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Mecklenburg Neun Schiffe mit 5000 Passagieren in Wismar
Mecklenburg Neun Schiffe mit 5000 Passagieren in Wismar
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17:50 17.12.2018
Die "Albatros" war am Montag das letzte Kreuzfahrtschiff 2018 in Wismar. Gegen 11 Uhr legte 205 Meter lange Schiff an. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Mit der 205 Meter langen „Albatros“ ist am Montag das Kreuzfahrtjahr in Wismar zu Ende gegangen. Fast 800 Passagiere waren an Bord. Mit Glühwein und einem Konzert in St. Georgen wurden die Gäste festlich verabschiedet. Am Abend legte das Schiff ab.

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„Uns hat es sehr gut in Wismar gefallen. Das Konzert, all die Bürgerhäuser“, schwärmt Monika Feldmann, die in der Nähe von Bonn zu Hause ist. Sie war mit der „Albatros“ bereits am 3. Dezember ist Wismar. Vor einer Woche hatte das Schiff wegen schwieriger Windverhältnisse einen Bogen um Wismar gemacht. Am gestrigen Montag hat es geklappt.

2018 waren in Wismar neun Kreuzfahrtschiffe mit rund 5000 Passagieren. Einige Anläufe sind wegen Wetterproblemen ausgefallen. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden, es könnten aber mehr sein, daran arbeiten wir“, so Veit Hürdler, der zusammen mit Seehafen-Chef Michael Kremp Geschäftsführer des Columbus Cruise Center Wismar ist.

Schiffsankünfte 2019

25. April: Astoria

5. Mai: Astor

26. August: Albatros

17./18. August: Amadea

28. August: Deutschland

28. September: Hebridian Sky

2. Oktober: Amera

3. Oktober: Marco Polo

Das Dienstleistungsunternehmen für das Kreuzfahrtgeschäft kündigt für 2019 acht Schiffe mit rund 4800 Passagieren an. „Zwei Highlights werden wir haben“, blickt Hürdler voraus. Am 5. Mai wird es erstmals einen Passagierwechsel in Wismar geben, wenn die „Astor“ in den Hafen einläuft. Das 176 Meter lange Schiff wurde 1987 für 578 Passagiere fertiggestellt. Hürdler: „Die Markthalle nutzen wir als Terminal. Sie bietet alles, was wir benötigen.“ Die Halle sei groß genug für Gepäckkontrollen und zum Sortieren des Gepäcks.

„Wir freuen uns auch darum besonders, weil es zwei weitere Unternehmen gibt, die an einem Passagierwechsel in Wismar interessiert sind“, so der CCCW-Geschäftsführer. Passagierwechsel sind sowohl für Kreuzfahrtunternehmen attraktiv als auch für die Städte, weil zum Beispiel Hotels häufig von Vor- und Nachprogrammen vor Ort profitieren.

Entwicklung der Kreuzschifffahrt

15. September 1994: Die Kombifähre „Norröna“ läuft zum ersten Mal mit etwa 250 Passagieren von Wismar in Richtung des schottischen Hafens Newcastle aus. Doch die erhoffte 36-stündige Fährverbindung erwies sich als Flop.

18. Juli 1997: Als erstes Passagierschiff nach der Wende macht die damals unter italienischer Flagge fahrende, 155 m lange „Silver Cloud“ im Überseehafen fest.

2003 im Sommer: Die „Lili Marleen“, einst einziger deutscher Passagier-Großsegler der Neustädter Reederei Deilmann, lief mehrmals den Alten Hafen an.

3. September 2008: Das Motorschiff „Europa“ macht zum ersten Mal in Wismar fest. Es folgen weitere Anläufe am 25. August 2009 und am 22. August 2010.

15. August 2010: Das Traumschiff MS „Deutschland“ steuert den Wismarer Hafen an.

2011 gab es keine Ankünfte von Passagierschiffen.

2012 legte nur ein Schiff an.

2013 gab es drei Anläufe.

