Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Östliches Mecklenburg Zweieinhalb Jahre Haft in Neubrandenburger Drogen-Prozess verhängt
Mecklenburg Östliches Mecklenburg Zweieinhalb Jahre Haft in Neubrandenburger Drogen-Prozess verhängt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:37 05.04.2019
Das Landgericht Neubrandenburg hat einen 30-Jährigen zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen Drogenhandels in größerem Stil verurteilt. Quelle: Marcus Brandt/dpa
Anzeige
Neubrandenburg

Im Prozess um Drogenhandel in größerem Stil ist der 30 Jahre alte Angeklagte zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Neubrandenburg sprach den ehemaligen Bundeswehrangehörigen aus Waren an der Müritz am Freitag der Beihilfe zum Drogenhandel mit größeren Mengen in vier Fällen schuldig. „Es ist aber von außen schwer erklärbar, wie sich jemand aus eher bürgerlichen Kreisen in ein Milieu begibt, das überhaupt nicht seins war“, verdeutlichte Richterin Nicola Schmidt-Nissen den Fall. „Mir ist völlig unklar, warum sich mein Mandant mit Berufsverbrechern eingelassen hat“, hatte der Anwalt des Verurteilten, Peter-Michael Diestel, erklärt.

Bande war im Juni 2018 aufgeflogen

Die Bande, zu der etwa zehn Leute gehörten, war im Juni 2018 aufgeflogen. Im Sommer 2017 hatte die Polizei im Auto eines Unfalltoten aus dem Umfeld der Bande zufällig Drogen gefunden. Dann waren Telefone und soziale Medien der Mitglieder überwacht und diese auch persönlich beobachtet worden. Bei der Großrazzia 2018 an der Seenplatte, in Hamburg und im Norden Brandenburgs fanden Beamte fast 26 Kilogramm Marihuana, diverse Mengen Amphetamine, Kokain, Ecstasy-Pillen und Präparate zum Muskelaufbau.

Zwei Haupttäter gestanden, die Drogen unter anderem über die „Rheinsberg-Connection“ von Mitte 2017 bis Juni 2018 besorgt zu haben, um damit zu handeln. Diese beiden Haupttäter, von denen einer der Freund des 30-Jährigen war - er nannte ihn „General“ - erhielten wegen der Geständnisse Haftstrafen von vier Jahren und drei Jahren. Das Verfahren gegen den 30-Jährigen wurde damals abgetrennt.

Angeklagter räumte Wissen über Drogenhandel ein

Aufgrund der Zeugenaussagen, Whatsapp-Nachrichten und abgehörter Telefonate sah das Landgericht den 30-Jährigen nun in vier von acht Anklagepunkten als überführt an. Der Verurteilte hatte zuletzt auch eingeräumt, gewusst zu haben, dass sein „General“ mit Drogen handelt und ihm Kontakt zu einem anderen Bundeswehrkameraden nach Rheinsberg (Brandenburg) vermittelt, wie Schmidt-Nissen erläuterte.

Mit dem Urteil blieb die Kammer unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte viereinhalb Jahre Haft wegen Drogenhandels verlangt. Dem folgte die Kammer nicht und sah nur eine Beihilfe zum Drogenhandel. Verteidiger Diestel hatte auf Freispruch für seinen Mandanten plädiert, da dieser von den „Machenschaften“ seiner Freunde nicht gewusst habe. Allerdings erklärte der 30-Jährige danach in seinem letzten Wort vor Gericht, dass er doch wusste, dass der „General“ mit Drogen gehandelt habe. Zudem war an seinem Wohnort auch ein Kilogramm Marihuana gefunden worden.

Mann saß bereits neun Monate in U-Haft

Der Verurteilte saß seit der Razzia – seit neun Monaten – in U-Haft. Nun setzte die Kammer den Haftbefehl gegen ihn zum Prozessende gegen Auflagen außer Vollzug. Obwohl ein weiteres Verfahren gegen den Mann und einen der Haupttäter wegen räuberischer Erpressung läuft, bestehe keine erhöhte Fluchtgefahr, erläuterte die Richterin. Der Verurteilte soll sich einmal wöchentlich bei der Warener Polizei melden und jeden Wohnsitzwechsel dem Gericht anzeigen.

Winfried Wagner