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Mecklenburg Ralph Reichel: Theatermann und Visionär
Mecklenburg Ralph Reichel: Theatermann und Visionär
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17:29 12.08.2019
Seit dem 1. August neuer Intendant des Volkstheaters Rostock: Ralph Reichel. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Vor einem Jahr wurde es klar, dass Ralph Reichel (50) der neue Intendant des Volkstheaters Rostock wird. „Im Mai 2018 hatte der Aufsichtsrat ein klares Votum für mich als Nachfolger abgegeben“, erinnert er sich. 2016 war Ralph Reichel zusammen mit Joachim Kümmritz vom Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin nach Rostock gekommen. Im Mai 2016 kam der Anruf von Oberbürgermeister Roland Methling, denn in Rostock endete gerade die Ära des vorherigen Intendanten Sewan Latchinian. Die beiden „Neuen“, die am Volkstheater Rostock das Steuer übernahmen, kamen mit einer klaren Rollenverteilung: Kümmritz als Intendant, Reichel als sein Stellvertreter. Beim Ende der Amtszeit von Joachim Kümmritz im Juli 2019 war längst beschlossen, dass Ralph Reichel sein Nachfolger wird.

Von Wurzen über Leipzig und Berlin und nach Schwerin

Reichel stammt aus der sächsischen Kleinstadt Wurzen, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Allerdings immer mit einer starken Verbindung zur Großstadt, „eine halbe Stunde fährt man mit der S-Bahn“, erinnert sich Reichel. Er war also schon früh mit Leipzig verbunden und lernte die Stadt auch als wichtigen Theaterstandort kennen. Nachdem Ralph Reichel in Wurzen sein Abitur abgelegt hatte, zog es ihn zunächst nach Berlin. Da war er 17 Jahre alt und arbeitete an der Berliner Volksbühne, als Frank Castorf dort Intendant war. Über die Station Weimar kam Reichel schließlich nach Leipzig, wo er im Herbst 1989 an der Theaterhochschule „Hans Otto“ ein Studium der Theaterwissenschaften begann. Damit geriet Reichel auch in den heißen Herbst 89 und damit in die Leipziger Demonstrationen. 1995 beendete Reichel dort sein Studium. Über Umwege gelangte er schließlich nach Schwerin, wo er seit den neunziger Jahren in vielen Funktionen wirkte und auch seine organisatorischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. Damals wurde Ralph Reichel auch als Regisseur aktiv und inszenierte zum Bespiel am Schweriner Theater „Sonnenallee“. Reichel hat durchaus eine kämpferische Natur, die in Schwerin dreimal dazu führte, dass sein Vertrag nicht verlängert wurde, was einer Kündigung gleichkam. Doch er kehrte immer zurück.

Reichel kann Leute für eine Sache begeistern

Ralph Reichel sieht sich heute auch als Visionär mit der Gabe, Leute zusammenzubringen, also das zu vollbringen, was man heute „Teambuilding“ nennt. Reichel ist heute als Intendant in Rostock zuständig für rund 250 Theaterangestellte und zahlreiche freie Künstler, dazu verwaltet er einen Etat von jährlich rund 20 Millionen Euro. Die Spielzeit 2019/20 trägt bereits seine Handschrift als Intendant, beginnend am 14. September mit „Richard III.“ in der Regie von Angelika Zacek.

Und das größte Projekt in seiner Zeit als Intendant zeichnet sich bereits ab, das ist nämlich der Neubau des Volkstheaters. Wenn alles klappt, wird die Spielzeit 2025/26 die erste sein, die im neuen Theaterbau stattfindet. „Das ist eine natürliche zusätzliche Motivation“, sagt Ralph Reichel. Er gehört auch der Jury an, die im September die ersten Entwürfe der Architektenbüros bewertet, und hat durchaus Wünsche an das neue Haus. Die sind nicht unbedingt architektonischer Natur, sondern sollen den Geist des Hauses ausdrücken. Ein offenes Haus, auch mit Gastronomie, das für alle zugänglich ist. „Wir brauchen einen Raum, in dem man sich trifft“, sagt Ralph Reichel. Und vieldeutig: „Theater ist immer ein Ort für Auseinandersetzung.“

Von Thorsten Czarkowski

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