielte Marc Hünerbein, welches die Gäste mit dem Ausgleich durch Johannes Spitzner beantworteten. Und in diesem Gleichschritt sollte es durch die gesamte erste Halbzeit gehen. Beide Mannschaften investierten viel Aufwand in ihrer Abwehrarbeit. Leidenschaftlich hart wurde diese geführt und so den Angriffsreihen das Leben schwer gemacht. Die TSG versuchte es, dass Spiel breit zu machen, um die Warnemünder Defensive auseinander zu ziehen. Dies sollte ihnen gelingen und Michael Boos und Tom Koop konnten von den Außenpositionen erfolgreich abschließen. Die Gäste versuchten, mit ihren gefährlichen Rückraumschützen für viel Gefahr zu sorgen. Diese kamen auch zu ihren Chancen, weil die Wismarer Abwehr sie zu spät attackierte. 10:10 stand es in der 21. Minute, als Wismars Trainer die Grüne Karte zog, eine kurze Zeit zum Luftholen für Spieler und Zuschauer. „Wir begannen gerade, unsere Angriffe nicht mehr so konsequent zu Ende zu spielen.“ erklärte TSG-Trainer Sven Hünerbein seine Auszeit. Doch beide Mannschaften taten sich in den letzten Minuten vor der Pause schwer mit dem Tore werfen. Selbst Überzahlsituationen ließ man aus und so ging es mit einem 12:13 aus Sicht der Gastgeber in die Kabinen. „Wir hatten in der Abwehr bis dahin nicht das richtige Timing und wir agierten zu defensiv. Das wollten wir in der zweiten Hälfte besser machen.“ fasste Sven Hünerbein die Kabinenansprache zusammen. Den besseren Start nach der Pause erwischten aber eindeutig die Gäste. Und in dieser Phase musste die TSG einen weiteren Rückschlag einstecken, als Hannes Jehring beim Stand von 14:16 (33.) die Rote Karte sah. Diesen Moment nutzten die Gäste, um sich auf 14:18 abzusetzen. Nun übernahm Robert Köhler den Part am Kreis und im Abwehrzentrum, und er machte seine Sache gut. Bis zum 17:20 (42.) konnte die TSG aber noch keinen Boden gutmachen. Die eingesetzte Manndeckung des SVW gegen Marc Hünerbein verfehlte ihre Wirkung anfangs nicht. Doch dann ging nochmal ein Ruck durch die Wismarer Mannschaft. Mit einem 6:1-Lauf drehten sie in den folgenden Minuten die Partie. Das 23:21 (48.) für die TSG durch Richard Seidel ließ die Halle lautstark jubeln. Dabei zeigte er sich in dieser Phase auf der für ihn ungewohnten Rechtsaußenposition mehrfach erfolgreich. Für ihn aber kein Problem: „Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt.“ Und auch Andreas Link im Tor machte in dieser Phase gute Möglichkeiten der Gäste zunichte. „Das ist mein Job.“ lächelte er nach dem Spiel und ergänzte: „Die Emotionen von den Rängen haben schon ordentlich gepusht. Super Atmosphäre, das hat Spaß gemacht.“ Aber insgesamt war die Abwehr in dieser Phase für den Gegner schwer zu überwinden. Jedes Tor mussten sie sich hart erarbeiten und auch im Angriff fanden die Wismarer Spieler jetzt Lösungen. Die 27:23-Führung (55.) durch Robert Köhler schien den Weg in Richtung Heimsieg frei zu machen. Aber die Warnemünder gaben sich noch nicht auf. Nach ihrer Auszeit gingen sie in die komplette Manndeckung über. Diese Maßnahme verfehlte auch nicht ihre Wirkung. In den Wismarer Reihen machte sich Verunsicherung breit. „Statt mutig weiter in Richtung Warnemünder Tor zu spielen, wollten wir den Vorsprung nur noch verwalten. Das hätte sich beinahe gerecht.“ musste Sven Hünerbein nach dem Spiel tief durchatmen. Mit einer Auszeit 80 Sekunden vor Ende wollte er seine Mannschaft auf die finale Spielzeit einstellen. Aber Warnemünde kam in Ballbesitz und hatte eine Minute vor Ende den Anschluss hergestellt, 28:29. Danach zitterten sich die TSG-Spieler durch die letzten Sekunden, vergaben allein drei freie Wurfchancen gegen den Warnemünder Torwart Maik Hintze. Doch immer sprang der Ball von ihm ins Seitenaus und Wismar blieb in Ballbesitz. Der Abpfiff ging dann im Jubel der Zuschauer fast unter. Mit einigem Glück hatten sie den Sieg eingefahren. So sah auch der Wismarer Trainer das Spiel „als eine Partie, wo beide Mannschaften den Sieg hätten einfahren können. Beide Teams waren auf Augenhöhe und Kleinigkeiten haben den Ausschlag gegeben. Insgesamt haben aber alle Zuschauer eine gute und mitreißende MV-Liga-Begegnung gesehen.“ Für die Mannschaft ging es danach mit der Weihnachtsfeier in die dritte Halbzeit. „Dafür sammeln wir nochmal alle Kräfte zusammen. Aber es ist gut, dass wir jetzt erstmal etwas durchatmen können. Die Trainer haben bis Jahresende trainingsfrei verschrieben.“ war Felix Schrimpf nach der Partie froh über ein paar freie Tage.

Mit 23:1 Punkten bleiben die Wismarer Handballer auch zum Jahreswechsel auf Platz zwei in der Tabelle der MV-Liga, punktgleich mit dem Spitzenreiter aus Güstrow. Im neuen Jahr geht es dann am 13.01. weiter. Dann geht es im Landespokal zum HSV 90 Waren.

TSG: Robitt, Link; Dettmann, Meiser Boos 3, Schrimpf 4, Seidel 6, Lübkemann, Jehring, Köhler 1, Lürbke, Hünerbein 8, Koop 6/3

Sven Meyer

Keiner der 250 Zuschauer, die beim Spiel der Drittliga-Handballerinnen zwischen dem Tabellenvorletzten TSG Wismar und dem Tabellenzweiten HSG Jörl DE Viöl in der Sporthalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße dabei waren, hat sein Kommen bereut.

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