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Rostock 150 Helfer am Strand im Einsatz
Mecklenburg Rostock 150 Helfer am Strand im Einsatz
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18:01 31.03.2019
André und Petra Rennert sind mit ihren Kindern Alina (12) und Pascal (9) an den Torfbrücker Strand gekommen, um ihn von Müll und Unrat zu befreien. Quelle: Ove Arscholl
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Torfbrücke

Was im Jahr 2017 aus spontanem Ärger über Müll am Strand entstand, kann inzwischen schon fast als Tradition bezeichnet werden: Immer am letzten Sonnabend im März treffen sich die „Strandlöpers“ am Strand der Rostocker Heide, um gemeinsam Unrat zu sammeln, der sowohl von Schiffen als auch von rücksichtslosen Strandbesuchern zu stammen scheint. So erzählt es jedenfalls der Inhalt der Müllsäcke, den die knapp 150 Freiwilligen am Sonnabend rund um den Stolper Ort zusammen getragen haben: Feuerzeuge, Folien, Kronkorken, Sektkorken, Zigarettenreste, Styroporteile, Lollistiele, Angelschnüre, Glas- und Kunststoffflaschen, Badelatschen, Einweg-Obstschalen und -grills sowie ein Bürostuhl. Revierförster Stefan Schlüter schüttelt den Kopf. „Warum?“, fragt er ungläubig.

Unter den Helfern ist auch Familie Rennert aus Neu-Broderstorf. „Wir haben von der Aktion im Radio gehört“, erzählt Vater André (46). Die Familie sei gern früh aufgestanden, um etwas Gutes zu tun. Und nach der Kutschfahrt vom Parkplatz zum Strand konnte dann der Schrittzähler der zwölfjährigen Tochter ordentlich arbeiten: „Schon 3300 Schritte am Strand“, erzählt sie stolz – und eine volle Mülltüte hat sie auch dabei.

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Hobbyfotografin Ingrid Litterscheid (51) aus Graal-Müritz ist bereits zum vierten Mal in diesem Jahr bei einer Strand-Säuberung dabei. Sie sammelt, auch wenn sie allein unterwegs ist, Müll ein. Eigentlich will sie lieber Sandregenpfeifer, Kraniche, Eulen und Rotwild im Wald entdecken und ärgert sich deswegen umso mehr über die Unvernunft der Menschen, die ihr Zeug zurück lassen. „Warum muss man als Strandbesucher seinen Müll verbuddeln?“, fragt sie. Aber das gemeinsam Sammeln verbindet. „So trifft man immer wieder neue Leute aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die ein gemeinsames Interesse haben: einen sauberen Strand.“

Revierförster Stefan Schlüter und Strandlöpers-Organisator Klaus Teumer sind zufrieden. Fast zwei Kubikmeter Müll sind vom Strand entfernt worden. Nach der Sturmflut im Januar waren sogar zehn zusammen gekommen. „Das im Januar war die Hauptarbeit. Heute gab es die Belohnung dafür – mit Frühlingswetter und Bratwurst vom Grill“, so Schlüter.

Ove Arscholl

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