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Rostock „Da brannte die Ecke schon lichterloh“: Gärtner aus Sanitz sind fassungslos
Mecklenburg Rostock „Da brannte die Ecke schon lichterloh“: Gärtner aus Sanitz sind fassungslos
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17:06 15.08.2019
Ein Heizungsraum in der Gärtnerei Ortmann in Sanitz stand in Flammen. Quelle: Doris Deutsch
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Sanitz

Verkohlte Dachbalken, beschädigte Solarmodule, Rußspuren an der Außenwand zeugen am Donnerstag noch vom Brand in der Gärtnerei in Sanitz. Am Mittwoch kurz vor Mitternacht stand plötzlich ein Heizungsraum in Flammen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, die Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser Richtung.

Ermittler schließt technischen Defekt aus

Anja und Thomas Ortmann, die den Familienbetrieb in dritter Generation führen, sind fassungslos. Brandstiftung – „wir nehmen es zur Kenntnis, aber wir können es nicht glauben“, erklärt das Paar. Der Brandursachenermittler hatte am Morgen nach dem Brand einen technischen Defekt ausgeschlossen. Die Kriminalpolizei vermutet nun, dass das Feuer gelegt wurde.

Klicken Sie sich durch die Fotostrecke zu Bränden, die sich seit 2018 in Mecklenburg-Vorpommern ereignet haben, und passen Sie auf sich auf.

Es war gegen 23 Uhr, als Anja Ortmann noch mal aus dem Fenster schaute. „Da brannte die Ecke schon lichterloh“, erzählt die Floristmeisterin. Sofort habe sie die Feuerwehr gerufen. Die Kameraden der Wehren aus Sanitz und Tessin waren wenige Minuten später zur Stelle und brachten das Feuer schnell unter Kontrolle. Die im Wirtschaftsgebäude untergestellten Arbeitsmaschinen konnten noch herausgefahren werden.

Hoher Schaden an Heizungsanlage

„Es war Glück im Unglück“, sagt Anja Ortmann, dass sie rechtzeitig das Feuer entdeckt habe. Die Flammen hätten sich auch auf das ganze Gebäude und die Folienzelte in der Nachbarschaft ausbreiten können. Hier lagern die Holzhackschnitzel für die Heizung. Nicht auszudenken, was das Feuer hätte anrichten können.

Blick in den Heizungsraum: Der Kessel steht noch, Brandschutzmaßnahmen haben sich bewährt. Quelle: Doris Deutsch

Auf 100 000 Euro wird der Sachschaden vorerst beziffert. Kostenintensiv schlägt hier die Heizungsanlage zu Buche, die erst 2015 eingebaut wurde und nun eventuell neu beschafft werden müsste. „Die ist seit April außer Betrieb“, erklärt Anja Ortmann. Aber Ende August müsste die Heizung wieder gestartet werden, „dann beginnen wir mit dem Ziehen der Weihnachtssterne“.

Nach Trocknung Heizungsanlage testen

Ob und wie der Heizkessel Schaden genommen habe, werde sich zeigen. „Wir müssen das alles erst mal trocknen lassen“, sagt Thomas Ortmann, „dann können wir die Anlage testen.“ Auf alle Fälle hätten sich Sicherungsmaßnahmen im Heizungsraum wie Brandschutzdecke, -wand- und -türen in diesem Ernstfall bewährt. Einige Balken müssten nun erneuert, das Dach neu gedeckt und zwölf Solarmodule ausgetauscht werden. Die Versicherung habe den Schaden schon begutachtet.

Das Löschwasser hat auch in den Nebenräumen Spuren hinterlassen. Hier lagern beispielsweise Materialien für den Totensonntag. „Aber ich hoffe, die Kisten haben nicht allzuviel abbekommen“, erklärt Anja Ortmann. Mitarbeiter der Gärtnerei räumen derzeit Brandreste und Schutt weg. „Auch Freunde und Nachbarn haben uns gleich geholfen“, freuen sich die Inhaber. „Das ist toll, danke.“

Gärtnerei-Betrieb geht für Kunden weiter

Für die Kunden geht der Gärtnereibetrieb reibungslos weiter. Beet- und Balkonpflanzen aus eigenem Anbau sind im Blumenhaus zu haben. „Jetzt aktuell sind es vor allem Herbstangebote“, sagt die Inhaberin. „Wir produzieren selbst, in Gewächshäusern und auf Freiflächen.“ Zu 98 Prozent sind es Privatkunden aus Sanitz und Umgebung, zwischen Rostock und Tessin, die in der Gärtnerei einkaufen.

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