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Sport TSG-Damen gelingt kein Befreiungsschlag
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Das TSG-Team ist nach der Niederlage beim SV Grün-Weiß Schwerin niedergeschlagen, vorne Vivien Bartlau.
Das TSG-Team ist nach der Niederlage beim SV Grün-Weiß Schwerin niedergeschlagen, vorne Vivien Bartlau. Quelle: FotoS (3): Dietmar Albrecht
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Schwerin/Wismar

Es sollte ein Befreiungsschlag werden, doch am Ende stehen die Drittliga-Handballerinnen wieder mit leeren Händen da. Das Team von Trainer Christoph Nisius (35) hat das Derby gegen den SV Grün-Weiß Schwerin mit 15:18 (7:8) verloren. Dagegen konnten die Gastgeberinnen nach vier Niederlagen in Folge wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Mit sechs Punkten in der Tabelle setzten sich die Landeshauptstädterinnen etwas von der Abstiegszone ab. Die Gäste sind jetzt tief im Tabellenkeller und müssen langsam mit dem Punktesammeln beginnen, wenn sie am Ende der Saison nicht wieder den Gang in die Oberliga Ostsee-Spree machen wollen. „Es hat die Mannschaft gewonnen, die mehr Einsatzwillen zum Tor entwickelt hat“, war CSG-Trainer Nisius sehr enttäuscht. Und weiter: „Unsere Wurfquote war schlimm. Wir haben mehrere Gegenstöße weggeworfen.“ Zur seiner persönlichen Zukunft wollte sich der 35-Jährige nicht äußern.

Große Freude herrschte dagegen nach Spielende bei den Gastgeberinnen. „Wismar hat eine sehr, sehr starke Torhüterin. Deshalb haben wir auch nur 18 Tore erzielt“, lobte der Schweriner Trainer Steffen Franke Justine Spierling. „Vorne hatten wir ein wenig mehr Glück. Wismar kann jetzt überall punkten, Derbys sind etwas Besonderes, eine volle Halle, tolle Stimmung“, hob Franke hervor.

Mit hängenden Köpfen gingen die TSG-Damen vom Parkett. „Ich hätte zwei, drei hundertprozentige Chancen machen müssen“, sagte Linksaußen-Spielerin Vivien Bartlau selbstkritisch. TSG-Präsident Torsten Wehr will erst eine Nacht darüber schlafen und dann entscheiden, wie es weitergeht. „Natürlich sind wir alle enttäuscht. Der Trainer hatte vor dem Spiel verkündet, dass wir hier in Schwerin gewinnen werden. Doch daraus wurde nichts, weil wir auch schlecht gespielt haben“, so Wehr frustriert.

Dabei herrschte vor Spielbeginn viel Optimismus. Beide Teams waren total unter Spannung und konnten den Anpfiff der beiden Schiedsrichter Alexander Kieslich und Morten Renner gar nicht abwarten. Begleitet vom ohrenbetäubenden Lärm, für den die Wismarer Fans mit ihren Trommeln sorgten, legten die Gäste los. Christin Wolter brachte die TSG mit ihrem verwandelten Siebenmeter in Führung (3.). Doch die Antwort der Schwerinerinnen ließ nicht lange auf sich warten. Lea Schmidtke erzielte den 1:1-Ausgleich (4.). Beide Mannschaften gingen miteinander nicht zimperlich um. Das sahen auch die Schiedsrichter. Allerdings schickten sie schon nach etwa zehn Minuten mit Vivien Millrath und Henrike Bibow zwei TSG-Spielerinnen auf die Strafbank. So mussten die Wismarerinnen schon in der Anfangsphase in doppelter Unterzahl agieren. Das nutzen die Grün-Weißen aus und eilten mit drei Toren davon 5:2 (12.). Wer nun gedacht hatte, das Torewerfen geht jetzt munter weiter, sah sich getäuscht. Beide Teams ließen in der Abwehr nicht allzu viel zu 5:4 (21.). Doch beim nächsten Angriff stellten die Schwerinerinnen den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her (6:4). Danach nahm Christoph Nisius die erste Auszeit für die TSG, die sich auch hinterher in zwei Toren auszahlte. Die 20-jährige Celin Kellert sorgte mit ihren beiden Treffern für den 6:6-Ausgleich. Dann gestattete Steffen Franke seinen Spielerinnen auch eine Verschnaufpause und nahm die erste Auszeit. Allerdings konnten die TSG-Damen von der Pause mehr profitieren, denn Kellert markierte ihren dritten Treffer. Damit übernahmen die Gäste nach 23 Minuten wieder die Führung zum 7:6. Großer Jubel brandete im Fanblock der Wismarer kurz auf. Doch als die Schiedsrichter Vivien Bartlau für zwei Minuten auf die Strafbank setzten, nutzen das die Grün-Weißen aus und warfen zwei weitere Tore zur 8:7-Führung (30.). Den besseren Start nach der Pause erwischten auch die Gastgeberinnen. Lisa Slomka und Laura Wichmann erhöhten auf 10:7 (32.). Hoffnung keimte bei den Hansestädterinnen auf, als Vivien Millrath auf 8:10 (34.) verkürzte und Tabea Alm für Schwerin den Siebenmeter nicht ins gegnerische Tor versenken konnte. Doch eine weitere Zeitstrafe für die TSG (39. Kellert) nutzen die Schützlinge von Trainer Steffen Franke aus und erhöhten den Vorsprung auf vier Tore. Danach waren praktisch die Messen gesungen, auch wenn sich die TSG-Damen immer wieder um eine Resultatsverbesserung bemühten. Doch die Schwerinerinnen gaben den Tore-Vorspung bis zum Abpfiff nicht mehr aus der Hand.

Peter Preuß