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17:15 05.03.2019
Toni Hoffmann (MC Vellahn) auf seiner MX-Maschine KTM 450 ccm mit der Startnummer 34. Der Wismarer gehört zu den besten Motocross-Fahrern von Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: Foto: Michael Hoffmann
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Wismar/Vellahn

Den 13. Mai 2017 wird der 24-jährige Toni Hoffmann in seinem Leben nicht mehr vergessen. Denn an diesem Tag schien sein Traum als Profi-MX-Motocross-Fahrer wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Mit seiner Maschine KTM 450 ccm startete er beim ADAC-MX-Masters-Rennen in Mölln. Nachdem sich die Rennfahrer auf die Strecke begaben, passierte das Unglück. Der Wismarer stürzte bei einem Sprung und verlor dabei fast sein linkes Bein. „Toni erlitt einen offenen Unterschenkelbruch. Auch sein rechter Arm war gebrochen“, erinnert sich seine Mutter Andrea Voigt (50) nur ungern an diesem Tag. Sie hatte damals nicht mehr damit gerechnet, dass ihr Sohn noch einmal auf eine Rennmaschine steigen würde.

Doch die Ärzte vollbrachten ein Wunder und „flickten“, wie der 24-Jährige heute mit einem Lächeln im Gesicht erzählt, alles wieder zusammen. Nun war Geduld gefragt. „An einer Fortsetzung meiner erst jüngst begonnenen Profikarriere als Motocross-Fahrer, war damals nicht mehr zu denken. Deshalb nahm ich ein Studium in Lübeck auf und werde es im Juni als staatlich anerkannter Elektrotechniker beenden“, erklärt der 24-Jährige.

Es dauerte genau ein Jahr nach seinem schweren Unfall. Auf den Tag genau stieg Toni Hoffmann wieder auf seine Maschine und ging im Feld der Top-Fahrer erneut bei den ADAC-MX-Masters an den Start. Diesmal allerdings konnte er das Rennen ohne große Blessuren beenden. „Das schöne ist, ich fahre wieder. Ich werde das beenden, was mir nach meinem Profidebüt verwehrt blieb: national alle wichtigen Rennen mitnehmen - die ganze Masters Serie. Vorne fahren! Für Mecklenburg“, beißt Toni Hoffmann die Zähne zusammen und gibt sich kämpferisch. „Natürlich fährt bei mir bei jedem Rennen die Angst mit“, gibt seine Mutter ehrlich zu. „Aber, es ist sein Leben und er ist dabei glücklich“, fügt Andrea Voigt noch hinzu.

Die Leidenschaft für den Motorsport entdeckte er bereits mit drei Jahren. „Ich fuhr zum ersten Mal auf einem Crossgefährt. Meine gesamte Kindheit war geprägt von der Lust und dem Willen, Crossmotorräder durch das Gelände zu bewegen. Meine Eltern waren dabei meine größten Unterstützer“, erinnert sich der 24-Jährige. Sein erstes Rennen fuhr er bereits mit vier Jahren „Danach war mein Ziel klar: Ich wollte Motocross-Fahrer sein. Es wurde das Wichtigste in meinem Leben“, schwärmt er förmlich für diesen Sport.

Seit seinem sechsten Lebensjahr ging Toni Hoffmann an den Start und füllte die Vitrine in seinem Zimmer zu Hause mit vielen Sieger-Trophäen. Mittlerweile wurde er sieben Mal Landesmeister von Mecklenburg-Vorpommern. Dann kam der Punkt, wo er sich entscheiden musste. „Mit voranschreitender Professionalisierung wurde es schwieriger: Training, Arbeit und Motorradpflege alles unter einen Hut zu bringen. Ich merkte, Talent und Wille allein reichen nicht mehr aus. Deshalb musste ich mich entscheiden zwischen Beruf und Passion oder Profi zu werden“, erklärt Toni Hoffmann. Er entschied sich für eine Profikarriere. Das war vor zwei Jahren. Trainer des Wismarer Rennfahrer wurde der ehemalige neunfache russische Meister Sergey Garin, der in Berlin lebt. Zusätzlich hatte er sich einen Mechaniker in sein Team geholt. „Mein damaliger Arbeitsvertrag wurde geändert, so dass ich mehr trainieren konnte. Zwei bis dreimal die Woche bin ich noch heute auf der Straße und halte mich durch Ausdauer- und Kraftübungen fit und nutzte auch die Physiotherapie“, plaudert Toni Hoffmann aus seinem Rennsportalltag. Der Start ins Profigeschäft war erfolgreich. Er erreichte bei einem internationalen Rennen eine Top-Platzierung und qualifizierte sich für das Finalrennen bei den ersten zwei MX-Masters-Events. Bei den deutschen Meisterschaften belegte der Wismarer den neunten Rang.

Doch beim dritten MX-Masters-Rennen war plötzlich alles vorbei, nachdem er so schwer in Mölln gestürzt war. Doch seine Leidenschaft gibt Toni Hoffmann nicht auf, sondern verfolgt neben seinem Studium unbeirrt seine sportliche Motocross-Karriere, die allerdings für eine Saison sehr kostenaufwändig ist. Alleine für den Transport und Unterhalt benötigt er 5000 Euro. Das Material für die Rennmaschine verschlingt 13000 Euro. Hinzu kommen 2000 Euro für Bekleidung und Ausrüstung sowie 13 500 Euro für das Training und Fitness. „Ich freue mich über jeden Sponsor, der sich auf meine Rennkleidung wiederfindet“, so der Wismarer. Auch seine Oma, Karin Lechner, die als Seniorenbeauftragte für die SPD in der Wismarer Bürgerschaft vertreten ist, gehört zu seinen Unterstützern und Sponsoren.

Peter Preuß

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