2014: Das bis dahin beste Jahr mit 12 Kreuzfahrtschiffen.

2015 wurden sechs Kreuzliner begrüßt.

2016 gab es acht Anläufe mit 4300 Gästen.

2017: Elf Urlauberschiffe mit 8000 Passagieren und rund 3000 Crewmitgliedern waren in Wismar.

2018: Neun Kreuzfahrtschiffe mit 5000 Passagieren haben Wismar besucht.

Zweiter Höhepunkt sind im August zwei Kreuzfahrtanläufe im Rahmen des Schwedenfestes. Die „Albatros“ wird am Freitag, 16. August, Wismar anlaufen und wieder verlassen. Einen Tag später legt die „Amadea“ an und bleibt über Nacht, sodass das Schiff am Sonntag, 18. August, ablegt.

Zur Zukunft des Kreuzfahrttourismus sagt Veit Hürdler: „Wir haben noch Luft nach oben. 20 Schiffe pro Jahr sind gut für den Standort, es dürfen auch ein paar mehr sein.“ 50 Schiffe seien kein Ziel. „Klein, aber fein“, so solle Wismar entwickelt werden. Hürdler: „Wir wollen nicht, dass die Bevölkerung sagt, schon wieder kommt ein Kreuzfahrtschiff.“

Die Aufritte des Schützenvereins, des Shanty-Chors, die Stadtpläne für Kreuzfahrtgäste, die Studenten in historischen Trachten verteilen – das komme bei Passagieren und Reedereien gut an. Wismar biete mit der Lage am Alten Hafen, kurzen Wegen und Stadtführungen in der Welterbestadt sowie mit Ausflügen nach Berlin und Schwerin tolle Möglichkeiten.

Neben dem Ziel von 20 bis 30 Schiffsanläufen pro Jahr gelten für Wismar noch zwei weitere Hausnummern. Die Urlauberschiffe sollten nicht mehr als 1000 Passagiere an Bord haben und nicht länger als 240 Meter sein. Die Zufahrt von der Insel Poel in den Hafen sei für längere Schiffe mit einem Risiko verbunden, so Hürdler, der weiter sagt: „1000 Passagiere kann die Stadt gut verkraften, aber mehr nicht.“ Dass der Markt angesichts der boomenden Mega-Kreuzliner für kleinere Kreuzfahrtschiffe dünner wird, sieht Veit Hürdler nicht. „Auch dieser Markt wächst weiter.“

Gegen 11 Uhr legte die „Albatros“ am Montag an.

Die Hansestadt hat in den Ausbau der Infrastruktur (Kaianlage, Straße, Parkplatz, Leitungen, Sicherheit) für das Kreuzfahrtgeschäft investiert. Gebaut werden soll noch ein 120 bis 150 Meter langer Dalbensteg, um den Liegeplatz für größere Schiffe zu verlängern. Außerdem soll im zweiten Anlauf ein Abfertigungsgebäude im Bereich Stockholmer Straße/Busparkplatz entstehen. Hier werden dann Zoll und Bundespolizei Passagiere und Crew kontrollieren. Stadtsprecher Marco Trunk: „Die Planung ist noch nicht abgeschlossen. Wir gehen derzeit davon aus, dass noch in 2019 begonnen werden kann.“ Angaben zu den Kosten gibt es noch nicht.

Columbus Cruise Center Wismar

Im Herbst 2012 wurde die Columbus Cruise Center Wismar GmbH (CCCW) als maritimes Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für Kreuzfahrtpassagiere, Reedereien, Reiseveranstalter und Schiffsmakler aus der Taufe gehoben.

Gegründet haben es zu je 50 Prozent die Seehafen Wismar GmbH und die Columbus Cruise Center Bremerhaven GmbH. Damit wurde die Vermarktung in professionelle Hände gelegt. Geschäftsführer des CCCW sind Seehafen-Chef Michael Kremp und Veit Hürdler, der auch Geschäftsführer in Bremerhaven ist.

Heiko Hoffmann

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