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Rostock 10 000 Unterschriften für Archäologie-Museum in Rostock
Mecklenburg Rostock 10 000 Unterschriften für Archäologie-Museum in Rostock
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00:01 08.12.2016
Oberbürgermeister Roland Methling (r.) lässt sich von Carsten Schmoldt in die elektronische Unterschriftenliste eintragen. FOTO: THOMAS NIEBUHR
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Stadtmitte

Selten waren sich Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) und alle Fraktionen in der Bürgerschaft so einig: Das neue Archäologische Landesmuseum gehört in die Hansestadt, ins ehemalige Schifffahrtsmuseum an der August-Bebel-Straße. Das machte der Oberbürgermeister noch einmal deutlich, als er gestern seine elektronische Unterschrift bei der Initiative Pro Archäologisches Landesmuseum (Ipal) abgab beziehungsweise seine Daten von Ipal-Sprecher Carsten Schmoldt eintragen ließ. Mehr als 10000 Unterstützer gibt es bereits. Aus dem Bildungsministerium in Schwerin kommen nun erneut Signale für den Standort Rostock.

Gutachten sieht Standort Rostock vorn

Die besten Chancen auf das geplante neue Archäologische Landesmuseum hat Rostock. Das geht aus einem Gutachten der Beratungsfirma MuseoConsult hervor, die neun Standorte prüfte. Für das ehemalige Schifffahrtsmuseum spricht danach neben guter Erreichbarkeit und hohem Besucherpotenzial vor allem die Nähe zur Universität mit dem Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte.

Sie schätze die Fachmeinung der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger, die die Unterschriftensammlung initiierten, erklärt Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Und: „Ich orientiere mich an dem Gutachten.“ Das hatte ihr Vorgänger, der jetzige Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD), in Auftrag gegeben. Dort wurde Rostock gegen Konkurrenz in Mecklenburg und Vorpommern als bester Standort ermittelt, auch wegen der Nähe zur Universität mit dem Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte.

Dieses Gutachten war auch für die Ipal-Organisatoren der am Ende ausschlaggebende Punkt, sich pro Rostock zu positionieren. Ursprünglich, so berichtet Ipal-Sprecher Carsten Schmoldt, hätte sich die Organisation der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger dafür eingesetzt, dass überhaupt ein neues Archäologisches Landesmuseum entsteht. Inzwischen seien alle vom Standort Rostock überzeugt. „10000 Unterschriften sind für ein Land wie Mecklenburg-Vorpommern eine tolle Zahl“, erklärt Carsten Schmoldt. Zumal sich die Unterstützer mit Namen und Anschrift bekennen müssten. Die Unterzeichner kommen aus ganz Deutschland, viele aber aus Rostock und Umgebung, was ihm beweist, dass das Museum hier wirklich gewollt sei.

„Wir haben dem Land nicht nur ein attraktives Standortangebot gemacht und werden dieses Vorhaben nicht nur mit Worten unterstützen, sondern auch mit Rückenwind“, wirbt OB Roland Methling für die Stadt und bedankt sich bei der Initiative. „Wer neue Erkenntnisse der Archäologie bekannt machen will, der sollte sie hier in Rostock präsentieren.“ Mit einer Plakatkampagne unter dem Motto „Der Schatz braucht Platz“ hatten Rostock und Ipal gemeinsam nicht nur an der Warnow für das ehemalige Schifffahrtsmuseum geworben.

„Wir werden weiter Druck machen. Nach 25 Jahren muss man auch mal entscheiden“, sagt Carsten Schmoldt in Richtung Landesregierung. Ministerin Birgit Hesse möchte eine möglichst rasche Entscheidung.

Zu klären seien aber noch Details, zum Beispiel, ob in dem Konzept nicht auch mit Außenstandorten gearbeitet werden könne. Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung konnten sich SPD und CDU noch nicht auf einen Standort einigen.

Es könne nicht sein, dass sich die Christdemokraten heute noch auf eine Festlegung von 2002 beriefen, kritisiert Schmoldt. Es sei an der Zeit, die Blockade zu beenden. Auf jeden Fall werde sich die Rostocker CDU in Schwerin für den Standort starkmachen, kündigte Bürgerschaftsmitglied Frank Giesen an und ließ sich auch gleich in die Unterschriftenliste eintragen – im Internet stand gestern Abend die Zahl 10107.

Thomas Niebuhr

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