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Rostock 17 Hippies in Rostock: Gute-Laune-Musik abseits vom Mainstream
Mecklenburg Rostock 17 Hippies in Rostock: Gute-Laune-Musik abseits vom Mainstream
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14:57 31.01.2019
Die Berliner Band „17 Hippies“ spielte am Mittwochabend im Rostocker Mau-Club. Quelle: Danny Gohlke
Rostock

 Licht aus, Spotlight an: Die Berliner Band „17 Hippies“ übernimmt am Mittwochabend die Bühne im Rostocker Mau-Club. Als hätten sie nie etwas anderes getan, stehen sie an diesem Abend gewohnt souverän vor mehr als 600 Konzertbesuchern. Und sie haben ja auch nie etwas anderes getan: Seit 1995 stehen die Musiker auf der Bühne, haben ihr Zusammenspiel mit den Jahren perfektioniert, sind an ihren Erfahrungen gewachsen. Mit ihrem neuen Album „Kirschenzeit“ zeigen sie sich tiefgründiger und kritischer als je zuvor. Musik also für das reife Publikum ab 50? Svenja Stähler (30) schüttelt den Kopf: „Ich habe die 17 Hippies zwar über meine Eltern kennengelernt, bin aber selbst ein großer Fan von der vielseitigen Musik. Die Band ist einfach sympathisch, für jedes Alter.“

Hippies ohne Flower Power

Vielseitige Musik, das heißt für die 17 Hippies – die übrigens 13 Musiker zählen – eine charmante Mischung aus schrägen Balkanrhythmen, Seemansschunkelei, französischem Chanson, mexikanischen Trompeten und amerikanischen Country-Anleihen. Damit sind sie irgendwie einzigartig. Sie kanalisieren ihre internationale Bühnenerfahrung in handwerkliche Perfektion und sind dabei so unaufgeregt, dass ihre zweistündige Show wie eine Leichtigkeit wirkt. Während Gründungsmitglied Kristin „Kiki“ Sauer, Blickfang in der Bühnenmitte, zwischen Mikrofon, Akkordeon und Querflöte wechselt, passen sich drei Windräder im Hintergrund dem Rhythmus an. Wie Hippies sehen die Musiker nicht aus, aber doch alternativ mit Hut und Ohrring. Zöpfe tragen hier auch die Männer, nicht nur auf dem Kopf, auch im Bart. Nicht ein Typ gleicht dem anderen – und das macht ihr musikalisches Schaffen so besonders.

Die „17 Hippies“ sind mit ihrem neuen Album „Kirschenzeit“ auf Tour. Quelle: Danny Gohlke

Zwei Stunden alte Songs und „Kirschenzeit

Anlass der Tour ist ihr neuester musikalischer Entwurf: Das Album „Kirschenzeit“, dessen Titel sich auf die deutsch-französische Geschichte bezieht. In Frankreich steht der Begriff „Kirschenzeit“ („Le temps des cerises“) sinnbildlich für Aufbruch. Und so schwingt Aufbruch und Mut in ihren Texten mit, die nicht nur in deutscher, sondern auch in englischer und französischer Sprache die Welt erklären. Und das kommt an. Schon nach dem zweiten Lied bemerkt „Kiki“: „Hier ist so viel Energie im Raum. Rostock, ihr seid gut drauf.“ Ja, Rostock ist gut drauf. Im Publikum feiern Studenten und Rentner, Männer wie Frauen, treue Fans und neue Anhänger. Was auffällt: Die Zuhörer genießen die Musik, stehen da, ganz ohne Handy und nehmen mit ihren Sinnen wahr, was das Hippie-Orchester ihnen serviert. Es wird getanzt, geschunkelt, sich umarmt und schaut man in die Gesichter, steht da hundertfach ein Lächeln im Raum. „Wach vor Liebe“, gesungen von Akkordeonfrontfrau „Kiki“, „Pierre et Blanche“ und „Wie ein Tier auf Deinem Arm“ ragen live heraus. Adina Ritzer (20) aus Stralsund ist aber vor allem für ihr Lieblingslied „Adieu“ hier.

Sorgen für einen stimmungsvollen Abend im Mau-Club: Die „17 Hippies“ aus Berlin. Quelle: Danny Gohlke

„Das ist Gute-Laune-Musik“

Im Publikum nickt auch Frank Rämesch (53) aus Demmin mit dem Beat. Der Konzertbesucher habe schon viel von den „17 Hippies“ gehört, „wollte sie immer mal live sehen“. Eigentlich dachte Rämesch, die Band ziehe nur junge Menschen an. „Aber ich bin gar nicht der älteste hier“, freut er sich. Viele der Besucher sind textsicher und wissen, warum sie die Band am liebsten live erleben. Petra Rackow (61) und Andrea Krüger (52) aus Ribnitz-Damgarten mögen die Musik, denn die sei „nicht so abgedroschen und habe tolle Rhythmen.“ Die Freundinnen sind sich einig: „Das ist Gute-Laune-Musik.“ Die 17 Hippies treffen den Geschmack – abseits vom Mainstream.

Lea-Marie Kenzler

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