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Rostock 13-Jähriger aus Rostock macht sich für Rechte von Kindern stark
Mecklenburg Rostock 13-Jähriger aus Rostock macht sich für Rechte von Kindern stark
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17:00 28.10.2019
Niklas Genz (13) engagiert sich im Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes. Der Rostocker Schüler möchte sich insbesondere für die Rechte von Kindern einsetzen. Quelle: Pauline Rabe
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Rostock

Niklas Genz hat keine Angst vor großen Aufgaben: Mit seinen erst 13 Jahren will er sich künftig für die Rechte von Kindern engagieren. „Ich finde es wichtig, dass diese endlich ausdrücklich im Grundgesetz verankert werden“, sagt der Rostocker. Knapp drei Monate ist es her, seit er in den Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes berufen worden ist. Noch war er zwar bei keinem der Treffen dabei. „Ich kann es aber kaum erwarten.“

An einem Gremium teilzunehmen ist für den Siebtklässler nichts Neues. Drei Jahre lang ist er schon Mitglied in der Bürgerschaft der Kinderstadt im Rostocker Freizeitzentrum (RFZ). Auf den Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes aufmerksam wurde Niklas Genz durch Gabi Ditz. Sie ist die Projektleiterin der Kinderstadt – und eine der wenigen Erwachsenen mit Befugnis in der von Kindern regierten Stadt.

Engagement in der Kinderstadt

„Das Rostocker Freizeitzentrum ist eine der Kontaktstellen des Deutschen Kinderhilfswerkes. Als ich erfuhr, dass eine Stelle im Beirat frei wird, dachte ich sofort an Niklas“, erklärt Ditz. Der 13-Jährige sei nicht nur regelmäßiger Gast, er habe auch schon die ein oder andere coole Idee in die Kinderstadt mit eingebracht. „Also habe ich ihn gefragt, ob er Lust hat.“ Seine Begeisterung sei keine Überraschung gewesen.

Das sind die Aufgaben des Kinder- und Jugendbeirats

Der Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes besteht aus zwölf, in Übergangsphasen sogar aus bis zu 15 Mitgliedern im Alter von zehn bis 18 Jahren. Aktuell engagieren sich dreizehn Kinder und Jugendliche in dem Gremium. Sie kommen aus Berlin, Rostock, Ahlbeck, Torgelow, Gau-Algesheim, Wolfsburg, Brome und Freiburg im Breisgau.

Drei Mal im Jahr finden persönliche Treffen des Beirates statt, ein Mal im Monat Telefonkonferenzen. Die Kinder und Jugendlichen beraten das Deutsche Kinderhilfswerk bei Projekten und Maßnahmen und prüfen, wie diese auf ihre Altersgruppe wirken. Die Mitglieder unterbreiten zudem Vorschläge, wie ihre Interessen stärker berücksichtigt werden können.

Eine der zentralen Aufgaben des Beirates ist die Auswahl der Preisträger des Deutschen Kinder- und Jugendpreises (ehemals „Goldene Göre“).

Seit acht Jahren kommt Genz schon nahezu wöchentlich in die Kinderstadt und erlebt hautnah, wie Demokratie funktioniert. Es gibt ein Rathaus, die Kinder wählen einen Bürgermeister samt Bürgerschaft und haben ihr eigenes Geld. „Schwanis“, erklärt Niklas Genz und schaut, ob er eines der Geldstücke in seinem Portemonnaie findet. Am Berufetag, der jeden Mittwoch im RFZ stattfindet, können sich die Kinder und Jugendlichen zudem in verschiedenen Jobs ausprobieren.

Berufswunsch schon klar

„Mittlerweile habe ich schon so viele Berufe getestet und Schwanis verdient, dass ich eigentlich gar nicht mehr arbeiten müsste. Ich bin der reichste Bürger in der Stadt“, verrät Genz. Sich weiter auszuprobieren, sei auch gar nicht mehr nötig. Was er später einmal machen möchte, weiß der 13-Jährige genau: „Ich will unbedingt Sozialarbeiter werden, am liebsten in Berlin. Mit Kindern zu arbeiten, ist voll mein Ding“, so der Schüler. Nur zu jung dürften sie nicht sein. Eine Erzieherausbildung käme für ihn daher eher nicht in Frage.

Sich neben Schule und Hausaufgaben in der Kinderstadt – und künftig auch im Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerk – zu engagieren, ist für Niklas Genz kein Problem. „Es macht mir einfach unheimlich viel Spaß“, sagt der 13-Jährige. An den Berufetagen und der Bürgerschaft könne er sowieso bald nicht mehr teilnehmen. „Ich habe am 6. November Geburtstag und bin dann zu alt.“

Mitglieder aus ganz Deutschland

Aus dem Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes scheidet Genz spätestens mit dem 19. Lebensjahr aus. Welche Aufgaben dort auf ihn zu kommen werden, weiß er bereits – von Damian Schottowski, einem weiteren Mitglied aus Rostock. „Grundsätzlich ist es so, dass immer zwei Beiratsmitglieder aus einem Ort kommen und ein Tandem bilden“, erklärt Frederike Borchert, Sprecherin des Deutschen Kinderhilfswerkes. Aktuell engagieren sich insgesamt dreizehn Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland in dem Gremium.

„Die Mitglieder beraten uns bei Projekten, prüfen, wie sich diese auf Kinder und Jugendliche auswirken, und unterbreiten Vorschläge, wie ihre Interessen stärker berücksichtigt werden können“, so Borchert weiter. Mögliche Themen seien beispielsweise die Planung von Kinder- und Jugendkonferenzen, die Umsetzung der Kinderrechte in den Bundesländern oder eben die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz – das Thema, dem Niklas Genz sich in Zukunft verstärkt widmen möchte.

Bouldern, Inliner und Rennrad

Bleibt neben so viel außerschulischem Engagement überhaupt noch Zeit für Hobbys? „Na klar“, antwortet Genz. In seiner Freizeit gehe er am liebsten bouldern, also klettern ohne Sicherung, oder ist auf Inlinern oder mit dem Rennrad unterwegs. Sportlich muss es aber nicht immer sein. Auch kochen und backen möge er gern. Und was sagen seine Eltern zu seinem vollen Terminkalender? „Die finden das voll cool, was ich mache“, sagt der 13-Jährige stolz.

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Über die Autorin

Von Pauline Rabe

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