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Mittleres Mecklenburg Verfolgungsjagd: Polizisten schießen auf Auto
Mecklenburg Mittleres Mecklenburg Verfolgungsjagd: Polizisten schießen auf Auto
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11:33 25.01.2019
Die Polizisten schossen auf die Reifen des Fluchtfahrzeugs, nachdem der Fahrer zwei Streifenwagen gerammt hatte, die ihm den Weg versperrten. Quelle: Susan Ebel
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Neustrelitz/Mirow

Nach einer filmreifen Verfolgungsjagd mit Schüssen bei Mirow (Mecklenburgische Seenplatte) ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen 23 Jahre alten Autofahrer. „Es besteht der Anfangsverdacht des versuchten Totschlags“, sagte die Sprecherin der Neubrandenburger Behörde, Beatrix Heuer, am Freitag.

Das war passsiert: Polizeibeamte des Polizeihauptreviers Neustrelitz wollten am Donnerstagabend gegen 21.25 Uhr auf der B96 ein Fahrzeug im Rahmen einer Verkehrskontrolle anhalten. Der Fahrer entzog sich der Kontrolle und flüchtete auf die B198 bis hinter Mirow, teilte die Polizei mit.

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Erst in Höhe der Jugendherberge habe die Flucht ein abruptes Ende gefunden. „Der Wagen verließ mit hoher Geschwindigkeit die Bundesstraße und steuerte auf das Gelände der Jugendherberge zu“, schilderte ein Polizeisprecher die Situation. „Kurz darauf konnte das Fahrzeug um 21.35 Uhr durch mehrere Streifenbesatzungen, unter anderem auch aus Röbel, gestoppt werden.“

Klicken Sie hier, um weitere Fotos von dem Geschehen zu sehen, das sich in der Nacht zu Freitag bei Mirow ereignet hat.

Fahrer wollte Blockade aus Streifenwagen durchbrechen

Der Fahrer habe mit seinem Wagen versucht, erneut zu flüchten und dabei zwei Streifenwagen gerammt. „Das wäre versuchter Totschlag“, sagte Heuer. „Zur Verhinderung der Flucht wurden durch die Beamten mehrere Schüsse auf die Reifen des Fahrzeugs abgegeben“, so der Sprecher.

Der Fahrer und zwei 18-jährige Insassen wurden dann festgenommen. Der Wagen, der – wie sich später herausstellte – nicht zugelassen war und Kennzeichen eines anderen Autos hatte, sollte wegen „ungewöhnlicher Fahrweise“ auf der Bundesstraße 96 bei Neustrelitz kontrolliert werden. Der Tatverdächtige habe aber plötzlich Gas gegeben.

Der Fahrer sei wegen Drogendelikten bereits polizeibekannt. Für ihn wird ein Haftbefehl geprüft. Das falsche Kennzeichen hatte ein MST-Kürzel für den Altkreis Mecklenburg-Strelitz.

Polizei ermittelt zur Flucht und den Schüssen

Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt, jedoch entstand ein Sachschaden von circa 8.000 Euro. Die Umstände der Flucht und der Schussabgabe sollen die weiteren Ermittlungen ergeben. Die kriminaltechnischen Untersuchungen am Tatort waren erst gegen 2.30 Uhr beendet.

Bei den Insassen handelt es sich um eine Frau und einen Mann aus der Region Neustrelitz.

Wie gefährlich sind Mecklenburg-Vorpommerns Straßen? Jeden Tag ereignen sich durchschnittlich 157 Unfälle in Mecklenburg-Vorpommern. Diese traurige Bilanz macht Hoffnungen zunichte, die durch deutlich rückläufige Unfallzahlen und weniger Verkehrstote zu Jahresbeginn entstanden waren. Wie das Innenministerium in Schwerin unter Bezugnahme auf die vorläufige Unfallstatistik bekanntgab, stieg die Zahl der Unfälle auf rund 28 600.

RND/Susan Ebel/kha