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Rostock 2006555433,91 Euro: So viel ist Rostock wert
Mecklenburg Rostock 2006555433,91 Euro: So viel ist Rostock wert
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00:06 06.01.2016
1,3 Millionen Euro: Mit dieser Summe taucht die Lange Straße in der Bilanz auf. Das Infrastrukturvermögen mit Straßen, Wegen, Plätzen, Brücken, Tunneln, Haltestellen, Ampeln oder Laternen macht mit gut 740 Millionen Euro den größten Teil des Rostocker Vermögens aus.
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Stadtmitte

Neun lange Jahre haben die Mitarbeiter der Verwaltung benötigt. Straßen, Bäume, Gebäude, Fahrzeuge, Kunstwerke, sogar jede Parkbank und jede Schaukel mussten erfasst und bewertet werden. Das Ergebnis: Exakt 2006555433,91 Euro stehen für die Hansestadt in der Eröffnungsbilanz, die mit der Einführung der Haushaltsführung Doppik 2012 notwendig wurde, zu Buche. „Die Zahl dokumentiert unser Selbstverständnis, dass die Hansestadt Rostock leistungsfähig ist“, sagt Finanzsenator Chris Müller (SPD).

Und er sagt das vor allem auch in Richtung Schwerin, hatte doch die Rechtsaufsicht im Innenministerium der Stadt in den vergangenen Jahren immer wieder mit Auflagen die Kreditaufnahme schwer gemacht.

Rostock könnte eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalquote von 46 Prozent, also das, was an Vermögen nach Abzug von Verbindlichkeiten bleibt, vorweisen, hebt Müller hervor. Trotz der Schulden von etwa 400 Millionen Euro, darunter ein Kassenkredit von aktuell 150 Millionen Euro, gehe es Rostock wirtschaftlich sehr gut, betont der Senator als oberster städtischer Kassenwart. Dennoch müsse der Schuldenabbau auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen.

Mehr als die Hälfte in der Zwei-Milliarden-Bilanz machen Sachanlagen aus. So schlägt das Infrastrukturvermögen, also Straßen, Wege oder Brücken, allein mit knapp 740 Millionen Euro zu Buche. Bebaute und unbebaute Grundstücke haben zusammen einen Wert von mehr als 400 Millionen Euro. Sogar Rostocks Bäume haben ihren Anteil am städtischen „Reichtum“: 66,7 Millionen Euro. Zum Vermögen gehören auch die Beteiligung an Unternehmen oder die Eigenbetriebe. So ergab das Zusammenrechnen aller Finanzanlagen mehr als eine halbe Milliarde. Allein der kommunale Immobilienbewirtschafter KOE steuert 187,5 Millionen bei und der Warnow-, Wasser- und Abwasserverband (WWAV) mit sämtlichen Leitungen und wassertechnischen Anlagen hat einen Wert von 85,2 Millionen Euro.

In Großstädten sei ein Zeitraum von zehn Jahren für die Erstellung einer solchen Eröffnungsbilanz durchaus üblich, erläutert Chris Müller. Insgesamt waren mehr als 100 Personen beteiligt, selbst Teilzeitkräfte und Studenten wurden für die Inventuren beschäftigt. Jedem Anlagegut einen „Preis“ zu geben, erwies sich oft als knifflige Aufgabe, berichtet Stadtangestellter Torsten Wiese, der maßgeblich daran mitarbeitete. „Was ist eine Straße wert, die zu DDR-Zeiten gebaut wurde?“, fragt er beispielhaft. Noch schwieriger war das für Dinge, die bereits mehre Jahrhunderte hinter sich haben, ergänzt Müller. Ein weiteres Problem: Kunstwerke und Denkmäler. „Wir können ja nicht für jedes Bild einen Gutachter beauftragen“, erklärt der Senator. So wurde vieles oft nur mit einem Euro bewertet — als Erinnerungswert für den Buchhalter.

Ein großer Kraftakt steht Müllers Mitarbeitern noch bevor. Bis 2017 will er für die Stadt einen „Konzernabschluss“ vorlegen. Dazu sind auch alle städtischen Unternehmen und Beteiligungen exakt in die Bilanz einzuarbeiten.

Bilanz zeigt Vermögen und Schulden
2Milliarden Euro stehen als Summe in der Eröffnungsbilanz zum Stichtag 1. Januar 2012. Mit Einführung des kommunalen Haushaltsrechts Doppik wird genau abgerechnet, wie die Stadt gewirtschaftet hat. Dazu gehört auch eine Eröffnungsbilanz, die auf der Aktivseite zum Beispiel das Vermögen einer Gemeinde, wie Grundstücke oder Infrastruktur, auflistet. Auf der Passivseite wird neben dem Eigen- auch das Fremdkapital mit Investitions- und Kassenkrediten dargestellt. Die Bilanz wird zum Abschluss eine Haushaltsjahres aufgestellt und zeigt, wie sich Vermögen und Schulden verändert haben.



Thomas Niebuhr

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