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Östliches Mecklenburg Wenn der Weihnachtsbaum brennt: So lange brauchen Feuerwehren in MV zum Einsatzort
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Studie: Feuerwehren in MV brauchen zu lange zum Einsatzort

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16:27 24.12.2021
Eigentlich soll die Feuerwehr innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort sein. Aber das klappt in vielen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns nicht. (Symbolbild)
Eigentlich soll die Feuerwehr innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort sein. Aber das klappt in vielen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns nicht. (Symbolbild) Quelle: Tilo Wallrodt
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Weitenhagen/Bartow

Feuerwehren in ländlichen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns brauchen häufig länger zum Einsatzort als vorgesehen. Das geht aus einer aktuellen bundesweiten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach ist vor allem der Osten des Landes betroffen. In Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) etwa ermittelten die Datenexperten einen Wert von 23,8 Minuten, in Bartow (Mecklenburgische Seenplatte) gar von 25,6 Minuten. Aber auch in anderen Regionen wird vielfach die grundsätzlich geltende Frist von zehn Minuten überschritten.

26000 Feuerwehren bundesweit einbezogen

Für die Studie haben die IW-Datenexperten nach eigenen Angaben die Geokoordinaten von rund 26 000 Feuerwehren in ganz Deutschland, die im Open Street Map Datensatz hinterlegt sind, berücksichtigt und berechnet, wie lange die Fahrt ohne Stau oder andere Hindernisse zu 95 Prozent der Haushalte in der jeweiligen Region dauert. Für die Auswertung wurde von jedem Punkt zu den drei geografisch nächstgelegenen Feuerwachen die Fahrzeit ausgerechnet. Die daraus resultierenden kürzesten Fahrzeiten wurde für die Berechnungen auf Gemeindeebene verwendet.

Gemessen wird nur die reine Fahrzeit, keine Anreise zur Wache und keine Rüstzeit. Daher vermuten die Analysten, dass vor allem Freiwillige Feuerwehren zum Einsatzort tatsächlich länger brauchen als berechnet.

Freiwillige Feuerwehren sind Rückgrat des Brandschutzes

Von allen Feuerwachen in Deutschland sind nur etwa fünf Prozent Berufsfeuerwehren, alle anderen zählen zur Freiwilligen Feuerwehr. Ohne sie wären die Anfahrtszeiten besonders auf dem Land um ein Vielfaches länger, da die hauptberuflichen Brandschützer aus weit entfernten größeren Städten anrücken müssten.

Gerade die Weihnachtszeit ist brandgefährlich: Adventskerzen und Weihnachtsbäume gehen in Flammen auf. Rund 29000 Brände seien bundesweit im Durchschnitt zu bekämpfen, meldet der Verband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Von OZ/rh