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Rostock Gregor Gysi spricht bei der 24-Stunden-Vorlesung im Audimax
Mecklenburg Rostock Gregor Gysi spricht bei der 24-Stunden-Vorlesung im Audimax
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17:33 21.05.2019
Gregor Gysi hielt am Freitagabend einen Vortrag im Audimax auf dem Ulmencampus vor rund 500 Menschen.
Gregor Gysi hielt am Freitagabend einen Vortrag im Audimax auf dem Ulmencampus vor rund 500 Menschen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Am Wochenende zur Vorlesung? Für viele Studenten undenkbar. Am Freitag und am Samstag sorgte die 24-Stunden-Vorlesung auf dem Ulmencampus der Uni Rostock trotzdem für gefüllte Hörsäle. Bei der vom Allgemeinen Studierendenrat (AStA) organisierten Veranstaltung, sprachen Elf Referenten über aktuelle Themen aus Forschung, Politik und Gesellschaft. Highlight: Linken-Politiker Gregor Gysi, der im vollen Audimax einen Vortrag zu aktuellen politischen Problemen hielt.

Humor, Gelächter und Kapitalismuskritik

Rund 500 Studierende hörten dem prominenten Linken-Politiker zu. Kleine Anekdoten und viel Humor lockerten seine kritische Stellungnahme zu aktueller Politik auf. So eröffnete er die Rede mit einem selbstironischen Witz über seine bescheidene Körpergröße: „Jedes mal die selbe demütigende Prozedur – ich muss das Mikrofon tiefer einstellen.“ Sein Beitrag zeichnete sich unter anderem durch Kritik an Nationalismus, am Kapitalismus und an verfehlter Politik der Bundesregierung, sowie entsprechenden Lösungsvorschlägen aus.

Der Politiker betonte, dass die 24-Stunden-Vorlesung ein gutes Format sei, um Studenten auch außerhalb der Universität Wissen zu vermitteln: „Das ist eine gute Idee. Auch Künstler und andere Leute unterschiedlichster Prägung sollten hier sprechen, so dass Studenten die Chance haben, mal was anderes als Professoren zu hören.“ Er war bereits zwei mal in Greifswald bei der 24-Stunden-Vorlesung. Das Rostocker Publikum war für ihn „sehr angenehm und aufgeschlossen.“

Das Publikum zeigte Gefallen an Gysis Rede. Es klatschte Beifall für seine kritischen Aussagen und lachte über seine humorvollen Anekdoten. Der 21-jährige Christian Faber war dabei: „Ich fand es echt schön, dass auch ein prominenter Politiker eingeladen wurde. Der Vortrag hat mir sehr gut gefallen“, sagte der Politikstudent nach der Rede.

Von Nerd-Kultur bis Managementberatung

Auch das restliche Programm am Freitag konnte sich sehen lassen. So informierte Diana Jaffe, Expertin für Gender Marketing, ihre Zuhörer über Methoden der geschlechtsspezifischen Werbung und welche Rolle diese bei Rollenbildern spielen. Fast wie bei einer Motivationsrede ging es bei Frank Oette zu. Der Managementberater erklärte, welche Eigenschaften junge Führungskräfte von Morgen bräuchten, um sich auf das Berufsleben vorzubereiten. Das Besondere: Er zog viele Parallelen zum Fußball, weil ein Unternehmen genauso im Team arbeiten müsse, wie eine Mannschaft.

Ein weiteres Highlight des ersten Tages: Das Power-Point-Karaoke, bei dem Teilnehmer vorher unbekannte Referats-Präsentationen vorgesetzt bekamen und damit spontane Vorträge halten mussten. Der Politikstudentin Sonja Molina gefiel die Idee. „Das war super witzig und ein sehr gutes Format. Sollte es öfter geben“, sagte die 26-Jährige.

Ähnlich abwechslungsreich war der Samstag. Unter anderem sprach Lea Puchert, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Rostock, über Nerd-Kultur und welche Bedeutung diese in der heutigen Digitalisierung hat. Abschluss der Veranstaltung: Der Vortrag „Vertraut den Frauen“ von Sarah Diehl, in dem es um die Abtreibungsdebatte ging.

Zufriedene Veranstalter

David Willer, Kultur-Referent beim AStA, organisierte den Großteil der Veranstaltung. Er begann Anfang des Jahres mit der Planung. „Ich habe dann erst einmal angefangen, mögliche Redner anzuschreiben, die ich interessant fand.“ Von seinen AStA-Kollegen bekam er viele Vorschläge. „Wir haben versucht, das thematisch zu mischen und da hat jeder seinen Teil beigetragen.“

Willer versuchte sein Glück auch bei vielen Bundestagsabgeordneten. Er erinnert sich: „Ich habe etliche Mails geschrieben aber gerade bei den Abgeordneten kam natürlich kaum etwas zurück. Die sind schließlich gerade auch im Europawahlkampf.“ Die lange Planung habe sich trotzdem gelohnt, sagt er. „Dafür, dass das erst zum zweiten mal in Rostock stattfand, sind wir zufrieden.“

Anh Tran

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