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Östliches Mecklenburg Ehrenamt: Spaß steht an erster Stelle
Mecklenburg Östliches Mecklenburg Ehrenamt: Spaß steht an erster Stelle
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19:00 22.10.2019
Franz-Martin Schäfer, Justiziar der Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement, in seinem Güstrower Büro. Quelle: André Hamann
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Güstrow/Bad Doberan

Der Weg zum Ehrenamt – in vielen Fällen ist er gar nicht so weit. „Jede Person kann sich engagieren“, sagt Franz-Martin Schäfer, Justiziar der Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement mit Sitz in Güstrow. „Bei der Ausübung des jeweiligen Ehrenamtes sollte die Möglichkeit der Verwirklichung der persönlichen Interessen im Vordergrund stehen – das Ehrenamt sollte zu der eigenen Person passen.“ Ob spontane und zeitlich begrenzte Aktion oder festes Ehrenamt im Verein: „Wichtig ist, dass es zur Lebenssituation passt und Spaß macht“, erklärt Schäfer. „Der Spaßfaktor ist übrigens der in Befragungen angegebene Hauptgrund für Engagement.“

Erhebungen zeigten, dass engagierte Menschen länger leben: „Wer sich engagiert, ist nicht nur in die Gemeinschaft integriert, sondern entwickelt sich auch persönlich weiter.“ Man lerne viel im Ehrenamt und könne sich außerdem weiterbilden, macht Schäfer deutlich: „Die Bildung von Netzwerken und das Nutzen von Synergien, also der Umgang mit anderen Menschen, erhöhen automatisch den Spaßfaktor der bürgerschaftlich engagierten Person – erst recht, wenn diese Person Anerkennung zurückbekommt.“

Erste Entscheidung: Art des Engagements

Zunächst sei jedoch im Vorfeld wichtig, sich über die Art des Engagements klar zu werden, betont der Justiziar: „Möchte man mit Menschen zu tun haben, möchte man sich in Verbindung mit der Natur engagieren oder sollte das Engagement zum Beispiel technisch orientiert sein.“ Mit diesem Wissen könne der Interessent etwa nach entsprechenden Vereinen oder Organisationen in der Umgebung suchen, damit die Anfahrtswege nicht zu weit sind.

„Hier in MV besteht natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass das passende Ehrenamt nicht direkt ,vor der Haustür‘ liegt“, sagt Franz-Martin Schäfer. „Bei dieser Suche sind die ,Mitmachzentralen‘ in den Landkreisen oder auch das Online-Portal der Ehrenamtsstiftung eine gute Adresse – dort findet man Mitmach-Angebote thematisch und regional sortiert.“ Auch der zeitliche Umfang des Engagements sei definiert.

Eigene Fähigkeiten und Zeitfaktor wichtige Punkte

„Man sollte sich danach überlegen, ob der Einsatz mit den eigenen Fähigkeiten und den zeitlichen Vorstellungen harmoniert“, erklärt Schäfer. „Der Umstand der Freiwilligkeit bietet den Vorteil, dass man es erst einmal ausprobieren kann – und hat dann die Möglichkeit, das Engagement ruhen zu lassen oder auszusteigen, wenn es mal nicht zu den eigenen Lebensumständen passt.“ Auch Weiterbildungsmöglichkeiten für das Engagement sollten abgefragt werden.

„Aus rechtlicher Sicht wäre wichtig zu wissen, ob der Verein den Ehrenamtlern im Falle eines Schadens durch eine Vereinshaftpflichtversicherung einen Versicherungsschutz bietet“, macht der Justiziar deutlich. „Bei bestimmten Tätigkeiten, etwa beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen, benötigt der Ehrenamtler ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis.“

Versicherungsschutz nicht aus den Augen verlieren

Darüber hinaus könnten sich Ehrenamtler zunächst über ihre eigene Haftpflichtversicherung absichern: „In den neueren Haftpflichtschutzverträgen ist das bürgerschaftliche Engagement explizit im Versicherungsschutz mit aufgenommen – bei älteren Verträgen sollte man bei der Versicherung nachfragen und diesen Punkt unter Umständen nachverhandeln.“ Als weiterer Baustein sei es sinnvoll, wenn der Verein eine eigene Haftpflichtversicherung für seine Ehrenamtler abgeschlossen habe, sagt Franz-Martin Schäfer: „Für Initiativen, also Zusammenschlüsse von Menschen, die sich außerhalb von Vereinsstrukturen engagieren, gibt es die Sammelhaftpflichtversicherung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.“

Serie Ehrenamt

In einer Serie geht die Lokalredaktion Bad Doberan dem Ehrenamt im Landkreis Rostock nach. Wo bekommen Ehrenamtler Unterstützung für ihre Arbeit, was können sie an finanzieller Hilfe beantragen, wer engagiert sich wo im Landkreis Rostock ehrenamtlich und warum? Wie gründet man einen Verein oder löst ihn auf? Wer profitiert vom Ehrenamt? Die nächste Folge erscheint am 30. Oktober.

Eine Sammelunfallversicherung habe das Land für ehrenamtlich Engagierte sowohl für Vereine als auch für Initiativen abgeschlossen: „Man ist dort automatisch abgesichert, wenn keine andere Versicherung greifen sollte.“ Ein Beispiel: „Eine Initiative mehrerer Personen organisiert eine Strandsäuberungsaktion“, erklärt Schäfer. „Diese Initiative ist kein Verein und besteht aus freiwilligen Helfern. Sie wäre sowohl über die Landessammelhaftpflichtversicherung als auch über die Sammelunfallversicherung abgesichert, weil die Helfer sich in diesem Falle für ein zeitlich befristetes Projekt bürgerschaftlich engagieren.“

Grundsätzlich sei es jedem möglich, sich mit Zeit, Ideen und Know-how einzubringen: „Wo und wie auch immer die bürgerschaftlich Engagierten es möchten.“

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