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Östliches Mecklenburg Bund bestätigt: A 20 sackt an zwei weiteren Stellen in MV ab
Mecklenburg Östliches Mecklenburg Bund bestätigt: A 20 sackt an zwei weiteren Stellen in MV ab
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13:42 03.05.2019
A-20-Krater bei Tribsees, bevor die Behelfsbrücke stand. Am weiteren Stellen, bei Sanitz und Neubrandenburg, sackte die Fahrbahn auf Moor ab. (Archivfoto) Quelle: dpa
Rostock

Das Horror-Thema Autobahn-Schaden im Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern setzt sich fort: Die A20 droht offenbar an weiteren Stellen abzusacken. Nach dem Bruch der Trasse bei Tribsees mit 160 Millionen Euro Folgekosten, Umleitung und Super-Staus haben die Behörden zwei weitere Schadstellen entdeckt. Bei Sanitz östlich Rostocks und nahe Neubrandenburg sackte die Piste über Torfschichten ab. Grund sei der trockene Sommer 2018 gewesen.

„Das ist kritisch“, schätzt Claudia Müller ein. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen aus Stralsund und ihr Dresdner Kollege Stephan Kühn haben eine umfangreiche Anfrage zum Zustand der A 20 an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gerichtet.

Müller (Grüne): „Schnelligkeit ging vor Gründlichkeit“

Vor rund 20 Jahren wurde die Autobahn als besonderes Verkehrsprojekt der Deutschen Einheit durch MV gebaut, an vielen Stellen auf Moor. „Hier ging Schnelligkeit vor Gründlichkeit“, urteilt Müller. Anlass: Das Bundesministerium räumt zwei weitere Schäden an der A 20 ein.

Kommentar zum Thema: Ursache für A-20-Schäden muss offengelegt werden

Im Bereich „Speckmoor“ bei Sanitz (Landkreis Rostock) und bei Neubrandenburg seien bei Bohrungen „Setzungserscheinungen“ festgestellt worden –Kilometer 140,5 und 270. Bei Sanitz auf der „Richtungsfahrbahn Stettin“, bei Neubrandenburg beidseitig. „Durch die extreme Hitze im Jahre 2018 verloren die unten liegenden Torfschichten Wasser und gaben auf Grund des Dammgewichtes nach“, heißt es aus dem Ministerium. Beide Stellen stünden daher „weiter unter Beobachtung“. Die Rede ist bereits jetzt von „notwendigen Sanierungsarbeiten“.

Bei Sanitz und Neubrandenburg ist die A 20 abgesackt. Quelle: Arno Zill

Müller ist entsetzt. Sie fordert: Zur A 20 müssten jetzt endlich alle Fakten auf den Tisch. „Die Salami-Taktik des Ministeriums bei Informationen muss ein Ende haben.“ Denn viele Fragen seien unbefriedigend oder gar nicht beantwortet worden. So soll ein Gutachten zur Ursache des A-20-Bruchs bei Tribsees erst im Frühjahr 2020 vorliegen, zweieinhalb Jahre nach dem Super-GAU.

Die Behelfsbrücke über den inzwischen verschwundenen Krater an der A 20 bei Tribsees ist in Betrieb. Für die OZ eine gute Gelegenheit, zurückzuschauen.

Bereits zwischen 2006 und 2014 seien nach „Setzungen“ Reparaturen am Asphalt der A 20 bei Tribsees nötig gewesen, räumt das Scheuer-Ministerium ein. Anlass für Ursachenforschung habe man damals nicht gesehen, sei davon ausgegangen, dass das Bauwerk „den erforderlichen Belastungen standhalten wird“. 2017 rutschte dann der Damm auf 80 Metern Länge weg.

Verkehrsministerium versichert: Kein Grund zur Sorge

Laut Schweriner Verkehrsministerium ist die A 20 bei Sanitz um bis zu sechs, bei Neubrandenburg um bis zu fünf Zentimeter abgesackt. Grund zur Sorge bestehe nicht, versichert Sprecherin Ulrike Sennewald. Die Torfschicht sei dort nur etwa einen Meter dick. Es sei „kein Grundbruch zu befürchten“. Vorsorglich habe man die Höchstgeschwindigkeit auf 130 Kilometer pro Stunde reduziert. Die Stellen würden überwacht.

Betroffene sind besorgt. „Die Autobahn ist die Lebensader für die touristischen Gebiete im Land“, sagt Tobias Woitendorf, Tourismusverband MV. Zwar haben die Gastgeber auch das Autobahn-Loch von Tribsees überstanden. „Es war aber für alle eine ganz schöne Belastung“, so Woitendorf. Für die Wirtschaft sei die A 20 die „wichtigste Ost-West-Verbindung“, so Jens Rademacher, IHK Rostock. „Sie muss durchgehend leistungsfähig zur Verfügung stehen.“ So etwas wie „das A-20-Loch bei Tribsees“ dürfe sich nicht wiederholen.

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Frank Pubantz

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