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Sport TSG verliert und zieht sich vom Leistungssport zurück
Mecklenburg Mittleres Mecklenburg Sport TSG verliert und zieht sich vom Leistungssport zurück
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15:48 03.05.2019
Eine symptomatische Szene nach dem Rückzug der TSG Wismar vom Leistungssport im Damen-Handball: Bei der Verabschiedung der Mannschafskapitänin und Torhüterein, Justine Spierling, flossen schon zuvor Tränen. Quelle: Foto: Daniel Koch
Wismar

Nun ist es amtlich: Nach der 23:28 (12:15)-Niederlage im letzten Saisonspiel in der 3. Liga beim Vizemeister HSG Jörl DE Viöl hat der Vorstand der TSG Wismar die Reißleine gezogen und sich vom Leistungssport im Frauenhandball vorerst verabschiedet. Obwohl die Wismarerinnen als Tabellenzehnte in der Relegation um den Verbleib in der 3. Liga hätten spielen können, verzichtet der Verein darauf. Die Spatzen haben es schon seit einigen Wochen von den Dächern gepfiffen, dass der Verein vor großen logistischen und finanziellen Problemen steht (die OZ berichtete). „Wir werden einen Neustart in der Mecklenburg-Vorpommern-Liga in Angriff nehmen. Dieser Neustart wird von dem neuen Trainer Jörn Harder begleitet, der sein Amt noch im Mai aufnehmen wird“, erklärt Torsten Wehr, Präsident der TSG Wismar. Harder war bereits Trainer in der Saison 2016/17, schied allerdings Anfang Oktober aus gesundheitlichen Gründen wieder aus. Für ihn kam der Lübecker Christoph Nisius, der mit dem Team den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. Doch nach der 15:18-Pleite im Dezember 2018 bei Grün-Weiß Schwerin trennte sich der TSG-Vorstand wieder von Nisius. Danach betreute Christoph Lander (32) in Doppelfunktion als sportlicher Leiter der Abteilung Handball das Drittliga-Team. Der 32-Jährige wird sich jetzt wieder auf seine Aufgaben in der TSG-Geschäftsstelle und als Nachwuchstrainer konzentrieren. Jörn Harder war Coach der zweiten Frauen-Mannschaft, die erfolgreich in der MV-Liga und sogar im Final-Four um den Landespokal spielte.

„Die Gründe für den Rückzug sind vielfältig. Wir haben bis zuletzt nach Möglichkeiten gesucht, den Spielbetrieb in der dritten Liga solide und verantwortungsvoll weiterzuführen“, erklärt der TSG-Präsident.“ Und weiter: „Es besteht die Möglichkeit in die neue Saison zu starten, allerdings ohne die Gewissheit, dass der notwendige Etat vollständig gedeckt ist und der sportliche Erfolg wiederkehrt.“

Mit der Mannschaft habe der Vorstand über die Möglichkeiten einer weiteren Saison in der 3. Liga sowie Oberliga Ostsee-Spree gesprochen. „Viele Spielerinnen wollen diesen Weg nicht mitgehen und haben um Auflösung ihrer Verträge gebeten. Somit besteht auch sportlich keine Grundlage mehr für eine Weiterführung des Spielbetriebes in der dritten und vierten Liga“, meint Torsten Wehr. Beim letzten Heimspiel am 6. April wurden mit der Kapitänin und Torfrau Justine Spierling, Vivien Millrath, Vivien Bartlau, Henrike Bibow, Sophie Powierski und Christin Wolter die absoluten Leistungsträgerinnen des TSG-Teams verabschiedet. Weitere Spielerinnen aus der Mannschaft haben ebenso ihren Rückzug angekündigt. Hinzu kommt, dass die Sporthalle als Heimstätte der TSG-Handballerinnen für zwei Jahre wegen Sanierungsarbeiten gesperrt und nicht zur Verfügung stehen wird.

Bereits in den Jahren zuvor sei es ein Kraftakt gewesen, den Spielbetrieb sicherzustellen. „Die Nachwirkungen sind bis heute im Gesamtverein spürbar“, sagt der TSG-Präsident. Leider habe auch das Zuschauerinteresse über die Jahre in der 3. Liga nachgelassen. „Daher haben wir nach ausgiebigen Diskussionen und einigen schlaflosen Nächten uns dazu entschieden, einen sauberen Schlussstrich zu ziehen und nicht mit einem unkalkulierbaren Risiko in die neue Saison zu gehen,“ bedauert der TSG-Präsident im Namen seines Vorstandes. Diese Entscheidung sei aus Sicht des Gesamtvereins mit seinen etwa 600 Mitgliedern unausweichlich. Nun wolle sich der Verein voll auf die Nachwuchsarbeit konzentrieren, die in den letzten Jahren zu kurz gekommen sein soll. „Dadurch fehlen Talente aus den eigenen Reihen, die erfolgreich in die erste Frauenmannschaft integriert werden können“, ergänzt Torsten Wehr.

Mit dem Rückzug vom Leistungssport wird in Wismar eine lange Tradition begraben. Die erste Damen-Handballmannschaft spielte insgesamt 20 Jahre in der DDR-Oberliga, vier Jahre in der 1. Bundes- und 16 Jahre in der 2. Bundesliga sowie sechs Spielzeiten in der 3. Liga.

Peter Preuß

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