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Rostock 15 Bands rocken Rostocker Innenstadt
Mecklenburg Rostock 15 Bands rocken Rostocker Innenstadt
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19:29 05.05.2019
Four Roses spielten Rockballaden in der Weinwirtschaft
Four Roses spielten Rockballaden in der Weinwirtschaft Quelle: Katharina Ahlers
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Rostock

Ausgelassene Stimmung in allen Gassen der KTV: Latin, Jazz und Blues schallen aus dem Doberaner Hof am Doberaner Platz, die Hits der Band „Die Ärzte“ sind aus dem Plan B in der Doberaner Straße zu hören und Acoustic-Rock erfüllt die Leonhardstraße rund um das Café Central. Sechs Stunden lang drängen Hunderte Rostocker am Sonnabend von einer Bar in die nächste, um zur Musik der verschiedenen Bands zu feiern. Auslöser für die Euphorie: Das 13. Kneipenfestival „Honky Tonk“, bei dem auf 15 verschiedenen Bühnen zur Live-Session geladen wird. Möglich macht das ein gekauftes Bändchen, das einem freien Zutritt zu allen teilnehmenden Gaststätten verschafft.

Mit ausgeklügeltem Plan von einer Bar in die nächste

Im La Havanna am Margaretenplatz stoßen fünf Freunde zum ersten Mal an diesem Abend an. „Wir kommen alle von der Insel Rügen und treffen uns heute hier in der alten Clique“, sagt Mattes Fehlhaber. Der 22-Jährige wohnt nun in der KTV und nutzt das „Honky Tonk“, um neue Kneipen kennenzulernen. „Sonst geht man ja fast immer nur in ein und dieselbe Bar“, erklärt Fehlhaber. Sein Kumpel Raik Loßau stimmt ihm zu: „Wir waren richtig erschrocken, dass es so viele Bars in Rostock gibt.“ Die Gruppe hat dementsprechend viel vor: „Der Plan ist, noch in die Schallmauer, ins Barfuß und ins Mambo zu gehen“, ergänzt der 22-Jährige aus Evershagen.

In dem irischen Pub in der Fritz-Reuter-Straße hat es sich unter anderem Friderike Wiechmann in einer Couchecke bequem gemacht. „Ich mag Live-Musik allgemein sehr gern“, sagt die 24-Jährige. „Und heute habe ich die Gelegenheit, viele verschiedene Musikrichtungen zu hören und neue Sachen auszuprobieren.“ Nach einem Bier zieht sie mit ihrer Gruppe weiter.

Viele altbekannte und neue Bühnen

Gleich nebenan im „Jörgs Humboldt“ lassen Revoc aus Boltenhagen die Rostocker zu Pop-Rock-Songs der 70er bis heute tanzen. Auf Wunsch der Feiernden interpretieren sie unter anderem „Das ist alles nur geklaut“ von den Prinzen oder „Be alright“ von Dean Lewis. „Wir sind zum ersten Mal beim Kneipenfestival in Rostock dabei“, sagt Alexander Konrad. „Es macht Spaß, die Leute gehen gut mit und wir können unsere ganze Palette zeigen“, ergänzt der Musiker.

Das Kneipenfestival findet nicht nur im Szeneviertel um den Doberaner Platz statt, sondern auch rund um den Neuen Markt. Drei Gaststätten aus der Innenstadt mischen ebenfalls beim „Honky Tonk“ mit: Dazu gehört die „Alte Apotheke“ im Steigenberger Hotel Sonne am Neuen Markt. Die benachbarte „Weinwirtschaft“ ist ebenfalls auf das beliebte Fest aufgesprungen und macht ihren Gastraum zur Bühne.

Tanzen, feiern, anstoßen: 15 Bars und Restaurants haben am Sonnabend zur 13. Ausgabe des Kneipenfestivals in der Hansestadt geladen. Von Rock über Latin bis hin zu Irish-Folk reichte die musikalische Bandbreite.

Auch im Burgerrestaurant Peter Pane wird bereits früh am Abend ein positives Fazit gezogen. „Die Veranstaltung wird super angenommen, es sind viel mehr Leute hier, als ich erwartet habe“, sagt Schichtleiterin Sandra Engel zufrieden. „Das ist heute mal ein ganz anderer Dienst als sonst – alle sind gut drauf, die Stimmung ist ausgelassen und die Musik ist super.“ Bis in die frühen Morgenstunden bietet die Gruppe „4Fun“ Pop, Rock und Funk. „Die Musik passt zum Peter Pane“, begründet die 31-jährige Gastronomin.

Der Meinung ist auch Virginia Bolowski, die mit ihren Freunden im Restaurant Platz genommen hat. „Endlich sitzen“, sagt sie und lacht. In der KTV ist alles voll. Wir sind den ganzen Abend schon auf den Beinen.“

Von einer Bar zur nächsten mit Straßenbahn und Bus

Die Strecken zwischen den Kneipen – immerhin liegen zwischen dem Irish-Pub „Mambo No. One“ und der „Weinwirtschaft“ gute zwei Kilometer Fußweg – sind selbst Lauffaulen nicht zu weit geworden. Denn alle Bändchenträger fahren von 20 bis 2 Uhr kostenlos mit allen Straßenbahnlinien, die zwischen dem Saarplatz und dem Neuen Markt pendeln, und dem Nachtbus F2.

So kommen die Besucher auch bequem zum Café Käthe, das schon seit vielen Jahren mit dabei ist. „Das müsste jetzt das sechste Mal sein“, sagt Inhaber Andy Szabó und zwinkert. „Wer sich an alle Male erinnern kann, ist nicht dabei gewesen.“ Die ausgelassene Stimmung und das wechselnde Publikum gefallen dem Betreiber. „Und mit den Sideburns haben wir eine echt geile Band, die tolle Zuschauer mitbringt.“

Gegen 2 Uhr erklingen dann auch die letzten Töne der Deutsch-Pop-Lieder von Georg Domke im Cocktailboot „Barke“ in der Wismarschen Straße und die letzten Salsa-Beats von Cubanero feat. Walther Martinez im Café Liebreiz in der Doberaner Straße. Für die Feierwütigen aber kein Grund, die Party zu beenden: Auf der Abschlussparty im „Theater des Friedens“ wurde bis in die frühen Morgenstunden weitergetanzt.

Ann-Christin Schneider und Katharina Ahlers

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